Freitagsmoschee Hukuru Misikiiy - islamisch geprägt

Hukuru Misikiiy ist die alte Freitagsmoschee in der Hauptstadt Male. Bis zur Errichtung der Sultan-Mohammed-Thakurufaanu Moschee im Jahr 1984 war sie das bedeutendste islamistische Gotteshaus des Staates.

Malediven Strand
Die Strände der Malediven

Die alte Freitagsmoschee Hukuru Misikiiy war bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts das bedeutendste islamistische Gebetshaus der Malediven. Die Moschee befindet sich in unmittelbarer Nähe des alten Präsidentenpalastes. Den ehemaligen Sultanspalast ließ Sultan Shamsuddeen III zu Beginn des 20. Jahrhunderts für seinen Sohn errichten. Heute sind in seinen Innenräumen Büros untergebracht, die nicht besichtigt werden können. Die Freitagsmoschee Hukuru Misikiiy wurde im Jahr 1656 unter der Herrschaft von Sultan Ibrahim Iskander aus Korallenkalk erbaut. Das architektonisch beeindruckende Erscheinungsbild verdankt die Moschee den kunstvollen Verzierungen mit Holzschnitzereien im Innen- und Außenbereich. Die aufwendigen Schnitzereien geben Kenntnis von der Hinwendung der Bevölkerung der Malediven zum islamistischen Glauben. Es wird vermutet, dass auf den Malediven früher der buddhistische Glaube die bestimmende Religion war. Die arabischen Schriftzeichen im Innenraum wirken als Gesamtbild überaus harmonisch und ergeben ein eindrucksvolles Schriftbild.

Für den Bau wurden neben dem hellen Korallenstein dunkle edle Hölzer verwendet, die für einen eindrucksvollen Kontrast sorgen. Über der Moschee thront das Minarett, das im Jahr 1675 hinzugefügt wurde. Von seiner Spitze ruft der Muezzin die Gläubigen an bedeutenden islamistischen Feiertagen persönlich zum Gebet. An den übrigen Wochentagen erfolgt dieser Vorgang über eine Lautsprecheranlage und ein Mikrofon. Jeden Freitag zur Mittagszeit versammeln sich Tausende Gläubige vor der Moschee. Unmittelbar vor der Freitagsmoschee Hukuru Misikiiy befindet sich ein uralter Friedhof mit eindrucksvollen Grabsteinen. Die arabischen Inschriften belegen, dass es sich um die letzte Ruhestätte bedeutender Herrscher und prominenter Persönlichkeiten handelt. Unter anderem befinden sich die Gräber von Nationalhelden und Angehörigen der verschiedenen Königshäuser auf dem Friedhof.

Die Freitagsmoschee Hukuru Misikiiy können Sie außerhalb der Gebetszeiten besichtigen. Allerdings sind beim Betreten des Gebäudes, wie bei anderen islamistischen Gotteshäusern auch, bestimmte Regeln zu beachten. Vor der Tür müssen Sie Ihre Schuhe zurücklassen. Frauen dürfen das religiöse Gebäude nur mit entsprechender Bekleidung betreten. Dazu gehört, dass alle Hautpartien bedeckt sein müssen. Eine lange Hose oder Rock sowie eine Bluse oder ein T-Shirt, das die Schultern bedeckt, sind vorgeschrieben. Männer sind ebenfalls aufgefordert, freiliegende Hautstellen zu bedecken. Unter Umständen kann von Frauen verlangt werden, ein Kopftuch zu tragen. Wer aufgrund der hohen Temperaturen nicht über entsprechende Kleidung verfügt, hat die Gelegenheit, am Eingang des islamistischen Gotteshauses die entsprechenden Kleidungsstücke auszuleihen. Selbst Handtücher zur Kopfbedeckung werden vor dem Eingang angeboten. Rund 200 Meter von der Moschee Hukuru Misikiiy entfernt befindet sich mit dem Sultan Park eine hübsche parkähnliche Gartenanlage mit dem Nationalmuseum der Malediven.

Der Erbauer der Freitagsmoschee Hukuru Misikiiy war Sultan Ibrahim Iskander. Er regierte als Sultan von 1648 bis 1687 und bestieg den Thron bereits im Alter von 18 Jahren. Unter seiner Regentschaft erfolgt die Bekehrung der Einwohner der Malediven zum Islam. Forschungen des norwegischen Wissenschaftlers Thor Heyerdahl ergaben, dass auf den Malediven vor dieser Zeit vorwiegend der buddhistische Glaube verbreitet war. Sultan Ibrahim Iskander gilt bis heute als fortschrittlicher Herrscher in dem Inselreich. Wie viele seiner Vorgänger musste er sich den Eroberungszügen der Portugiesen entgegenstellen, um die Malediven vor der Kolonialherrschaft zu bewahren. Sultan Ibrahim Iskander führte im 17. Jahrhundert die erste Münzprägung auf der Inselgruppe ein und auf sein Bestreben wurde die erste Schule auf den Malediven eröffnet. Der Herrscher hatte mit seiner Konkubine Mariyam Kabafaanu einen gemeinsamen Sohn. Im Jahr 1687 vergiftete sie den Sultan, um im Namen ihres Sohnes selbst die Macht zu ergreifen. Ihre Regentschaft hielt allerdings nur bis zum Jahr 1691 an, als sie bei einer Explosion an Bord ihres Schiffes ums Leben kam.

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