Bhaktapur - mittelalterlich anmutender Charme

Bhaktapur ist die älteste der drei nepalesischen Königsstädte und empfängt Sie mit einem mittelalterlichen Stadtbild, das von historischen Tempelanlagen und alten Pagoden dominiert wird.

Bhaktapur
Bhaktapur

Die Königsstadt Bhaktapur liegt unmittelbar an einer alten Handelsroute im Kathmandu-Tal, die in ihrem weiteren Verlauf bis nach Tibet führt. Die Landeshauptstadt Kathmandu liegt rund 16 Kilometer von der rund 81.000 Einwohner zählenden Stadt entfernt. Die gesamte Innenstadt von Bhaktapur ist nahezu autofrei und hat sich ihren mittelalterlich anmutenden Charme bis in die Gegenwart bewahrt. Das umfangreiche architektonische Erbe führt dazu, dass die Stadt im Jahr 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde. Die offizielle Gründung erfolgt im Jahr 843. Erste Siedlungsspuren auf dem heutigen Stadtgebiet stammen jedoch bereits aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. Bhaktapur gelangte als Handelsknotenpunkt zu großem Reichtum, von dem die prachtvollen Tempel und Pagoden noch heute zeugen. Zur Zeit der Herrschaft der Malla-Dynastie ab dem 14. Jahrhundert war die Stadt Hauptstadt des gleichnamigen Königreiches. Erst zur Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Regierungssitz nach Kathmandu verlegt. Die Mehrheit der insgesamt 172 Tempelanlagen stammt aus dieser Epoche.

Vor einem Besuch der Altstadt ist ein Eintrittsgeld zu entrichten, das zum überwiegenden Teil für den Erhalt der historischen Gebäude verwendet wird. Im Jahr 1934 ereignete sich ein schweres Erdbeben, das zahlreiche alte Bauwerke beschädigte. Nur mithilfe internationaler Spendengelder konnten die Gebäude im Originalzustand restauriert und wieder aufgebaut werden. Das historische Stadtzentrum betreten Sie durch ein großes Tor. Wie die anderen Königsstädte im Kathmandu-Tal besitzt auch Bhaktapur einen sogenannten Durbar Platz mit dem Königspalast, der sich am Stadtrand befindet. Direkt vor dem ehemaligen Palast des Königs steht eine lebensgroße Goldstatue, die König Bupathindra Malla darstellt. Die bedeutendste Tempelanlage am Durbar Square ist der Taleju Tempel, dessen Eingang durch ein goldenes Tor markiert wird. Im östlichen Bereich des Platzes befindet sich der Shiva-Tempel. Er ist über eine Steintreppe zu erreichen, die von Figuren flankiert wird.

Im Zentrum der Altstadt liegt der Taumadhi-Platz. Hier erhebt sich mit dem Nyatapola-Tempel die größte Anlage dieser Art in Nepal. Der Sockel besteht aus fünf einzelnen Stufen, in deren Mitte eine steile Treppe in die Höhe führt. Auf jeder Ebene flankieren Steinfiguren den Aufgang zum Tempel. Sie stellen Elefanten, Löwen und Greifvögel dar. Die Göttinen Byaghrini und Singhrini zieren die oberste Stufe der Treppe. Nach der gewaltigen Tempelanlage wurde das Cafe Nyatapola benannt, das sich in einer Pagode in unmittelbarer Nähe befindet. Vom obersten Geschoss haben Sie einen fantastischen Blick auf den Nyatapola-Tempel. Am Ostrand des Taumadhi-Platzes erhebt sich der dreistöckige Bhairava-Tempel. Die Hauptattraktion am Tacapal Square in Bhaktapur ist der hinduistische Dattatraya-Tempel. Er ist den bedeutendsten Göttern dieser Glaubensrichtung Brahma, Vishnu und Shiva gewidmet. Zwei große Ringerfiguren aus Stein markieren den Eingang zum Gebäude. In einer Seitenstraße befindet sich mit dem Pujari Math das ehemalige Priestergebäude, das mit seinen aufwendigen Schnitzereien an der Außenfassade als exemplarisches Beispiel für die hohe Begabung der damaligen Künstler steht.

Kultur- und kunstinteressierte Besucher der Stadt sollten sich nicht einen Besuch der Nationalen Kunstgalerie in Bhaktapur entgehen lassen. Das Museum befindet sich am Durbar Square und in den Ausstellungsräumen werden neben antiken Thanka-Gemälden kunstvolle Schnitzarbeiten und Malereien präsentiert. Die Kunstgalerie ist in einem alten Palast der Malla-Zeit untergebracht, in dem Sie originale Wandmalereien aus dem Mittelalter bewundern können. Bhaktapur gilt mit seiner traditionellen Musikszene und den mehr als 100 verschiedenen Künstlergruppen als das nepalesische Zentrum für darstellende Kunst. Töpferarbeiten und Thanka-Malereien in erstklassiger Qualität erhalten Sie in den zahlreichen kleinen Geschäften der Altstadt und auf dem Töpfermarkt. Hier werden darüber hinaus traditionelle Masken und kunstvolle Schnitzarbeiten angeboten. In den Straßen und Gassen der historischen Altstadt herrscht ein buntes Treiben. Gemüsekarren werden über die Plätze gezogen, Reis liegt auf dicken Bastmatten zum Trocknen aus und kleine Gruppen der Stadtbewohner sind im Schatten der historischen Tempelanlagen angeregt in Gespräche vertieft.

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