Nationalmuseum Malediven - historische Artefakte

Das Nationalmuseum der Malediven befindet sich in der Hauptstadt Male und wurde am 11. November 1952 anlässlich des Nationalfeiertages eröffnet.

Malediven Nationalmuseum
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Der damalige Ministerpräsident der Malediven Mohamed Amin Didi eröffnete im Jahr 1952 das Nationalmuseum der Malediven in der Hauptstadt Male. Es ist in einem dreistöckigen Gebäude im Sultan Park untergebracht und beherbergt eine große Sammlung historischer Artefakte. Sie dokumentieren die Geschichte und die Kultur des Landes. Zahlreiche Ausstellungsstücke stammen aus vorislamistischer Zeit. Ein Teil des Nationalmuseums ist im ehemaligen Sultanspalast untergebracht, der in großen Teilen einem Brand im Jahr 1968 zum Opfer fiel. Der Neubau wurde mit finanzieller Unterstützung der chinesischen Regierung konzipiert und gebaut. Zu den bedeutendsten Artefakten vorislamistischer Zeit gehört der Kopf einer Buddha-Statue, deren Entstehung auf das 11. Jahrhundert datiert wird. Darüber hinaus befindet sich eine filigran gearbeitete Stupa aus Korallenkalkstein in den Ausstellungsräumen. Auf den Buddhismus als vorherrschende Religion in früherer Zeit weisen weiterhin Kalksteinstelen, ein verzierter Sarg aus Korallenstein und eine Löwen-Statue hin.

In ihrer Form an indonesische Reliefs erinnern eindrucksvolle Kalksteinstelen, die die Verbindung der Malediven zur Insel Java dokumentieren. Ein Stein trägt alte Schriftzeichen, die vermutlich aus dem 9. oder 10. Jahrhundert stammen und zu den ältesten überlieferten Inschriften auf den Malediven gehören. Die Sammlung aus späteren Epochen umfasst Gebrauchsgegenstände aus den Königshäusern. Darunter befinden sich königliche Gewänder, alte Palastmöbel, königliche Sänften und Sonnenschirme. Daneben werden Schuhe, Münzen, Schmuck und Waffen aus der vorislamistischen Ära gezeigt. Zu den Highlights der Ausstellung zählt eine kunstvoll gravierte Holztafel aus dem 13. Jahrhundert. Ein wertvolles Exponat ist eine weitere Holztafel, die einen Bericht über die Arbeiten an der Freitagsmoschee Hukuru Miskiiy enthält. Das islamistische Gotteshaus wurde im 17. Jahrhundert während der Herrschaft von Sultan Ibrahim Iskander errichtet und enthält im Innenraum weitere wertvolle Schnitzarbeiten und arabische Schriftzeichen.

Aus der Regentschaft Sultan Muhammad Shamsuddheen III. stammen Möbel, die mit aufwendigen Schnitzarbeiten verziert wurden. Dazu gehören die Stühle des königlichen Hauses, ein Tisch mit geschnitzten Ornamenten und ein speziell angefertigtes Hochbett. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Handwerkskunst maledivischer Weber im 16. Jahrhundert ist die Robe von Sultan Mohammed Thakurufaanu. Das Kleidungsstück wurde von dem Herrscher bei offiziellen Anlässen getragen. Mohammed Thakurufaanu wird auf den Malediven als Nationalheld verehrt. Ihm gelang es im 16. Jahrhundert, die Portugiesen von der Inselgruppe im Indischen Ozean zu vertreiben. Anschließend wurde er zum ersten Sultan des Inselreiches ernannt. Großen Platz im Nationalmuseum der Malediven nimmt der Ausstellungsbereich mit Schmuckstücken ein. Dort haben Sie die Gelegenheit, Halsketten, Armbänder und Ringe verschiedener Würdenträger zu besichtigen. Daneben werden Teller aus chinesischem Porzellan, zahlreiche Münzen und bronzene Krüge präsentiert. Die Waffensammlung umfasst Stücke aus verschiedenen Zeitepochen. Neben Schwertern und Lanzen werden Schilde, Kanonen und Gewehre gezeigt.

Im Februar 2012 kam es im Rahmen religiös motivierter Unruhen rund um den Rücktritt des damaligen Präsidenten Mohamed Nasheed zu Ausschreitungen islamistischer Gruppen im Nationalmuseum. Islamistische Fanatiker zerstörten dabei zahlreiche Artefakte und Statuen aus der buddhistischen Zeit. Auf diese Weise gingen wertvolle Kunstwerke für alle Zeiten verloren. Zu den beschädigten Objekten gehörten damals eine sechsköpfige Statue aus Korallenstein, eine 46 Zentimeter große Buddha-Büste und verschiedene Stelen. Einige Stücke konnten zwar wiederhergestellt werden, doch der poröse Korallenkalkstein zerfiel nach der Gewalteinwirkung zumeist zu Staub. Unbeschadet überstanden zahlreiche Kleidungsstücke aus früher Zeit die Übergriffe der islamistischen Gruppen. Turbane der Sultane, goldbestickte Pantoffeln der Hofdamen und aufwendig verzierte Gürtel für zeremonielle Anlässe können Sie noch heute im Nationalmuseum bewundern. Sie stehen beispielgebend für die große Begabung der maledivischen Handwerker und zeugen von den herausragenden Fähigkeiten der Weber. Neben den kulturhistorisch bedeutsamen Ausstellungsstücken beherbergt das Museum auch einige Kuriositäten wie das Dienstfahrrad des ehemaligen Museumswärters.

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