Batu Caves - populärste Tempelanlagen dieser Art

Das Höhlensystem der Batu Caves liegt rund 15 Kilometer nördlich von Kuala Lumpur. Die hinduistischen Tempelanlagen im Inneren der Kalksteinhöhlen gehören zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Malaysias.

Batu Caves
Batu Caves - populärste Tempelanlage dieser Art

Die Hindu-Tempel in den Batu Caves zählen zu den populärsten Tempelanlagen dieser Art außerhalb des indischen Subkontinents. Die Höhlen wurden von den Ureinwohnern seit langer Zeit als Zufluchtsort genutzt. Bekannt wurden sie allerdings erst im Jahr 1878 durch den Amerikaner William Hornaday, der die unterirdischen Tempel beschrieb. Das System besteht aus mehreren Karsthöhlen, von denen die 100 Meter hohe Kathedralenhöhle die größte ist. In dieser Höhle befinden sich mehrere hinduistische Schreine. Die Haupthöhle erreichen sie über eine steile Treppe mit insgesamt 272 Stufen. Die Treppe führt vom Vorplatz bis zum Eingang des unterirdischen Höhlensystems. Zwei weitere Höhlen schließen sich an die Kathedralenhöhle an. Sie werden als Art Gallery und Museum Cave bezeichnet und beherbergen zahlreiche Statuen hinduistischer Gottheiten und Malereien. Dieser Komplex wurde im Jahr 2008 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Inschriften und Abbildungen auf vielen Schreinen erzählen die Geschichte von den Kämpfen des Gottes Murugan gegen den Dämon Soorapadam. Besucher der Höhlen erhalten einen Audio-Tour-Guide, der alle wesentlichen Informationen zu den Tempelanlagen zusammenfasst. An der linken Seite des Haupteinganges befindet sich mit der Ramayana Cave eine weitere Höhle. Auf dem Weg dorthin passieren Sie eine 15 Meter hohe Statue des Gottes Hanuman und einen Tempel, der dieser Gottheit gewidmet ist. Hanuman wird in der hinduistischen Mythologie als affenähnliches Wesen beschrieben. In der Ramayana Cave wird die Geschichte des Gottes Rama auf den unregelmäßigen Wänden der Höhle beschrieben. Die Abfolge der Ereignisse im Leben der Gottheit wird dabei in chronologischer Reihenfolge wiedergegeben. Zu den eindrucksvollsten Statuen der Batu Caves gehört die Statue des Gottes Murugan am Höhleneingang. Der Koloss besitzt eine Höhe von mehr als 42 Metern und wurde im Jahr 2006 nach einer dreijährigen Bauzeit fertiggestellt. Es handelt sich dabei um die höchste Statue dieser hinduistischen Gottheit weltweit.

Zahlreiche Höhlen der Batu Caves sind nicht bebaut und beherbergen keine religiösen Orte oder Inschriften. In diesen unterirdischen Kammern ist eine artenreiche Höhlenfauna beheimatet. Zu den Höhlenbewohnern gehören seltene Spinnenarten und Flughunde. Das Gelände rund um die Batu Caves wird von zahlreichen Makaken bevölkert. Die Affen haben aufgrund des nie abreißenden Besucherstroms die Scheu vor den Menschen verloren und lassen sich von den Touristen gern füttern. Wer nicht aufpasst, wird von den Makaken bestohlen. Beißattacken der Tiere sind zwar selten, kommen in Einzelfällen aber hin und wieder vor. Unterhalb der Haupthöhle erstreckt sich mit der sogenannten dunklen Höhle ein weitverzweigtes unterirdisches System von Gängen und großen Räumen. Das Streckennetz zieht sich auf einer Länge von zwei Kilometern unter der Kathedralenhöhle entlang. Der Boden und die Decken sind von zahlreichen Stalagmiten und Stalaktiten bedeckt. Zur Erhaltung des einzigartigen Ökosystems in den Kalksteinfelsen ist der Zugang zu den Höhlen beschränkt.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends haben sich die Batu Caves zunehmend zu einem beliebten Klettergebiet entwickelt. Mehr als 160 ausgewiesene und katalogisierte Kletterrouten durchziehen das Gebirge. Die Routen sind leicht zugänglich und nehmen ihren Anfang am Fuß der Batu Caves zu ebener Erde. Die Höhlen spielen noch heute eine wichtige Rolle im hinduistischen Jahreskalender. Alljährlich begehen Anhänger dieser Glaubensrichtung Ende Januar das traditionelle Thaipusam-Fest in den Batu Caves. Die Feierlichkeiten werden mit einer Prozession eingeläutet, die vom Sri Mahamariamman Tempel in Kuala Lumpur bis zu den Höhlen führt. Dabei tragen die Gläubigen Kannen und Krüge mit Milch zu den Tempelanlagen, die der Gottheit Murugan als Opfer dargebracht werden. Das Ereignis zieht zahlreiche Schaulustige an, die den Weg der Prozession säumen und sich in langen Reihen hinter den Absperrungen auf der Treppe aneinanderdrängen.

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