Durbar Platz in Kathmandu - ein Weltkulturerbe

Der Durbar Platz liegt im Herzen der Altstadt von Kathmandu und bildet mit seinen 50 Tempeln und Pagoden den Mittelpunkt des religiösen Lebens der nepalesischen Hauptstadt.

Durbar-Platz Kathmandu
Durbar-Platz Kathmandu

Der Durbar Platz in Kathmandu gehört mit seinen zahlreichen buddhistischen und hinduistischen Tempelanlagen zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Nepals und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Neben den Tempeln und Pagoden befindet sich auch der Königspalast an diesem Platz. Die erste Bebauung des Platzes erfolgte bereits im 3. Jahrhundert. Überreste der ältesten Bauwerke sind heute nicht mehr erhalten. Unter der Herrschaft von König Ratna Malla entstanden in späten 15. Jahrhundert die Palastanlagen für die Königsfamilie. Bis zum Jahr 1896 lenkten die Monarchen des Königreiches Nepal von diesem Ort die Geschicke des Landes. Auf dem Durbar Platz fanden bis in das 20. Jahrhundert die Krönungszeremonien für die Könige statt. Die Fassaden der Palastgebäude sind mit aufwendigen Schnitzereien verziert und einige Innenräume können im Rahmen einer Führung besucht werden.

Den unverwechselbaren Charakter erhält der Durbar Platz durch die 50 Tempelanlagen, die sich direkt auf dem Platz und in unmittelbarer Nähe erheben. Zu den bedeutendsten Anlagen gehört der Bhagwati-Tempel mit seinen prächtigen Holzsäulen und kunstvoll verzierten Fensterläden. Im Erdgeschoss befinden sich einige Thanka-Geschäfte, in denen handgemalte Bilder mit Goldapplikationen verkauft werden. Wie an den beiden anderen Durbar Plätzen in den Städten Patan und Bhaktapur befindet sich auch am Durbar Platz in Kathmandu ein Krishna-Tempel. Die nepalesischen Könige sahen sich selbst als Inkarnation der hinduistischen Gottheit und ließen zu Ehren von Hari Krishna in ihrem jeweiligen Herrschaftsbereich einen entsprechenden Tempel errichten. Der Tempel ist achteckig und von umlaufenden Stufen umgeben. Am oberen Ende des Platzes erhebt sich der Shiva Parvati Tempel. Die reichlich mit Schnitzereien verzierte Außenfassade ist das charakteristische Merkmal dieser hinduistischen Tempelanlage. Shiva ist eine der wichtigsten Gottheiten des Hinduismus. Als Holzfigur ist er gemeinsam mit seiner Frau Parvati in einem Fenster in oberen Bereich abgebildet.

Zu den ältesten Tempelanlagen auf dem Durbar Platz gehört der Jagannath Tempel. Er ist bekannt für die erotischen Schnitzereien, die die Dachbalken des Gebäudes verzieren. Vor dem Tempel steht eine Säule mit der Statue des nepalesischen Königs Pratapa Malla. Er ließ während seiner Regierungszeit zwischen 1640 und 1673 zahlreiche Gebäude und Tempelanlagen am Durbar Platz errichten. Einen unvergleichlichen Anblick bietet die tiefschwarze Figur des Gottes Bhairab. Er bildet die Gottheit Shiva in der wütenden Form ab. Zu jeder Tagezeit bringen die Menschen an diesem Ort kleine Opfergaben dar und erhalten vom Tempelwächter dafür einen Farbtupfer auf die Stirn. Die Legende berichtet, dass Lügen vor dem Antlitz dieser Gottheit sofort zum Tode führen. Im 14. Jahrhundert war im Kathmandu-Tal die Blütezeit der Herrscher aus der Malla-Dynastie. Damals wurde die hinduistische Göttin Taleju verehrt und ihr zu Ehren die Taleju Pagode am Durbar Platz errichtet. Der heilige Tempel darf auch heute ausschließlich von hohen Priestern betreten werden.

Der Durbar Platz in Kathmandu ist das religiöse und gesellschaftliche Zentrum der nepalesischen Hauptstadt. Morgens um 7.00 Uhr bauen die Souvenirhändler ihre Stände auf und wenig später finden sich die ersten Touristen auf dem Platz ein. Den ganzen Tag lang wird an den Ständen in allen erdenklichen Sprachen um den Preis gefeilscht. Es werden Kunstgegenstände, Keramik, Teppiche und Schnitzarbeiten angeboten. Die Souvenirs werden zum überwiegenden Teil im Kathmandu-Tal von ortsansässigen Handwerkern und Kleinbetrieben hergestellt. Der gesamte Durbar Platz ist vor wenigen Jahren zur Fußgängerzone erklärt worden und tagsüber herrscht ein buntes Treiben an diesem Ort. Ein paar kleine Teestände befinden sich in den Randbereichen des Platzes. Da die Tassen nach der Benutzung lediglich kurz in kaltem Wasser gereinigt werden, nutzen in erster Linie die Souvenirhändler einen Besuch des Teestandes für eine kurze Pause. Touristen schrecken vor allem vor dem hygienischen Zustand der Trinkgefäße zurück.

TOP