Malaysia und seine Geschichte - ein Überblick

Die malaiische Halbinsel diente von jeher aus China und Indien kommenden Völkern als Eingangstor nach Südostasien und weiter in den pazifischen Raum. Bereits vor Urzeiten trafen indische Händler in der Region ein, die neben ihrer Sprache und Schrift auch ihre Kultur mitbrachten. Die Vorfahren der heutigen Malaysier kamen zwischen dem 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. über das südchinesische Festland in das Gebiet des heutigen Malaysia und besiedelten die Halbinsel wie auch die benachbarte Insel Borneo.

Die Inselwelt galt bald als wichtiges kulturelles und wirtschaftliches Zentrum und zog weitere Zuwanderer an, unter anderem aus Indien. Bald bildeten sich erste lokale Königreiche und spätestens ab Mitte des 1. Jahrtausends n. Chr. spielte die Region eine wichtige Rolle für den Handel. Mit Zunahme der internationalen Handelstätigkeit zwischen chinesischen, indischen und europäischen Völkern ab dem 5. Jahrhundert wurde die malaiische Halbinsel mit der Straße von Malakka strategisch zunehmend wichtiger.

Neben dem Handel hielt auch die Religion in der Gegend Einzug und vor allem der Buddhismus breitete sich aus, aber auch der Hinduismus hatte eine beträchtliche Anhängerschaft. Ab dem 7. Jahrhundert geriet Malaysia in den Einflussbereich des von der benachbarten Insel Sumatra aus herrschenden buddhistischen Königreiches Srivijava.

Erst im 14. Jahrhundert wurde dieses Herrscherhaus durch das hinduistische Majapahit-Reich abgelöst, das zeitweise große Teile des gesamten Archipels kontrollierte. Außerdem etablierte sich ab dem 15. Jahrhundert das Sultanat Malakka auf der malaiischen Halbinsel, das basierend auf internationalen Handelsverbindungen schnell an Einfluss gewann und den Islam im Westen Malaysias einführte. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts kamen mit den Portugiesen die ersten Europäer nach Malaysia, genauer gesagt in das Sultanat Malakka, und kontrollierten bald den Gewürzhandel der gesamten Region. Neben den Portugiesen gründeten auch die Spanier Handelsniederlassungen, und Mitte des 17. Jahrhunderts kamen die Niederländer in Malakka an die Macht, deren Einfluss noch heute beispielsweise in der Architektur der Stadt Malakka erkennbar ist.

Im 18. Jahrhundert erhoben schließlich auch die Briten Besitzansprüche und gründeten auf Penang vor der Westküste der malaiischen Halbinsel die Stadt George Town als ihren Stützpunkt. Sie erweiterten ihren Einflussbereich 1824, als die Niederländer ihre Besitzungen in der Gegend von Malakka im Tausch gegen Teile Indonesiens abtraten. Penang und Pangkor, beide vor der Westküste der malaiischen Halbinsel gelegen, sowie Singapur und Malakka wurden schließlich als sogenannte Straits Settlements unter britische Verwaltung gestellt und bildeten ab 1867 eigene Kronkolonien mit Verwaltungssitz in Singapur.

Ende des 19. Jahrhunderts weitete Großbritannien seinen Einfluss auch auf die benachbarten Inseln, darunter Borneo, aus und schlossen 1895 ihre Protektorate zur Föderation Malaiischer Staaten zusammen. Die Briten waren von jeher an der wirtschaftlichen Erschließung ihrer Besitzungen in diesem Teil Asiens interessiert und so kamen ab dem 19. Jahrhundert unzählige Arbeiter aus China und Indien in das Gebiet des heutigen Malaysia, deren Nachfahren noch heute zwei bedeutend große Minderheiten in Malaysia darstellen.

Während des 2. Weltkriegs geriet das Gebiet unter japanische Oberhoheit und wurde von japanischen Truppen besetzt, bis die Briten ihre Kolonien 1945 zurückeroberten.

Zur selben Zeit etablierte sich auch eine erste Unabhängigkeitsbewegung und 1957 erlangte Malaysia schließlich die Unabhängigkeit von Großbritannien. Die offiziellen Gründung des Staatenbundes Malaysia im Jahr 1963 unter Einbeziehung der auf Borneo gelegenen Provinzen Sabah und Sarawak führte zu Spannungen mit den Nachbarstaaten Philippinen und Indonesien. Besonders Indonesien sah in dem neuen Staat eine neokoloniale regionale Macht unter westlichem Einfluss, während die Philippinen Anspruch auf die Region Sabah erhoben.

Singapur stieg 1965 aufgrund unüberbrückbarer Differenzen zwischen den Malaysiern und der hauptsächlich aus Chinesen bestehende Regierung Singapurs aus dem Staatenbündnis aus. Damit nicht genug kam es infolge des Zusammenschlusses der verschiedenen Regionen auch zu innerstaatlichen ethnisch und religiös motivierten Konflikten. Diese Konflikte dauerten bis in die 1980er Jahre und wurden durch staatsinterne Probleme mit radikalen Islamisten verstärkt. Regional kommt es bis heute immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Völkern, auch wenn das Zusammenleben der einzelnen Ethnien und Religionen im Großen und Ganzen friedlich verläuft.

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