Tokio - die Megametropole

Tokio ist die Hauptstadt Japans und Regierungssitz. Die Stadt gehört mit ihren 9,1 Millionen Einwohnern zu den größten Metropolen der Welt.

Tokio - die Megametropole
Tokio - die Megametropole

Tokio ist eine Megametropole mit gewaltigen Wolkenkratzern, glitzernden Einkaufstempeln und Hunderte Meter hohen Wohntürmen. Die japanische Hauptstadt liegt auf der Hauptinsel Honshu an der Bucht von Tokio. Tokio setzt sich aus 23 Bezirken zusammen, die gemeinsam eine Fläche 622 Quadratkilometern bedecken. Die Stadt ist von weiteren Millionenmetropolen umgeben, deren Stadtgebiete teilweise ineinander übergehen. Gemeinsam mit den Städten Yokohama, Kawasaki, Chiba und Saitama entsteht die Metropolregion Tokio mit mehr als 35 Millionen Einwohnern. Die japanische Hauptstadt liegt in einer Übergangszone vom gemäßigten zum subtropischen Klima. Die klimatischen Bedingungen sind von heißen, feuchten Sommern und kühlen, trockenen Wintern gekennzeichnet. In den Sommermonaten steigen die Tagestemperaturen regelmäßig über 30 Grad, während es im Winter zu Nachtfrösten und Schneefall kommen kann. Die ausgeprägte Regenzeit dauert in Tokio von Ende Juni bis Mitte Juli.

Eine latente Gefahr geht von tropischen Wirbelstürmen aus, die in Tokio meist im September und Oktober auftreten. In der Regel dauern sie nur einen Tag an und ziehen schnell weiter. Oft gehen die Taifune mit starken Regenfällen und hohen Windgeschwindigkeiten einher. Tokio liegt in einem geologisch äußerst aktiven Gebiet und die Stadt wird regelmäßig von kleineren Erdstößen erschüttert. Statistische Erhebungen belegen, dass die Region alle 70 Jahre von einem starken Erdbeben heimgesucht wird. Das letzte schwere Beben ereignete sich im Jahr 1923 und besaß eine Stärke von 7,9 auf der nach oben offenen Richterskala. Damals wurden knapp 400.000 Häuser in Tokio und Yokohama zerstört und rund 140.000 Menschen verloren ihr Leben. Obwohl Japan eines der dichtesten Sensorennetze zur Erdbebenregistrierung besitzt, kann eine exakte Vorhersage über den Zeitpunkt und die Stärke eines Bebens bis heute nicht getroffen werden.

Tokio ist eine vergleichsweise junge Stadt und entstand aus einer ehemaligen Fischersiedlung mit dem Namen Edo. Diese Bezeichnung trug die heutige Metropole auch, nachdem sie von dem Shogun Tokugawa Ieyasu im Jahr 1603 zur Hauptstadt seines Herrschaftsbereiches ernannt wurde. Häufige Erdbeben und die daraus resultierenden Brände zerstörten in den folgenden Jahrhunderten immer wieder große Teile des Stadtgebietes. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ließen sich Kaufleute und Handwerker in Edo nieder, die eine wichtige Rolle bei der Versorgung des Hofes spielten. Im Jahr 1868 wurde der kaiserliche Wohnsitz nach Tokio verlegt. Vier Jahre später kam es zu einem schweren Erdbeben, das weite Teile des Stadtgebietes zerstörte. Beim Wiederaufbau orientierte man sich am Stadtbild westlicher Städte und beauftragte einen englischen Architekten mit der Planung. Nach dem verheerenden Erdbeben im Jahr 1923 wurde Tokio endgültig eine Metropole westlicher Prägung. Im Zweiten Weltkrieg richtete die Bombardierung durch amerikanische Bomber schwere Schäden im Stadtgebiet von Tokio an. Nach einem zügigen Wiederaufbau setzte eine Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs ein und Tokio entwickelte sich zu einer Millionenmetropole.

Zu den bekanntesten Stadtvierteln von Tokio gehört der Kommerz- und Verwaltungsbezirk Shinjuku im Westen der Stadt. Dort erheben sich die meisten Wolkenkratzer des Landes. Der Bahnhof Shinjuku besitzt eines der höchsten Fahrgastaufkommen der Welt. Mehr als zehn gewaltige Einkaufskomplexe befinden sich in dem Stadtbezirk. Eine grüne Oase mitten in der City ist der Kaiserliche Park Shinjuku. Er gehört zu den bekanntesten Grünanlagen Japans und alljährlich zur Kirschblüte versammeln sich Familien unter den blühenden Obstbäumen zu einem Picknick unter freiem Himmel. Darüber hinaus befindet sich mit dem Stadtteil Kabukicho der größte Rotlichtbezirk der japanischen Hauptstadt im Stadtviertel Shinjuku, in dem sich Nachtklubs, Hostessen-Bars und Love-Hotels aneinanderdrängen.

Ein populäres Geschäfts- und Vergnügungsviertel ist der Stadtteil Ginzo. Nachts erstrahlen die Straßen im bunten Licht der Neonleuchtreklamen. Zahlreiche international bekannte Modemarken und Designer unterhalten hier eigene Filialen und auf der Hauptstraße befinden sich Kaufhäuser, Restaurants, Kunstgalerien und exklusive Hotels. Ginza gehört zu den ältesten Stadtteilen Tokios und war nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges das populärste Amüsierviertel der Stadt. Neben dem größten Zara-Store der Welt befinden sich Geschäfte der Modemarken Louis Vitton, Gucci und Armani in Ginzo. Luxusartikel aller Art werden darüber hinaus im Edel-Kaufhaus Wako angeboten.

Im Tokioter Stadtbezirk Shibuya befindet sich mit dem Meiji-Schrein ein bedeutendes sakrales Bauwerk. Der Schrein ist dem Meiji-Tenno und seiner Gemahlin geweiht, die bis zum Jahr 1912 das Land regierten. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Das Areal setzt sich aus drei Bereichen zusammen. Im Inneren befinden sich die Hauptgebäude. Der äußere Bereich beherbergt eine Gemäldegalerie, die zum Gedenken an Meiji-Tenno eingerichtet wurde und der dritte Bereich schließt die Gedächtnishalle des Herrschers ein. Alljährlich zum Geburtstag von Meiji-Tenno am 3. November finden Wettbewerbe, Tanzveranstaltungen und sportliche Wettkämpfe statt, an denen Millionen Menschen teilnehmen.

Der buddhistische Tempel Sensō-ji ist das älteste sakrale Bauwerk in der japanischen Hauptstadt. Ein Vorgängerbau des heutigen Tempels wurde im Jahr 942 erbaut. Den Beinamen Kannon-Tempel erhielt das Bauwerk nach einer goldenen Kannon-Statue, die drei japanische Fischer im Jahr 628 in ihren Netzen gefunden haben sollen. Das heutige Gebäude wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1958 neu eingeweiht. Am Eingang des Tempelareals befindet sich das sogenannte Donnertor. Dort nimmt mit der Nakamise-dori die älteste Einkaufsstraße Tokios ihren Anfang. Die Straßenränder werden von kleinen Souvenirgeschäften und Läden gesäumt, in denen japanische Kimonos, bedruckte T-Shirts, Repliken buddhistischer Schriftrollen und Holzdrucke verkauft werden.

Mit dem Tokio Skytree befindet sich das zweithöchste Gebäude der Erde in der japanischen Hauptstadt. Der Fernsehturm wurde im Jahr 2012 eröffnet und besitzt eine Höhe von 634 Metern. Der Turm besteht aus einem inneren Schaft aus Beton und einer äußeren Stahlhülle. In der Mitte befinden sich Öldämpfer, die die Schwingung im Fall eines Erdbebens ausgleichen sollen. Die Architektur erinnert an die Form antiker buddhistischer Pagoden. Das Wahrzeichen von Tokio ist der 333 Meter hohe Tokio Tower, der mit seiner Stahlkonstruktion dem Eiffelturm in Paris zum Verwechseln ähnlich sieht. Ein außergewöhnliches Erlebnis ist ein Besuch des Tsukiji-Fischmarktes, der in unmittelbarer Nähe des Stadtteils Ginzo liegt. Auf dem weltweit größten Markt für frischen Fisch und Meeresfrüchte wechseln täglich mehr als 2.000 Tonnen Fisch den Besitzer. Im äußeren Bereich herrscht in einem unübersichtlichen Gewirr aus Gassen und Straßen ein lebhaftes Treiben. Zu den Höhepunkten gehört das einmal täglich stattfindende Filetieren der bis zu 300 Kilogramm schweren Thunfische.

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