Jerash - Zeitreise in die römische Antike

Jerash liegt rund 40 Kilometer nördlich der jordanischen Hauptstadt Amman und die Ruinenstätte der antiken Stadt Gerasa gehört zu den besterhaltenen römischen Städten der Welt.

Jordanien Jerash
Jerash - Zeitreise in die römische Antike

Ein Ausflug nach Jerash gleicht einer Zeitreise in die römische Antike. Gewaltige Triumphbögen, monumentale Tempelbauten und riesige Amphitheater künden von der hohen Baukunst der Römer. Jerash gehört gemeinsam mit der antiken Felsenstadt Petra zu den populärsten Sehenswürdigkeiten Jordaniens. Archäologen legten bei Grabungsarbeiten hervorragend erhaltene römische Bauwerke frei, die der Stadt den Beinamen "Pompeji des Ostens" eintrugen. Erste Spuren menschlicher Besiedlung im Stadtgebiet von Jerash reichen bis in die Bronzezeit zurück. Unter römischer Herrschaft erlebte die Stadt ihre Blütezeit und war Teil der Dekapolis. Damit wurde ein Verbund von zehn antiken Städten in der römischen Provinz Arabia bezeichnet, die als Zentren der griechisch-römischen Kultur galten. Im 2. Jahrhundert n. Chr. wuchs die Bedeutung der Stadt mit der römischen Expansion in Vorderasien rasch an. Damals entstanden unzählige Bauwerke, die heute Besucher aus allen Teilen der Welt anziehen.

Jerash blieb auch unter arabischer Herrschaft eine blühende Metropole, bis ein verheerendes Erdbeben im Jahr 747 der Entwicklung ein jähes Ende setzte. Viele Einwohner verließen die zerstörte Stadt und gaben sie dem Verfall preis. Seit den 1920er Jahren laufen die Ausgrabungsarbeiten an den antiken Stätten der römischen Vergangenheit. Dabei wurden eindrucksvolle Baudenkmäler freigelegt, die Sie bei einem Besuch der Stadt bewundern können.

Zu Ehren des römischen Kaisers Hadrian wurde im Jahr 130 ein Triumphbogen fertiggestellt, der heute nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten in voller Pracht erstrahlt. Das dreiteilige Tor besitzt eine Höhe von 21 Metern und ist 25 Meter breit. Ursprünglich sollte der Triumphbogen eine Funktion als Stadttor übernehmen. Aus diesem Grund befindet sich das Bauwerk außerhalb des Zentrums. Aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammt das ovale Forum unterhalb des Jupitertempels. 56 Säulen umgeben eine Fläche von 90 × 80 m. Die exakte Bedeutung des Ovals konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden.

Oberhalb des kolonnadengesäumten Forums erhebt sich der Jupitertempel. Zu Errichtung der Anlage wurde ein künstlicher Hügel angelegt, um dem wichtigsten Tempel der Römer eine erhöhte Position zuzuweisen. Die Tempelruinen stammen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Noch heute sind Teile der bis zu zehn Meter hohen Tempelmauer erhalten. Ursprünglich war die Anlage von 38 Säulen umgeben, von denen noch drei im Originalzustand erhalten sind. Das eindrucksvollste Bauwerk in der römischen Stadt Jerash war einst er Artemis-Tempel, der sich auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern erhob. Einst reihten sich 32 Säulen um das Heiligtum, von denen noch elf aufrecht stehen. Besonders eindrucksvoll sind die neun Säulen mit den korinthischen Kapitellen.

Zu den besterhaltenen römischen Bauwerken in Jerash gehört das 22 Meter breite Nymphäum. Es war den Wassernymphen geweiht und besteht aus zwei Stockwerken. Im oberen Bereich sind noch die Reste einzelner Fresken erkennbar. Im Nymphäum wölbt sich eine Halbkuppel über einen imposanten Brunnen, dessen Außenfassade in Nischen unterteilt ist. Westlich des Jupitertempels befindet sich ein römisches Amphitheater, das einst bis zu 5.000 Zuschauern Platz bot. Die 32 Sitzreihen wurden in einen Hang hineingebaut und die natürlichen Gegebenheiten des Geländes wurden auf diese Weise optimal ausgenutzt. Erbaut wurde das sogenannte Südtheater zwischen 90 und 92 n. Chr. zur Regierungszeit von Kaiser Domitian. Das kleinere Nordtheater bot etwa 800 Zuschauern Platz.

Gut erkennbar ist in der antiken Stadt Jerash die als Cardo Maximus bezeichnete gepflasterte Hauptstraße. Sie besitzt eine Länge von 800 Metern und verläuft in gerader Linie vom ovalen Forum zum Nordtor. Hunderte Säulen säumten die Prachtstraße in der Antike und viele sind noch heute erhalten. Aus byzantinischer Zeit stammen zahlreiche frühchristliche Kirchen auf dem Areal. Sie wurden zwischen dem späten 4. Jahrhundert und dem 7. Jahrhundert erbaut und sind teilweise mit prunkvollen Mosaikfußböden ausgestattet.

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