Tonle Sap - schwimmende Märkte und mehr

Der Tonle Sap liegt im Zentrum Kambodschas und ist der größte Binnensee Südostasiens. Mit mehr als 300 verschiedenen Fischarten gehört er zu den fischreichsten Süßwasserseen der Erde.

Tonle Sap
Tonle Sap - schwimmende Märkte und mehr

Der Binnensee Tonle Sap bedeckt in der Trockenzeit eine Fläche von rund 2.500 Quadratkilometern. Er wird im Norden von zahlreichen Zuflüssen gespeist und im Süden bildet der Tonle-Sap-Fluss den einzigen Abfluss. Er mündet in den Mekong, der Kambodscha auf einer Strecke von rund 500 Kilometern durchfließt. Im Mündungsgebiet des Tonle-Sap-Flusses befindet sich die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh. Nordwestlich des Sees liegt der Tempelkomplex Angkor Wat, der zu den bedeutendsten religiösen Bauwerken der Welt gehört und die bekannteste Sehenswürdigkeit des Landes ist. Auf dem Tonle-Sap-See befinden sich bedeutende Wasserstraßen. Die Städte Siem Reap am Nordwestufer und Phnom Penh sind über Fährverbindungen miteinander verbunden und Schiffe verkehren über den Fluss Sangker bis in die Stadt Battambang. Selbst das Nachbarland Vietnam ist mit dem Boot über den Mekong auf dem Wasserweg zu erreichen.

Auf dem Tonle-Sap-Fluss ist alljährlich zur Regenzeit ein einzigartiges Naturschauspiel zu beobachten. Heftige Monsunregenfälle und Schmelzwasser aus dem Himalaja-Gebirge führen im Juni zu einem deutlichen Anschwellen des Flusses Mekong. Er führt zu dieser Zeit bis zu viermal mehr Wasser als in der Trockenzeit. Die Wassermassen drücken in den Tonle-Sap-Fluss zurück und führen zu einer Änderung der Fließrichtung. Während weniger Monate füllen gewaltige Wassermassen das Becken des Binnensees auf und seine Größe vervierfacht sich bis auf 10.500 Quadratkilometer. Seine durchschnittliche Tiefe wächst von 2,5 Metern auf bis zu 14 Metern an. Im September wird der Höhepunkt der Überschwemmungen erreicht und das Wasser beginnt ab November über den Tonle-Sap-Fluss in den Mekong abzufließen. Zu diesem Zeitpunkt findet das Wasserfest Bon Um Tok statt, mit dem das Absinken des Wasserstandes gefeiert wird. Zu diesem Anlass liefern sich Mannschaften aus allen Teilen des Landes Bootsrennen auf dem See und auf dem Fluss.

Das Hochwasser lagert jede Menge Sedimente und Schwemmsand in der Umgebung des Tonle Sap ab, die den Boden in fruchtbares Ackerland verwandeln. Die Bewohner am Seeufer haben sich auf das Naturphänomen eingestellt und schwimmende Dörfer errichtet, die zu den Hauptattraktionen der Region gehören. Von verschiedenen Dörfern am Seeufer werden Bootstouren zu den Behausungen der Einheimischen angeboten. In Abhängigkeit vom Wasserstand ändern die Dörfer ständig ihre Position im See. Ganze Holzhütten schwimmen auf dem Wasser und zwischen den Behausungen verkehren kleine Paddel- und Motorboote. Die Fischerei bildet die Nahrungsgrundlage der Bevölkerung und ist gleichzeitig die wichtigste Einkommensquelle. Nahezu jede Familie besitzt einen eigenen Schwimmkäfig, in dem Fische gehalten werden und der für den Fischfang genutzt wird. Selbst Nutztiere wie Schweine und Hühner werden in eingezäunten Gehegen auf den Pontons gehalten. Auf den schwimmenden Märkten werden Lebensmittel, fangfrische Fische und tropische Früchte angeboten.

In der Ortschaft Kompong Khleang haben die Bewohner einen anderen Weg gefunden, mit den ständigen Änderungen des Wasserspiegels fertig zu werden. Die Hütten stehen auf bis zu zehn Meter hohen Pfählen und überragen in der Trockenzeit die gesamte Umgebung. Eine außergewöhnliche Naturlandschaft erwartet Sie im sogenannten Floated Forest. Dabei handelt es sich um einen Mangrovenwald, den Sie im Rahmen einer geführten Tour mit schaukelnden Paddelbooten erkunden können. Auf einigen Restaurantbooten im Tonle Sap werden Ihnen landestypische Gerichte serviert, die in erster Linie auf fangfrischem Fisch basieren. Geschichtsinteressierte Besucher haben die Gelegenheit, in Roluos drei Tempel aus dem 12. Jahrhundert zu bewundern. Für den archäologischen Park benötigen Sie ein Ticket. Die Anfahrt zu den schwimmenden Dörfern auf dem Tonle Sap erfolgt von Siem Reap zunächst auf dem Landweg. Dabei passieren Sie grüne Reisfelder und Büffelweiden, bevor Sie an einem Bootsanleger in ein Motorboot umsteigen. Die beste Reisezeit für einen Besuch am größten Binnensee Südostasiens liegt in der Trockenzeit zwischen Dezember und März.

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