Essen und Getränke in Japan

Die japanische Küche beruht seit Jahrhunderten auf den Zutaten Reis, Fisch und Meeresfrüchten. Öl und Gewürze werden sehr sparsam eingesetzt.

gebackener Japanreis
Essen und Getränke - gebackener Japanreis

Reis gehört zu den japanischen Grundnahrungsmitteln und wird in zahlreichen Mahlzeiten verwendet. Darüber hinaus spielen frischer Fisch, Muscheln und Früchte eine große Rolle in der japanischen Küche. Fetthaltige Lebensmittel besitzen nur eine untergeordnete Bedeutung. Im Sinne alter Traditionen werden Öl und Gewürze nur äußerst sparsam verwendet. Der typische Eigengeschmack frischer Nahrungsmittel kommt auf diese Weise besonders gut zur Geltung.

Noch heute setzen sich die meisten Suppen aus den drei Grundzutaten Thunfisch, Seetang und Shiitake-Pilzen zusammen. Sie werden als Suimono bezeichnet. Daneben gibt es Suppen, die unter Verwendung einer Soja-Paste zubereitet werden. Die Geschmacksrichtungen variieren zwischen süß und salzig. Tofu und frisches Gemüse dienen in der Regel als Einlage. Im Winter wurde in der Vergangenheit häufig auf vitaminreiches, sauer eingelegtes Gemüse als Nahrungsgrundlage zurückgegriffen. Zu den am häufigsten verwendeten Gemüsesorten zählen Gurken, Chinakohl, Rüben und Auberginen. Eine japanische Delikatesse sind grüne, unreife Pflaumen, die in Salzlake oder Reisbrühe eingelegt und als Umeboshi bezeichnet werden. Häufig sind die Früchte Bestandteil des traditionellen japanischen Frühstücks.

Grundlage der meisten Hauptgerichte in dem asiatischen Land ist Reis. Als Beilage kommen unterschiedliche kleine Gerichte auf der Basis von gebratenem Schweinefleisch oder gegrilltem Fisch infrage. Der Konsum von Fisch liegt in Japan deutlich höher als in anderen asiatischen Ländern. Meist werden die fangfrischen Fische roh verzehrt. Eine weitverbreitete Zubereitungsart von rohem Fisch und Meeresfrüchten wird als Sashimi bezeichnet. Bei diesem Gericht werden Filetstücke unterschiedlicher Fischarten in Streifen geschnitten und mit verschiedenen Soßen und dem grünen japanischen Meerrettich Wasabi serviert. Das bekannteste japanische Gericht ist Sushi. Die Spezialität entwickelte sich ursprünglich aus einer Konservierungsmethode, bei der roher Fisch gesalzen und in Reisblätter eingewickelt wurde. Auf der ganzen Welt bieten heute Sushi-Bars die kleinen Häppchen aus rohem Fisch in den unterschiedlichsten Variationen an. In der Gegenwart werden zum Verpacken der frischen Meeresspezialitäten häufig essbare Algen statt Reisblätter verwendet.

Der Fleischverzehr war in Japan seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. verboten. Über einen Zeitraum von rund 1.000 Jahren wurden in dem asiatischen Land so gut wie keine Fleisch- oder Milchprodukte verzehrt. Seit dem 17. Jahrhundert standen zunehmend Wildgerichte auf dem Speiseplan der Japaner. Mit der Öffnung Japans für andere Kulturkreise im 19. Jahrhundert änderten sich auch die Essgewohnheiten und um das Jahr 1860 eröffneten die ersten Schlachthäuser auf der Inselkette. Sukiyaki ist ein Eintopfgericht, das in der damaligen Zeit populär wurde und zu dessen Zutaten neben verschiedenen Gemüsesorten auch fein geschnittenes Rindfleisch gehörte.

Ab dem 16. Jahrhundert gewann Walfleisch als Proteinlieferant zunehmend an Bedeutung für die japanische Küche. Historische Kochbücher aus dieser Zeit belegen die zahlreichen unterschiedlichen Zubereitungsarten dieses Fleisches. Nach dem Zweiten Weltkrieg trug Walfleisch in erheblichem Maß zur Versorgung der Bevölkerung bei. Seit der Jahrtausendwende sinkt der Konsum an Walfleisch in Japan kontinuierlich. Zu den Klassikern der japanischen Küche gehört das Gericht Bento. Dabei handelt es sich um eine Mahlzeit, die sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt und in einer Box serviert wird. Als Zutaten kommen Reis, Fisch, Fleisch und eingelegtes Gemüse infrage.

Tee und Sake sind die bedeutendsten Getränke in Japan. Grüner Tee spielte bereits im 12. Jahrhundert eine große Rolle und hat bis heute nicht an Popularität eingebüßt. Der Genuss des aromatischen Aufgussgetränks bildete die Grundlage für die Entwicklung der japanischen Teezeremonie, die bis in die heutige Zeit zelebriert wird. Ein Klassiker unter den japanischen Getränken ist Sake. Der Reiswein besitzt einen Alkoholgehalt, der zwischen 15 und 20 Volumenprozent liegt, und er wird aus Reis, Wasser und Hefe hergestellt. Die große symbolische Bedeutung des Getränks kommt in zahlreichen Ritualen und Zeremonien zum Ausdruck, bei denen Sake eine wichtige Rolle spielt.

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