Petra - Kulturdenkmal der Antike

Die antike Felsenstadt Petra wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. aus dem roten Sandstein geschlagen und gehört seit 1985 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Jordanien Petra
Petra - Kulturdenkmal der Antike

Die Felsenstadt Petra liegt in einem Talkessel im Bergland von Edom gehört zu den eindrucksvollsten Kulturdenkmälern der Antike. Einst war Petra die Hauptstadt des nabatäischen Reiches. Heute zählen die monumentalen Prachtbauten zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Jordaniens. Ihre große Bedeutung in vorchristlicher Zeit verdankt die Felsenstadt der strategisch günstigen Lage am Kreuzungspunkt bedeutender Karawanenwege. Die alten Handelsrouten verbanden Ägypten mit Syrien und mit dem Süden der arabischen Halbinsel. Die Quelle Ain Musa sicherte die Wasserversorgung in der ansonsten lebensfeindlichen Umgebung und machte Petra zu einem wichtigen Rastplatz für Karawanen und Handelsreisende. Die Felsenstadt liegt gut geschützt zwischen steil aufstrebenden Felswänden und ist nur über einen schmalen Gebirgspfad und durch eine 1,5 Kilometer lange Felsschlucht zu erreichen. An der engsten Stelle misst der Durchgang gerade einmal 2 Meter und die Felswände ragen bedrohlich bis zu 70 Meter in die Höhe.

Knapp 900 historische Baudenkmäler, Grabanlagen und Opferplätze sind in Petra erhalten und machen die Stadt zu einem touristischen Highlight in Jordanien. Zu den bedeutendsten Monumentalbauten der Felsenstadt gehört das sogenannte Schatzhaus mit der arabischen Bezeichnung Khazne al-Firaun. Dabei handelt es sich vermutlich um eine Grabkammer, die für den nabatäischen König Aretas IV. im ersten vorchristlichen Jahrhundert angelegt wurde. Die prunkvolle Fassade besteht aus einem Eingangsportal, das auf jeder Seite von sechs aus dem Sandstein geschlagenen korinthischen Säulen flankiert wird. Darüber liegt ein kunstvoll gearbeiteter Rundtempel in der Felswand mit einer Urne auf der Spitze. Das Schatzhaus besitzt eine Höhe von 40 Metern und ist 25 Meter breit. Ein Amphitheater, das im römischen Baustil errichtet wurde, befindet sich auf der linken Seite auf dem Weg ins Zentrum der Felsenstadt. Ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem verhinderte eine Überschwemmung der Arena bei Regenfällen.

Die sogenannte Königswand befindet sich nördlich des Amphitheaters. Dabei handelt es sich um 13 monumentale Grabanlagen, die nach neuesten Erkenntnissen als Königsgräber genutzt wurden. Das größte Bauwerk in der Felsenstadt Petra ist das Palastgrab in der Königswand. Im Inneren der Grabanlagen befinden sich Grabnischen und die Vorhöfe werden von Säulen gesäumt. Mit der sogenannten Säulenstraße verläuft die ehemalige Hauptverkehrsachse von Petra direkt an der Königswand vorbei. Sie wurde einst von Wohnhäusern und Marktplätzen gesäumt, die jedoch nur noch in Ruinen erhalten sind. Außerhalb des Stadtzentrums liegt der monumentale Felsentempel Ad Deir. Seine prunkvolle Fassade wurde ebenfalls aus dem roten Sandstein gemeißelt. Sie besitzt eine Höhe von 39 Metern und eine Breite von 47 Metern. Im Mittelalter wurde die Anlage von Mönchen genutzt. Zahlreiche Opferplätze der Nabatäer befinden sich auf den umliegenden Bergen. Meist wurde ein kleiner flacher Hof aus dem Gestein geschlagen, in dessen Zentrum sich ein Opfertisch befand.

Petra erreichte die Blütezeit vermutlich im ersten Jahrhundert v. Chr., als die nabatäischen Herrscher den Handel auf dem Landweg zwischen Damaskus und der arabischen Halbinsel kontrollierten. Nach der römischen Eroberung im 2. Jahrhundert n. Chr. wurde Petra in das Römische Reich eingegliedert. Nach und nach musste Petra die Vormachtstellung an die Karawanenstadt Palmyra abtreten. Im Jahr 551 erschütterte ein Erdbeben die Region und führte zu einer Flucht der Bevölkerung. Von diesem Zeitpunkt an geriet die antike Stadt in Vergessenheit und existierte bald nur noch in alten Legenden weiter. Durch Zufall wurde Petra im Jahr 1812 von dem Schweizer Reisenden Johann Ludwig Burckhardt wiederentdeckt. Mit systematischen Ausgrabungen wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts begonnen. Mit zunehmender Dauer der Grabungstätigkeit stieg das touristische Interesse an der antiken Felsenstadt und weite Bereiche von Petra wurden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie können die monumentalen Hinterlassenschaften der antiken Nabatäerkultur im Rahmen einer geführten Tour oder auf eigene Faust entdecken.

TOP