Shirakawago - historische Dörfer

Shirakawago besteht aus drei abgelegenen historischen Bergdörfern, die seit 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Sie liegen in einem malerischen Flusstal des Shogawa auf der japanischen Hauptinsel Honshu.

Shirakawago
Shirakawago - historische Dörfer

Der Besuch des Dorfes Shirakawago gleicht einer Reise in die Vergangenheit. Alte traditionelle Bauernhäuser, deren Strohdächer an betende Hände erinnern, prägen das Dorfbild. Shirakawago liegt eingebettet in eine herrliche Naturlandschaft im Flusstal des Shogawa. Von satten grünen Wälder umgeben, sind die kleinen Bauernhäuser perfekt der Umgebung angepasst. Die stabilen und massiven Holzbauten sind mit Strohdächern ausgestattet, die der Witterung in der Bergregion standhalten können. Die hier ansässigen Bauern leben vor allem von der Landwirtschaft und dem Anbau von Hirse und Buchweizen. Der Anbau von Getreide ist eine Alternative zum Reisanbau, der durch das steinige Gelände des Gebirges nur mäßigen bis gar keinen Erfolg brachte. Eine weitere Einnahmequelle war in der Vergangenheit das Herstellen von Japanpapier aus den Fasern der Maulbeere sowie die Seidenraupenzucht.

Die Dörfer sind für ihre alten traditionellen Bauernhäuser bekannt und werden häufig von Touristen besucht. Eindrucksvoll sind die steilen und hohen Strohdächer, die im Winter vor allem dem Schnee Widerstand bieten. Die meisten der Häuser sind drei bis vier Etagen hoch, wobei die oberen Etagen und das Dachgeschoss in der Regel als Raum für die Raupenzucht genutzt wurden. Außerdem brauchte eine Bauernfamilie, die meist aus mehreren Generationen bestand, ein gewisses Maß an Platz, um die Familie unterzubringen. Im 8. Jahrhundert wurde die Region von den Bergasketen besiedelt. Der Lebensstil und die Gesellschaft wurden durch die abgelegene Lage fernab von den nächsten Ansiedlungen nachhaltig geprägt. Erst im Jahr 1950 wurde das Gebiet an die Außenwelt angeschlossen. Im 19. Jahrhundert lag der Bestand an historischen Gassho-Häusern nur noch bei fünf Prozent der ursprünglichen Anzahl. Viele Einwohner verließen das Dorf, um in den Städten zu arbeiten und Geld zu verdienen. Zahlreiche Häuser wurden abgerissen, um moderneren Bauten zu weichen. Im Jahr 1970 wurden die drei Dörfer von der japanischen Regierung zur Nationalen Geschichtsstätte erklärt. Somit durfte keine Modernisierung der alten Gassho-Häuser mehr vorgenommen werden. Ein Jahr später gründeten die Einwohner in Eigeninitiative einen Verein zum Schutz der historischen Landschaft.

Das historische Dorf wurde berühmt, als es die Vorlage für den Handlungsort eines japanischen Computerspiels darstellte. In einer japanischen Fernsehserie dienten die Dörfer mit der historischen Bausubstanz als Kulisse und wurden darüber hinaus Drehort für Filme. Diese Aktivitäten steigerten den Bekanntheitsgrad der Orte. Ein häufig besuchter Ort ist die Sternwarte, die auf dem Gelände des Ogimachi-Schlosses zu finden ist. Dieser einmalige Aussichtspunkt bietet Ihnen einen atemberaubenden Panoramablick über die Gassho-Haus-Dörfer. In Ogimachi sind das Wada Haus und das Nagase Haus für die Besucher geöffnet. Hier tauchen Sie in die Geschichte der Bewohner des Dorfes ein und erhalten einen Eindruck vom Leben in der Vorzeit. In Gokayama empfiehlt sich ein Besuch des Ainokura Dorfes, deren 24 historische Häuser vor dem Hintergrund der Berge ein herrliches Fotomotiv abgeben. Bewundern sie das Iwase Haus bei Ihrem Besuch in den Dörfern. Es ist eines der größten Gassho-Häuser mit fünf Etagen, bei dem der Innenraum mit Zelkovaholz ausgestattet wurde.

In der Nähe des Dorfes gibt es mehrere Kulturdenkmäler, Wasserfälle und den künstlich angelegten Hakusui-See. Die umliegende Landschaft lockt mit ausgedehnten Wanderungen und heiße Quellen laden an zahlreichen Orten zu einer Rast in der Berglandschaft ein. Wer ein außergewöhnliches Souvenir mitbringen möchte, hat die Gelegenheit, eine regionstypische Sarubobo-Puppe erwerben. Diese Puppe stellt einen gesichtslosen Affen dar. Ziel ist es, sich beim Betrachten der Puppe das Gesicht eines Menschen vorzustellen, für dessen Wohl man betet. Zum Verweilen laden die zahlreichen Einkehrmöglichkeiten ein. In den kleinen Gasthöfen werden Ihnen traditionelle Reis- und Gemüsegerichte serviert.

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