Totes Meer - tiefstgelegenes Gewässer der Erde

Das Tote Meer ist ein abflussloser Binnensee im Westen Jordaniens, der durch den Fluss Jordan gespeist wird. Die Wasseroberfläche des Toten Meeres liegt knapp 420 Meter unterhalb des Meeresspiegels.

Jordanien Totes Meer
Totes Meer - tiefstgelegenes Gewässer der Erde

Das Tote Meer bedeckt eine Fläche von rund 800 Quadratkilometern. Im Osten grenzt Israel an den salzhaltigen Binnensee und im Nordosten das Westjordanland. Als Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs liegt die Wasseroberfläche des Toten Meeres knapp 420 Meter unter dem Meeresspiegel. Damit ist es das tiefstgelegene Gewässer der Erde. Der Salzgehalt erreicht Höchstwerte von bis zu 33 Prozent und liegt damit rund zehnmal so hoch wie in den Ozeanen. Verursacht wird der hohe Salzgehalt durch ausgeschwemmte Mineralien und Salze, die der Jordan in das Tote Meer transportiert. Durch das Fehlen eines Abflusses lagern sich die Mineralien am Grund des Sees und in den Uferregionen ab. Der Jordan durchfließt die geologische Verwerfung des Großen Afrikanischen Grabenbruchs.

Mit einer Tiefe von knapp 800 Metern gehört das Tote Meer zu den tiefsten Binnenseen der Erde. Es unterteilt sich in einen nördlich gelegenen Teil und einen südlichen Bereich. Beide Teile des Toten Meeres sind über schmale Kanäle und eine 13 Kilometer lange Wasserstraße miteinander verbunden. Die Landbrücke misst an der engsten Stelle nur 600 Meter. Durch zahlreiche Entsalzungsanlagen auf jordanischer und israelischer Seite und Wasserentnahme aus dem Jordan ist der nördliche Bereich stark von Austrocknung bedroht. Der Wasserspiegel sinkt kontinuierlich um rund einen Meter pro Jahr. In den zurückliegenden 30 Jahren verlor das Tote Meer auf diese Weise rund ein Drittel seiner Wasseroberfläche. Die mineralische Zusammensetzung des salzhaltigen Binnensees unterscheidet sich deutlich vom Salz der Weltmeere. Das Wasser enthält rund 51 Prozent Magnesium- und 14 Prozent Kaliumchlorid. Der Anteil an Natriumchlorid beträgt rund 30 Prozent. Das Wasser besitzt aufgrund des hohen Mineraliengehaltes eine außerordentlich hohe Dichte. Auf der Wasseroberfläche können Sie sich treiben lassen, ohne befürchten zu müssen, unterzugehen.

Das Tote Meer gehört zu den Touristenattraktionen Jordaniens und ein Abstecher an seine Ufer ist obligatorischer Bestandteil einer Rundfahrt durch das Land. Die bedeutendsten Touristenorte liegen auf der Halbinsel Lisan und tragen die Namen Numeira und Drha. Letzterer ist für Archäologen besonders interessant, denn in seiner Umgebung werden Tausende Grabstätten aus der Bronzezeit vermutet. Wegen der heilkräftigen Wirkung des Wassers besuchen alljährlich zahlreiche Menschen mit Hautproblemen, rheumatischen Erkrankungen und Neurodermitis das Tote Meer. Die größten jordanischen Kurzentren sind das Dead Sea Medical Center und das Salt Land Village. In Bezug auf Ausstattung und medizinische Versorgung entsprechen die Kliniken westeuropäischen Standards. Mehrmals täglich sieht der Behandlungsplan Bäder im Toten Meer vor. Fangopackungen mit dem Schlamm des Toten Meeres und Wärmebäder werden zur Behandlung rheumatischer Beschwerden eingesetzt. Die beste Zeit für einen Kuraufenthalt liegt außerhalb der Sommermonate, denn mit Tageshöchsttemperaturen, die zwischen 33 und 40 °C liegen, kann es in der Hauptsaison unerträglich heiß werden.

Touristisch besitzt das Tote Meer große Bedeutung für den Badetourismus. Ein reizvoller Strandabschnitt befindet sich unmittelbar an der Hauptstraße, die am Toten Meer verläuft. Dort befinden sich Umkleidekabinen und Süßwasserduschen, mit denen das Salz nach einem Bad in den Fluten abgespült werden kann. Häufig werden an diesem Strand Partys gefeiert und es finden kulturelle Veranstaltungen statt. In der Umgebung des Toten Meeres befinden sich einige geschichtsträchtige Orte, die bereits in der Bibel erwähnt werden. Johannes der Täufer soll an einem Ort namens Bethanien gepredigt habe und im Wasser des Jordan getauft worden sein. Auf dem sogenannten Eliashügel am Ufer des Toten Meeres wurden eindrucksvolle archäologische Entdeckungen gemacht. Keramikscherben, byzantinische Münzen und Reste von Mauerwerk erbrachten den Nachweis, dass sich hier im 5. Jahrhundert n. Chr. ein byzantinisches Kloster befunden hat. Im Zuge der Grabungsarbeiten wurden auch Gebäudereste aus dem 3. Jahrhundert mit einem frühchristlichen Mosaik freigelegt.

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