Manakamana Tempel - bedeutender Pilgerort

Der Manakamana Tempel liegt rund 100 Kilometer von der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu entfernt und ist der hinduistischen Göttin Bhagwati gewidmet.

Kerzen im Tempel
Kerzen im Tempel

Rund 12 Kilometer südlich der Stadt Gorkha erhebt sich der Manakamana Tempel auf einem Felsplateau in einer Höhe von 1.300 Metern über dem Meeresspiegel. Die Anlage ist ein bedeutender Pilgerort. Die Bezeichnung für den Tempel setzt sich aus den Wörtern "Mana" und "Kamana" zusammen, wobei "Mana" für den Begriff "Herz" steht und "Kamana" für "Wunsch". Der Überlieferung zufolge erfüllt die Göttin denjenigen, die den Ort aufsuchen, um den Schrein anzubeten, einen Herzenswunsch. Die Göttin wird seit dem 17. Jahrhundert verehrt und gilt als Inkarnation des hinduistischen Gottes Parvati. Bei einem Besuch der Tempelanlage ist es Brauch, ein Opfer in Form von Blumen, Kleidungsstücken oder Düften darzubringen. Zu besonderen Anlässen werden auf dem Tempelgelände Tiere geopfert. Dann bilden sich endlos lange Schlangen von Pilgern, die bis zu 10 Stunden Wartezeit in Kauf nehmen, um ihre mitgebrachten Hühner, Enten oder Ziegen der Göttin zu opfern.

Der Manakamana Tempel ruht auf einer quadratischen Grundplatte und ist im Stil einer vierstöckigen Pagode erbaut worden. Die Dächer sind abgestuft und wurden im Jahr 1996 mit Messingplatten verziert. Den Eingang markiert eine steinerne Opfersäule. Vor dem Tempel steht ein großer Magnolienbaum, der als heilig verehrt wird. Die Besucher haben vom Tempel einen überwältigenden Blick auf die Flusstäler von Marsyangdi im Westen und Trisuli im Süden. Im Norden sind die gewaltigen Felsmassive der Himalajaregionen Annapurna und Manaslu zu erkennen. Gemäß der hinduistischen Glaubenslehre besteht das Universum aus den fünf Elementen Feuer, Erde, Wasser, Luft und Himmel. Die Opfergaben der Pilger müssen mindestens eines dieser Elemente repräsentieren. Aus diesem Grund führen die Besucher des Tempels Blüten, Obst, Weihrauch, Getreide oder rote Stoffe auf ihrer Wallfahrt mit sich.

Früher bestand die einzige Möglichkeit, den Manakamana Tempel zu erreichen, in einem mühevollen Fußmarsch. Innerhalb von drei Stunden überwanden die Pilger die steilen Hänge der Felsplattform. Heute übernimmt den Transport eine Seilbahn, deren Talstation in Kurintar sich auf einer Höhe von 258 Metern über dem Meeresspiegel befindet. Die Seilbahn wurde am 24. November 1998 in einem zeremoniellen Akt von damaligen Prinzen Dipendra Bir Bikram Shah Dev eingeweiht. Die Technologie und die Gondeln der Aufstiegsanlage stammen aus Österreich. Die Technik wird im gesamten Alpenraum eingesetzt und garantiert ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort. Im Falle eines Stromausfalls springen automatisch Notstromgeneratoren an, die die Hydraulik der Anlage in Bewegung halten. Insgesamt sind 31 Personengondeln und 3 Lastengondeln in Betrieb. Bis zu 600 Personen können auf diese Weise pro Stunde zum Manakamana Tempel transportiert werden. Ein Ticket besitzt sieben Tage Gültigkeit ab Kaufdatum. Die Seilbahn verkehrt täglich zwischen 9.00 und 17.00 Uhr und stellt zur Mittagszeit für eine Stunde den Betrieb ein.

Rund um den Manakamana Tempel gibt es zahlreiche Hotels und Lodges, die sich als Übernachtungsgelegenheit anbieten. In der kalten Jahreszeit schließen viele Unterkünfte. Die Region von Manakamana eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Wanderausflüge und Trekking Touren. Von der Stadt Gorkha führt eine abwechslungsreiche Wanderstrecke bis zur Talstation der Seilbahn. Für die Bewältigung der Tour benötigen Sie rund acht Stunden und passieren dabei tiefe Wälder und Reisfelder. Die Hügel im Tal sind von ausgedehnten Orangenbaumplantagen bedeckt. Die süßen kleinen Orangen mit der Bezeichnung Tangerine verwandeln kurz vor der Erntezeit die gesamte Region in ein orangerotes Farbenmeer. Konditionsstarke Wanderer können den 1.300 Meter hoch gelegenen Manakamana Tempel im Rahmen einer Wanderung zu Fuß einen Besuch abstatten. Am Marsyandi-Fluss nimmt der alte Pilgerweg seinen Anfang, der vor der Einweihung der Seilbahn den einzigen Zugang zur Tempelanlage darstellte. Der Aufstieg dauert etwa drei Stunden und führt die meiste Zeit steil bergauf.

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