Die Unterwasserwelt der Malediven - einmalig schön

Die bunt schillernde Unterwasserwelt der Malediven mit mächtigen Korallenstöcken und mehr als 700 Fischarten ist ein Paradies für Taucher und Schnorchler.

Unterwasserwelt Malediven
Die Unterwasserwelt der Malediven - einmalig schön

Ihren Artenreichtum verdankt die Unterwasserwelt der Malediven den riffbauenden Steinkorallen. Sie gehören zu den wichtigsten Unterwasserlebewesen der Inselwelt und besitzen eine große Bedeutung für das Ökosystem. Die Korallen besitzen die Fähigkeit, die Mineralien des Meerwassers in Kalk umzuwandeln und abzuscheiden. Die Riffe der Malediven sind auf diese Weise entstanden. Eine Steinkoralle wächst durchschnittlich zwischen zwei und zehn Zentimeter jährlich. Neben dieser bekannten Art bevölkern mit Weichkorallen, Schwämmen, Seefedern und Lederkorallen weitere niedere Tierarten die Unterwasserwelt der Atolle. Seit einigen Jahren wird insbesondere im Nord-Male-Atoll das verstärkte Auftreten einer bestimmten Seesternart beobachtet, die sich von den Korallen ernährt und bereits Teile der Riffe angegriffen hat. Der Grund für das massenhafte Auftreten der sogenannten Dornenkrone ist nicht eindeutig geklärt und über die Langzeitfolgen existieren unterschiedliche Auffassungen.

Die Korallenstöcke der Malediven bilden den Lebensraum für eine riesige Anzahl verschiedener Lebewesen. Auf Tauchgängen und Schnorchelausflügen können Sie die farbenprächtigen Fischschwärme aus nächster Nähe beobachten. Zu den schillerndsten Bewohnern der Riffe gehört der Kaiserfisch. Einige Exemplare werden bis zu 30 Zentimeter groß. Farbenfrohe Schmetterlingsfische und gelb umrandete graue Doktorfische erregen mit ihrer auffälligen Färbung Aufmerksamkeit. In riesigen Schwärmen treten mitunter die schwarz-gelb gestreiften Wimpelfische auf. An ihrer verlängerten Rückenflosse sind die tropischen Korallenstockbewohner leicht zu erkennen. Beim genauen Betrachten der Korallen erkennen Sie Seenadeln und Anglerfische. Die meisten Arten sind perfekt an einen ganz bestimmten Lebensraum im Korallenriff angepasst. Viele Fische sind ausgesprochene Nahrungsspezialisten und fressen nur die Polypen einer einzigen Korallenart. Einige Riffbewohner verlassen nie ihren angestammten Lebensraum, andere durchstreifen große Regionen innerhalb der Riffe. Selbst der Walhai in den tiefen Gewässern am Außenriff hat seinen Platz innerhalb dieser Gemeinschaft gefunden. Eine elegante Art der Tarnung hat der spindeldürre Trompetenfisch entwickelt. Zum Schutz vor Angriffen schmiegt er sich an friedliche große Fische.

Die ungeheure Artenvielfalt in der Unterwasserwelt der Malediven ließ einige kuriose und auffällige Formen entstehen. Die blau-grünen Papageifische nagen mit ihrem charakteristischen Maul die Korallen ab. Unter den Korallenstöcken verbergen sich Muränen in den Höhlen. Sie werden erst mit Einbruch der Dämmerung aktiv. Von den Jägern ist zumeist nur der Kopf zu sehen. Der Rest des Körpers bleibt in der Unterwasserhöhle verborgen. Mit leuchtenden hellblauen Punkten übersät präsentieren sich die farbenprächtigen Pfauenbarsche. Hornhechte befinden sich meist dicht unter Wasseroberfläche auf der Jagd nach Beute. In den flachen Gewässern türkisfarbener Lagunen begegnen Ihnen nicht selten majestätische Stachelrochen oder Mantas. Mitunter haben sich die anmutigen Meeresbewohner auch im Sand vergraben. Einen witzigen Anblick bieten Röhrenaale am Meeresgrund. Auf der Suche nach Plankton stecken die schlanken Fische nur ihren Vorderleib aus dem Wasser und verschwinden bei Gefahr blitzschnell im lockeren Sand.

Zu den größten Riffbewohnern in den Gewässern der Malediven zählen Ammenhaie und Thunfische. Die grauen Räuber werden bis zu drei Meter lang und halten sich bevorzugt unter Überhängen und in Unterwasserhöhlen auf. Unter Naturschutz stehen die herrlich anzusehenden Karett- und Suppenschildkröten. Wegen ihres auffälligen Panzers wurden die Tiere früher oft getötet. Die Kante des Hausriffes Ihrer Ferieninsel ist ein farbenprächtiger Ort, dem Sie im Rahmen eines Schnorchelausflugs einen Besuch abstatten können. Die einzelnen Äste der Korallen verzweigen sich zu einem Dickicht und bieten zahlreichen Arten Schutz. Kofferfische, Kaurischnecken und Kraken bevölkern diesen Lebensraum. Häufig werden Sie in dieser Region der Unterwasserwelt auch auf den Weißspitzenhai treffen. In den strömungsreichen Gebieten der Riffkanäle und größeren Tiefen an der Außenkante tummeln sich Grauhaie und Schwarzflossenhaie. In den tiefen Gewässern vor den Atollen werden die Arten größer. Große Marlins und Thunfischschwärme ziehen an der Riffkante entlang und Delfine springen aus dem Wasser. Seltener sind Wale und Walhaie zu beobachten.

An den Korallenriffen der Malediven tummeln sich einige Riffbewohner, denen Sie auf Ihren Tauchgängen und Schnorchelausflügen nicht zu nahe kommen sollten. Einige Tiere setzen in Ihrem täglichen Überlebenskampf gegen andere Meeresbewohner auf wirkungsvolle Verteidigungsmechanismen. Ein solcher Vertreter ist der Steinfisch, der zumeist unbeweglich am Meeresgrund verharrt. Das Gift seiner Rückenstacheln ist äußerst giftig und kann bei empfindlichen Menschen tödlich wirken. Darüber hinaus kann ein enger Kontakt mit einigen Rochenarten unangenehme Folgen für die Gesundheit haben, denn die Stachel am Schwanz können unter Umständen schmerzhafte Wunden hinterlassen. Der 30 Zentimeter große Rotfeuerfisch setzt die Stacheln an seinen federförmigen Flossen nur zur Verteidigung ein. Dessen ungeachtet kann das Gift auch für Menschen gefährlich werden. Der Fisch ist an seiner rotbraunen Färbung gut zu erkennen. Die Korallenriffe auf den Malediven werden von zahlreichen Nacktschneckenarten bewohnt. Sie besitzen eine große Anzahl an Fressfeinden und wehren sich mit einem Gift. Die farbenprächtigsten und auffälligsten Vertreter dieser Art sind auch die giftigsten. Darüber hinaus gibt es einige Kegelschnecken, die ebenfalls ein starkes Gift injizieren können.

Der Schutz und die Erhaltung der Korallenriffe auf den Malediven besitzen heute oberste Priorität. Sie bilden ein Unterwasserreservat für zahlreiche bedrohte Arten. Im Jahr 1998 wurden einige Atolle zu Haireservaten erklärt. Innerhalb dieser Atolle und in einem Umkreis von 12 Kilometern dürfen keine Haie mehr gefischt werden. Das in den neunziger Jahren stark zunehmende Korallensterben hat auch die Unterwasserwelt der Malediven nicht verschont. Von diesem Phänomen war der Norden stärker betroffen als der Süden und die Bestände haben sich noch nicht vollständig erholt. Im Südari Atoll haben sich jedoch bereits wieder zahlreiche Stein- und Weichkorallen angesiedelt. Der riesige Fischreichtum war von dem Korallensterben nicht signifikant betroffen. Die maximale Tauchtiefe ist auf den Malediven auf 30 Meter und die Länge eines Tauchganges auf 60 Minuten limitiert. Die Veranstalter der Ausflüge halten sich strikt an diese Vorschrift, denn im Falle von Zuwiderhandlungen drohen empfindliche Strafen.

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