Chitwan Nationalpark - Welterbe am Himalaya

Der Chitwan Nationalpark im Süden Nepals ist die Heimat seltener Tierarten und wurde im Jahr 1984 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt.

Chitwan Nationalpark
Chitwan Nationalpark - Pazernashorn

Die Gründung des Chitwan Nationalparks erfolgte im Jahr 1973. Das Naturschutzgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 932 Quadratkilometer und liegt an den südlichen Ausläufern des Himalaja-Gebirges an der Grenze zu Indien. Der Park wird im Norden vom Fluss Rapti und im Westen vom Kali Gandaki Fluss begrenzt. Das Klima in dem Naturschutzgebiet wird von Regen- und Trockenzeiten bestimmt. Von Mitte Juni bis Ende September dominieren heftige und lang anhaltende Monsunregenfälle das Wetter. Die ergiebigen Niederschläge führten in der Vergangenheit häufiger dazu, dass sich die Flussläufe im Chitwan Nationalpark verändert haben. Im Oktober beginnt eine Trockenperiode, die abgesehen von einem kurzen Wintermonsun bis Ende April anhält. In dieser Zeit klettern die Tageshöchsttemperaturen nicht selten auf Werte von mehr als 40 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sinkt in dieser Zeit deutlich ab. In dieser Zeit werden Dschungel-Expeditionen und Safaris im Park angeboten.

Rund 70 Prozent der Fläche im Chitwan Nationalpark ist von Wald bedeckt. Dominiert werden die Wälder vom sogenannten Salbaum. Die langsam wachsende Baumart erreicht eine Höhe von bis zu 35 Metern und besteht aus besonders hartem Holz. An den Hängen mischen sich vermehrt Sträucher und Kieferngewächse in den Baumbestand. Rund 20 Prozent des Areals besteht aus savannenähnlichen Landschaften, die mit hohem Gras bewachsen sind. Die größte Attraktion des Nationalparks sind die mehr als 700 unterschiedlichen Tierarten, die die verschiedenen Vegetationszonen besiedeln. Tigerphyton und Königskobra zählen zu den eindrucksvollsten Schlangenarten des Naturreservates. In den unzähligen Flussarmen sind mehr als 100 Fischarten beheimatet und an den Uferbereichen sind Sumpfkrokodile beheimatet. Darüber hinaus leben noch einige Exemplare der sogenannten Ghariale in den Flüssen. Die urzeitlichen Echsen gehören genetisch zu den ältesten Krokodilarten und stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Die zahlreichen seltenen Säugetierarten locken alljährlich steigende Besucherzahlen aus aller Welt in den Chitwan Nationalpark. Mit dem Bengalischen Tiger ist eine der weltweit größten Raubkatzen im Park beheimatet. Seit der Einrichtung des Naturschutzgebietes bleibt die Zahl der erwachsenen Tiere relativ konstant und liegt zwischen 70 und 100 Exemplaren. Der Leopard ist eine weitere Großkatzenart, die im Nationalpark lebt. Zu den eindrucksvollsten Bewohnern des Areals gehört das Panzernashorn. Die Großsäuger waren bis zur Einrichtung des Parks durch ungezügelte Wilderei nahezu ausgerottet. Bis zum Jahr 2000 haben sich die Bestände weitestgehend erholt. Heute leben konstant um die 500 Tiere dieser seltenen Nashornart im Chitwan Nationalpark. Im Rahmen von Safaris und Expeditionen können Sie die imposanten Nashörner in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Aus dem in Indien gelegenen Valmiki Nationalpark dringen in Einzelfällen junge Elefantenbullen bis in den Park vor. Weitere im Nationalpark vorkommende Säugetierarten sind Fischkatzen, Lippenbären, Nebelparder und Fischotter. Die unberührten Naturlandschaften sind die Heimat von mehr als 540 Vogelarten. Rund zwei Drittel aller in Nepal bedrohten Arten leben in den Savannen, Wäldern und Flusslandschaften des Chitwan Nationalparks.

Der Nationalpark gehört heute zu den meistbesuchten Touristenattraktionen in Nepal. Mehrere Lodges und Resorts liegen innerhalb der Parkgrenzen und bieten sich als Übernachtungsmöglichkeit an. Sie sind Ausgangspunkt für Safaris, die entweder mit allradbetriebenen Jeeps oder auf dem Rücken eines Elefanten durchgeführt werden. Darüber hinaus werden vor Ort Rafting-Touren und Exkursionen zur Vogelbeobachtung angeboten. Die Ortschaft Sauraha am Rande des Parks ist ein weiterer Startpunkt für Dschungel-Expeditionen und Safaris. Seit 2004 wird an dieser Stelle alljährlich ein Internationales Elefantenfestival ausgerichtet. Auf dem Programmplan stehen Elefantenrennen, Schönheitswettbewerbe und Elefantenfußballspiele. Die Einrichtung des Nationalparks im Jahr 1973 dämmte die Wilderei in der Region deutlich ein. Panzernashörner waren bis auf einige wenige Exemplare bis zu diesem Zeitpunkt weitestgehend ausgerottet. Grund für die massenhaften Tötungen der großen Säugetiere war das wertvolle Horn, mit dessen Verkauf beträchtliche Gewinne erwirtschaftet wurden.

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