Hikone - eine Burgstadt

Hikone ist eine rund 110.000 Einwohner zählende japanische Stadt am Ufer des Biwa-Sees, deren Wahrzeichen eine historische Burganlage aus dem frühen 17. Jahrhundert ist.

Hikone
Hikone - eine Burgstadt

Das Stadtgebiet von Hikone erstreckt sich am östlichen Ufer des Biwa-Sees der mit einer Fläche von 674 Quadratkilometern der größte Binnensee Japans ist. Die Stadt hat einige Tempel, Schreine und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Über Hikone thront auf einem Felsen die gleichnamige Burg aus dem frühen 17. Jahrhundert. Sie wurde auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus im Jahr 1622 zur Edo-Zeit errichtet. Die Burg Hikone gehört zu den ältesten erhaltenen Burganlagen Japans. Im späten 19. Jahrhundert wurden die meisten Verteidigungsbauwerke mit Beginn der Meiji-Zeit zerstört. Die Anlage in Hikone entging der Zerstörung nur durch die Intervention des Kaisers, der die Gegend selbst bereist hatte und die Erhaltung der Anlage anordnete. In traditioneller Bauweise wurde sie aus Holz und Stein errichtet.

Der vordere Teil der Burg wurde in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Heute gehört sie zum nationalen Kulturgut Japans. Ein Rundgang führt vom unteren Burgberg durch den Genkyu-en Landschaftsgarten bis auf den Burgberg. Der Hauptschlossturm kann bestiegen werden und vom höchsten Punkt genießen Sie eine atemberaubende Aussicht auf die glitzernde Wasseroberfläche des Biwa-Sees. Der Rundgang dauert etwa 90 Minuten und Oasen der Ruhe sind das als Choshoan bezeichnete japanische Teehaus und das Guest House Hoshodai. Dort haben Sie die Gelegenheit, den pulverisierten grünen japanischen Tee Usucha zu probieren. Das Innere des Bauwerks darf nach japanischem Brauch nicht mit Straßenschuhen betreten werden. Das gilt auch für das Museum, das hinter den alten Mauern eingerichtet wurde. Mit einem reizvollen Ambiente empfängt Sie der Landschaftsgarten Genkyu-en, der liebevoll wieder hergerichtet wurde. Zahlreiche Bäche schlängeln sich durch die hügelige Landschaft und sammeln sich in kleinen Seen. Brücken im japanischen Stil überspannen die Wasserläufe und eine meditative Stille liegt über dem gesamten Areal.

Einige Tempel und Schreine sind in Hikone lohnende Ausflugsziele. Auf dem Weg zur Burg Hikone passieren Sie den Shiga-ken Gokoku-jinj Tempel, der im Jahr 1876 im Gedenken an die Hikone Clan Krieger errichtet wurde. Die Attraktion des buddhistischen Konpiragu-Tempels sind drei Zedern auf dem Tempelareal, die ein Alter von 1.200 Jahren besitzen sollen. Der kleine Shingon-shu Daishi-ji-Tempel liegt nur fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof der Stadt entfernt. In den Innenräumen befindet sich eine schlafende Statue des heiligen Kobo Daishi, die auf einer Futon-Matte ruht. Die Legende besagt, dass nach einer Berührung der Statue ein Wunsch in Erfüllung geht. Im Zentrum von Hikone liegt der geschäftige Yonbancho Platz. Zahlreiche Geschäfte und Ladenpassagen befinden sich hier und Restaurants und Cafés laden zu einer Einkehr ein.

Einen Eindruck von der Architektur zur Edo-Zeit erhalten Sie auf der sogenannten Burgenstraße, die im 17. Jahrhundert wichtige Städte miteinander verband. In der Nähe des Burggrabens verläuft die Straße an einer historischen Häuserzeile mit weißen Fassaden vorbei. Schwarze Metallgitter befinden sich vor den Fenstern und die meisten Gebäude sind rund 400 Jahre alt. Hikone liegt eingebettet in eine malerische Landschaft. Im Osten erstreckt sich der Biwa-See, während sich hinter der Stadt die Ausläufer des Suzuka-Gebirges erheben. Der Biwa-See bedeckt eine Fläche, die größer als der Bodensee ist und im Norden reichen die Felswände bis an das Wasser. Dort liegen die schönsten Badestrände des Binnensees, die wegen ihrer hervorragenden Wasserqualität im Jahr 2006 vom japanischen Umweltministerium prämiert wurden. Von den drei natürlichen Inseln im Biwa-See ist nur eine bewohnt. Am westlichen Seeufer wurden in der Vergangenheit zahlreiche Tempel errichtet, die der Landschaft ein romantisches Ambiente verleihen. Zu den kulinarischen Spezialitäten dieser Region gehört eine spezielle Sushi-Art mit dem Namen Funazushi. Dabei werden im Biwa-See gefangene Fische ausgenommen und anschließend in einem Salzfass für zwei Jahre gelagert. Erst danach erfolgt die Zubereitung nach traditioneller Sushi-Art.

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