Cheng Hoon Teng Tempel - Heimat dreier Lehren

Der Cheng Hoon Teng Tempel in der Stadt Malacca ist der älteste chinesische Tempel in Malaysia. Gemeinsam mit der historischen Altstadt gehört er zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Cheng Hoon Teng Tempel
Cheng Hoon Teng Tempel - Heimat dreier Lehren

Die Gründung des Cheng Hoon Teng Tempels geht auf das frühe 17. Jahrhundert durch den damaligen Führer der chinesischen Gemeinde Tay Tay zurück. Der Tempel war religiöse Begegnungsstätte und administratives Zentrum zugleich. Unter anderem wurde hier Gericht gehalten. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde die Tempelanlage unter verschiedenen Anführern der Gemeinde mehrfach um- und ausgebaut. Die Haupthalle entstand im Jahr 1704 unter Chan Ki Schloss. Das heutige Aussehen erhielt sie im Jahr 1801. Die Architektur lehnt sich an den Baustil buddhistischer Tempelanlagen in den südchinesischen Provinzen Fujian und Guangdong an. Die aufwendige Giebelkonstruktion reflektiert eindrucksvoll die chinesische Handwerkskunst des 18. Jahrhunderts. Von 1999 bis zum Jahr 2001 wurden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt, die mit der Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO im Jahr 2002 honoriert wurden.

Die eingewanderten Chinesen brachten im 16. Jahrhundert ihre Traditionen und ihre Kultur nach Malaysia. Die Bauweise des Tempels orientiert sich strikt an den Regeln des Feng Shui. Die Architektur folgt der Überzeugung, dass jeder Aspekt des Lebens mit der Natur im Einklang steht. Insbesondere die steile Neigung des Daches war in der damaligen Zeit in Malaysia einzigartig. Die hohen Fahnenmasten waren das weithin sichtbare Erkennungsmerkmal des Tempels. Die meisten Säulen sind, entgegen der üblichen Bauweise, nicht kreisförmig gestaltet und mit einer Vielzahl aufwendiger und kunstvoller Verzierungen überzogen. Der Hauptaltar des Cheng Hoon Teng Tempels ist der Göttin der Barmherzigkeit gewidmet. Zu ihrer Linken befindet sich der Schutzgott der Seefahrer und Fischer. Darüber hinaus werden die Schutzheiligen des Handwerks und der Geburt geehrt. Der Cheng Hoon Teng Tempel wird für die Verbreitung dreier unterschiedlicher Lehren genutzt. Er ist die Heimat von Anhängern des Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus.

Der Cheng Hoon Teng Tempel besteht aus einem Hauptgebäude, der eine Halle mit Gebetspavillon vorgelagert ist. Nebengebäude befinden sich an der Rückseite und an den Seiten. Die Struktur der Gebäude kann vom Boden bis zum Dach in einen unteren, einen mittleren und einen oberen Abschnitt unterteilt werden. Bestimmte Elemente im oberen Bereich gewährleisten die Luftzirkulation innerhalb der Anlage. Durch den häufigen Gebrauch von Räucherstäbchen kommt diesem Element eine besondere Bedeutung zu. Im Gegensatz zu anderen chinesischen Tempelanlagen werden die Türen nicht von Gottheiten, sondern durch die acht unsterblichen Mönche des Taoismus bewacht. Am äußeren Tor sind die Mönche mit ihrem Vieh dargestellt, während sie am Eingang zur Haupthalle als Drachen mit vier Klauen abgebildet werden. Die Drachen halten die jeweiligen Instrumente der Mönche in den Krallen. Die Wände schmücken aufwendige Wandmalereien, die zum Schutz gegen den Rauch der Räucherstäbchen und Kerzen hinter Glas verschlossen wurden. In den vergangenen Jahrhunderten setzte der Ruß den kunstvollen Fresken erheblich zu und ließ sie nach und nach verblassen. Die dekorativen Wandmalereien stellen zahlreiche Drachen und andere mystische Wesen dar. Darüber hinaus sind Säulen und Dachkonstruktion mit Schnitzereien verziert, die mit Farbe bemalt wurden.

Im Gedenken an besondere Anlässe wurden steinerne Stelen in den Tempel integriert. Die Älteste stammt aus dem Jahr 1685. Die Stele entstand während der Herrschaft der chinesischen Qing-Dynastie. Die Chinesen in Malaysia weigerten sich damals, die herrschenden Manchurian-Kaiser anzuerkennen. Bei den Auswanderern handelte es sich zum größten Teil um Han-Chinesen. Im Cheng Hoon Teng Tempel werden heute eine ganze Reihe traditioneller chinesischer Riten abgehalten. Mönche und Nonnen kümmern sich um die Gläubigen und nehmen sich ihrer Bedürfnisse an. Sie führen spirituelle Beratungen zum Leben nach dem Tode durch und geben Lebenshilfe bei weltlichen Themen wie Heirat, Geburt und Gesundheit. Der Tempel ist von 07.00 – 19.00 Uhr an jedem Wochentag geöffnet.

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