Madaba - größte Kunstschätze Jordaniens

Madaba ist eine 70.000 Einwohner zählende Stadt an der jordanischen Königsstraße, die durch eine Mosaik-Landkarte aus dem 6. Jahrhundert weltbekannt wurde. Das Mosaik zeigt eine Landkarte Palästinas aus der Zeit zwischen 560 und 565 n. Chr.

Jordanien Madaba
Madaba - Zentrum des Kunsthandwerks

Die jordanische Stadt Madaba liegt 35 Kilometer südlich von der Hauptstadt Amman an der jordanischen Königsstraße. Diese 5.000 Jahre alte Handelsroute verbindet Syrien mit dem Süden der arabischen Halbinsel und mit Ägypten. Die Gründung von Madaba geht auf die Dynastie der Moabiter zurück. Im ersten vorchristlichen Jahrhundert geriet die Stadt unter die Herrschaft der Nabatäer, bevor Sie im Jahr 106 n. Chr. von den Römern erobert und in die Provinz Arabia eingegliedert wurde. Im 4. Jahrhundert gehörte Madaba zu Byzanz und wurde Bischofssitz. In dieser Zeit entstanden zahlreiche frühchristliche Kirchen und Basiliken in der Stadt und der Wohlstand wuchs durch die weitreichenden Handelsbeziehungen. Die Gotteshäuser wurden damals mit kunstvollen Mosaikfußböden ausgestattet.

Die Perser eroberten im 7. Jahrhundert die Stadt, doch ihre Herrschaft sollte nur rund 100 Jahre andauern. Im Jahr 746 zerstörte ein verheerendes Erdbeben die meisten Gebäude in Madaba und die Bewohner verließen den Ort. Damit gerieten die Mosaikfußböden für Jahrhunderte in Vergessenheit. Die Stadt war dem Verfall preisgegeben und es sollte bis zum Jahr 1880 dauern, bis sich christliche Siedler auf dem Stadtgebiet niederließen und mit der Neubesiedlung begannen. Die meisten frühchristlichen Kirchen wurden damals zu Wohnhäusern umgebaut. Der größte Kulturschatz der Stadt Madaba ist ein frühbyzantinisches Mosaik aus dem 6. Jahrhundert, das den Boden der St. Georgskirche bedeckt. Das griechisch-orthodoxe Kirchengebäude wurde im Jahr 1896 auf den Grundmauern einer frühchristlichen Basilika errichtet. Im Jahr 1965 wurde das jahrhundertealte Mosaik umfassend restauriert. Es zeigt auf einer Größe von 16 × 5 m eine historische Landkarte Palästinas mit der Stadt Jerusalem. Der Ausschnitt reicht vom Libanon bis zum Nildelta in Ägypten. 150 Städte und Dörfer der damaligen Zeit sind in der Karte verzeichnet. Besonders detailliert wurde Jerusalem dargestellt. Das kostbare Mosaik setzt sich aus zwei Millionen Steinchen zusammen und gilt als einer der größten Kunstschätze Jordaniens.

Im 6.Jahrhundert wurden zahlreiche Kirchen in Madaba mit prächtigen Mosaikfußböden ausgestattet. Viele Kunstwerke dieser Art können Sie im Mosaikmuseum im Süden der Stadt bewundern. In den Ausstellungsräumen befinden sich komplette Böden, die aus den Wohnhäusern und Gotteshäusern der Stadt stammen und hier restauriert und konserviert wurden. In der archäologischen Abteilung des Museums könne Sie darüber hinaus etliche Fundstücke aus der byzantinischen Ära Madabas besichtigen. Zu den Ausstellungsstücken gehören römische Artefakte und Münzen, byzantinische Keramik und Bronzestatuen. Im Bereich für Völkerkunde werden historische Trachten, Schmuck, orientalische Teppiche und Waffen aus verschiedenen Epochen ausgestellt. Östlich des Stadtzentrums befindet sich der archäologische Park von Madaba. Dort erheben sich die Ruinen frühbyzantinischer Kirchen mit Bodenmosaiken. Darunter befindet sich auch das älteste gefundene Mosaik. Es stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und zierte einst den Boden des Palastes des Herodes.

Madaba ist ein Zentrum des Kunsthandwerks in Jordanien. In der Innenstadt finden Sie zahlreiche Geschäfte, in denen Sie handbemalte Keramik, Lederartikel und geknüpfte Teppiche kaufen können. In den Souvenirshops sind Repliken der Mosaikböden die Verkaufsschlager. Die historische Karte von Palästina ist in unterschiedlichen Größen erhältlich. Darüber hinaus werden zahlreiche religiöse Gegenstände angeboten. Dazu gehören Kruzifixe aus Olivenholz und Metall, Rosenkränze und Schnitzereien, die Szenen aus dem Leben von Jesus Christus darstellen. Ein Besuch in der Stadt Madaba ist ein fester Bestandteil jeder organisierten Rundreise durch Jordanien. Die Mosaike zählen zu den berühmtesten Kunstschätzen des Landes. Wer auf eigene Faust im Land unterwegs ist, erreicht die Stadt an der Königsstraße mit dem Bus, dem Taxi oder dem Mietwagen von der Hauptstadt Amman aus. Die Fahrzeit beträgt rund 40 Minuten.

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