Japan und seine Geschichte - ein kurzer Überblick

Die Geschichte Japans ist durch die isolierte Lage auf einer Inselkette und kulturelle Einflüsse durch China und den Westen geprägt.

Japan Geschichte - Buddha von Kamakura
Japan Geschichte - Buddha von Kamakura

Gesicherte Erkenntnisse über die Zeit der ersten Besiedlung Japans liegen nicht vor. Es wird vermutet, dass vor rund 30.000 Jahren Menschen vom russischen Festland und von der koreanischen Halbinsel über Landbrücken in das Gebiet des heutigen Japans einwanderten. Der Süden des Landes wurde über den Seeweg von Südostasien aus besiedelt. Das älteste Skelett eines Menschen wurde im Jahr 1970 auf der Insel Okinawa im Minatogawa-Steinbruch entdeckt.

Die Geschichte Japans wird in verschiedene Epochen unterteilt und beginnt in der Steinzeit vor rund 10.000 Jahren. Bis um das Jahr 300 v. Chr. lebten die Menschen überwiegend als Jäger und Sammler. Am Ende dieser Periode startete das Kaiserreich China einen Eroberungsfeldzug auf der koreanischen Halbinsel, in dessen Folge der chinesische Kulturkreis näher an Japan rückte. Damit war die Basis für den späteren kulturellen Austausch zwischen beiden Ländern gelegt.

Um das Jahr 300 v. Chr. bildeten sich mit der Entwicklung der Metallverarbeitung die ersten Staaten auf japanischem Gebiet. Diese Phase leitete den Übergang in das Altertum ein, aus der einige Schlüsselloch-Hügelgräber erhalten sind. Im 6. Jahrhundert n. Chr. kam aus China der Buddhismus nach Japan, der im 8. Jahrhundert Staatsreligion wurde. Während der Asuka-Zeit, die am Ende des 6. Jahrhunderts begann und bis zum Jahr 710 andauerte, wurden grundlegende Weichen für die weitere Geschichte Japans gestellt. Unter der Herrschaft der Soga-Dynastie entwickelten sich die ersten Strukturen eines zentral regierten Kaiserreiches mit Steuergesetzen, Landvermessungen und dem Bau einer Hauptstadt.

Bis zum 12. Jahrhundert erlebte Japan eine Zeit der kulturellen Blüte, in der Dichtung und Literatur große Bedeutung besaßen. Zum Ende dieser Epoche erfuhr die Vormachtstellung des Kaisers eine zunehmende Schwächung. Kriegerfamilien versuchten, das Machtvakuum zu füllen und neue Herrschaftsgebiete zu erschließen. In dieser Phase wurde das erste Shogunat errichtet. Dabei handelte es sich um einen regional begrenzten Herrschaftsbereich mit militätischer Organisation, der neben dem Kaiserreich existierte. Der mongolische Herrscher und chinesische Kaiser Kublai Kahn unternahm in den Jahren 1274 und 1281 zwei Eroberungsversuche in Japan, die jedoch durch Taifune verhindert wurden. Die tropischen Wirbelstürme wurden später als göttliche Fügung interpretiert und als Kamikaze (Götterwind) bezeichnet.

Im 16. Jahrhundert war Japan stark zersplittert und in einzelne Fürstentümer und Shogunate zerfallen, die zerstritten waren und untereinander blutige Fehden austrugen. Zu dieser Zeit landeten die Portugiesen an der japanischen Küste und versuchten in der Folge das Land christlich zu missionieren. Die Europäer brachten die ersten Feuerwaffen nach Japan. Erst zum Ende des 16. Jahrhunderts zeichnete sich ein Ende der bürgerkriegsähnlichen Zustände in dem Inselreich ab. Bis zur Abschottung Japans im frühen 17. Jahrhundert wurde mit Spaniern, Portugiesen und Niederländern reger Handel getrieben.

Während der vollständigen Abschließung Japans in der Edo-Zeit waren Ein- und Ausreise für Ausländer und Japaner verboten. Von 1603 bis 1854 herrschten Mitglieder der Tokugawa-Dynastie über das Land. Kontakt zu anderen Staaten bestand in dieser Epoche kaum. In dieser Zeit erlebte Japan einen wirtschaftlichen Aufschwung und die Hauptstadt Tokio wuchs zu einer der weltgrößten Metropolen heran. Im Jahr 1854 landete eine US-amerikanische Delegation im Hafen von Tokio und bot der Regierung ein Handelsabkommen an. Die Leichtigkeit, mit der die Amerikaner in den japanischen Hafen einlaufen konnten, ohne daran gehindert zu werden, legte die Schwächen des Regimes offen. In der Folge kam es zu Aufständen, die in einer Wiedereinsetzung des Kaisers mündeten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Japan eine konstitutionelle Monarchie, in der der Kaiser nur noch repräsentative Aufgaben zu erfüllen hatte. Im Ersten Weltkrieg stand das Land als Verbündeter an der Seite von Frankreich, dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Russland. Nach Beendigung des Krieges wurde versucht, demokratische Strukturen zu etablieren, was jedoch scheiterte. Im Jahr 1931 eroberte Japan den Nordosten Chinas. Die USA reagierten darauf mit Wirtschaftssanktionen und dem Einfrieren japanischer Vermögen.

Im Dezember 1941 erfolgte der japanische Angriff auf die US-Militärbasis Pearl Harbor, woraufhin die Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eintraten. Mit dem Abwurf der ersten Atombombe über der Stadt Hiroshima am 6. August 1945 erreichte die Kriegsführung eine bisher dahin unbekannte Dimension. Nach der Kapitulation Japans im Jahr 1945 wurde das Kaiserreich in ein Land mit demokratischen Grundstrukturen umgewandelt. Der Kaiser nimmt bis heute repräsentative Aufgaben wahr. Im Jahr 2011 wurde nach einem Störfall im Atomkraftwerk Fukushima I, der infolge eines Tsunamis auftrat, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes der nukleare Notfall ausgerufen.

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