Essen und Getränke in Jordanien

Die jordanische Küche ähnelt der Küche im gesamten arabischen Raum und beruht auf traditionellen Gerichten, die ihren Ursprung häufig in Syrien und im Libanon haben.

Traditionell nehmen kalte und warme Vorspeisen eine bedeutende Position in der jordanischen Küche ein. Sie werden als Mezze bezeichnet und schließen diverse Salate, püriertes Gemüse und kleine Fleischstückchen ein. Die Vorspeisen werden in der Tischmitte platziert und alle Gäste bedienen sich aus den Schälchen. In dieser Tischgewohnheit kommt die große soziale Bedeutung des Essens in Jordanien zum Ausdruck, denn nach altem Brauch werden die Mahlzeiten innerhalb der Familien stets gemeinsam eingenommen.

Besteck spielt in der jordanischen Esskultur eine untergeordnete Rolle. Häufig wird Fladenbrot, das Bestandteil nahezu jeder Mahlzeit ist, wie ein Löffel benutzt. Alternativ werden auch feste Salatblätter benutzt, die unter der Bezeichnung Khass bekannt sind. Einheimische essen generell mit den Fingern. Wenn Sie sich diesem Brauch anschließen wollen, müssen Sie darauf achten, nur die rechte Hand zu benutzen. Die linke Hand gilt im arabischen Kulturkreis als unrein und darf nicht mit den Speisen in Berührung kommen.

Im Restaurant oder bei einer Gastfamilie werden die unterschiedlichsten Vorspeisen vor dem eigentlichen Hauptgang aufgetischt. Da die Mezze hervorragend schmecken und darüber hinaus sehr sättigend sind, können Sie im Restaurant nach dem Genuss des ersten Ganges entscheiden, ob Sie die Hauptspeise noch bestellen wollen. Der Hauptgang besteht in Jordanien häufig aus gegrilltem Fleisch mit diversen Beilagen. Frischer Fisch wird nur in der Hafenstadt Aqaba am Roten Meer serviert. Ansonsten werden Fisch und Meeresfrüchte aus Saudi-Arabien und dem Jemen importiert.

Das jordanische Nationalgericht Mansaf hat in der arabischen Küche ein Alleinstellungsmerkmal. In keinem anderen arabischen Land gibt es ein vergleichbares Gericht. Es stammt von Beduinen, die mit Karawanen die Wüste durchquerten. Angerichtet wird Mansaf auf einer großen Platte, von der sich alle Gäste bedienen. Das Gericht besteht aus einem Reisbett mit Pistazien und Mandeln, auf dem verschiedene Teile eines gebratenen Hammels platziert werden. Der Reis wird in der Regel mit einer Soße aus Ziegenmilch getränkt und mit einer Joghurtsoße verfeinert. Den oberen Abschluss bildet in der Regel ein Tierschädel, dessen leere Augenhöhlen auf die Gäste gerichtet sind. Mansaf wird gewöhnlich mit der Hand gegessen, wobei die rechte Hand mit angelegten Fingern zu einer Schaufel geformt wird. Damit wird ein Stück Reis aus dem Bett geholt und anschließend zum Mund geführt. Danach wird ein Stück Hammelfleisch aus der Hand verzehrt.

Ein klassisches jordanisches Gericht ist darüber hinaus Mesa Khan. Dabei handelt es sich um gegrilltes Huhn, das in Stücke geschnitten und gemeinsam mit roten Zwiebeln in ein Fladenbrot eingerollt wird. Ein schmackhaftes Reisgericht, das mit Auberginen und Blumenkohl serviert wird, ist Maklouba. Der Nachtisch in Jordanien ist generell sehr süß. Honig und Zuckersirup spielen bei der Zubereitung eine große Rolle. Traditionelle Nachspeisen sind Kunafah, ein heißer Weichkäse mit Fadennudeln und ein Teigfladen mit Nüssen und Mandeln, der als Karufa bezeichnet wird. Im Fastenmonat Ramadan werden häufig kleine Crêpes mit einer Füllung aus Nüssen und Ricotta verzehrt.

In klassischen jordanischen Restaurants wird zum Essen Mineralwasser oder Tee getrunken. Die Einheimischen genießen darüber hinaus eine Kaffeemischung, die im Geschmack an einen Mokka erinnert. Tee ist häufig sehr süß und wird mit frischen Minzeblättern verfeinert. Neben traditionellen Getränken gibt es zahlreiche Softdrinks, die allerdings importiert werden und aus diesem Grund teurer als Getränke aus heimischer Produktion sind. Amstelbier wird in Jordanien in Lizenz hergestellt und ist überall erhältlich. Wein wird in Jordanien nur lokal angebaut. Gute Tropfen kommt aus der Region um die Stadt Madaba. Eine exzellente Qualität besitzen Importweine aus dem Libanon. Sie stammen meist von den Weingütern Ksara oder Kefraya und sind entsprechend hochpreisig.

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