Auswandern nach Russland

Die Auswanderung nach Russland muss gründlich vorbereitet werden und erfordert wegen der langsam arbeitenden Bürokratie ein hohes Maß an Geduld.

Die Bevölkerung in Russland ist seit Jahren rückläufig und Schätzungen der UNO gehen davon aus, dass das Land in den kommenden Jahren rund zwei Millionen neue Arbeitskräfte benötigt. Der wirtschaftliche Aufschwung Russlands basiert in erster Linie auf dem Rohstoffreichtum des Landes. Seit der Jahrtausendwende hat sich das Pro-Kopf-Einkommen der russischen Bevölkerung mehr als verdoppelt, wobei es ein deutliches Stadt-Land-Gefälle gibt. Während in den russischen Ballungszentren gute Verdienstmöglichkeiten bestehen, lässt der wirtschaftliche Aufschwung in vielen ländlichen Regionen auf sich warten.

Zur Einwanderung nach Russland benötigen Sie ein Visum, das bei der russischen Auslandsvertretung im jeweiligen Land beantragt werden muss. Auswanderer, die einer bezahlten Tätigkeit in dem Land nachgehen wollen, benötigen ein Arbeitsvisum, das erst nach einem langen bürokratischen Prozess erteilt wird. Für bestimmte Berufsgruppen werden Quoten vergeben, die häufig bereits zu Beginn des Jahres ausgereizt sind. Für die Erteilung einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung müssen gewichtige Gründe vorliegen. Sie wird beispielsweise für die Ehepartner von russischen Staatsangehörigen oder für Personen erteilt, die sich durch besondere Verdienste für die russische Gesellschaft hervorgetan haben. Grundsätzlich besteht nach einem fünfjährigen Aufenthalt in Russland mit der entsprechenden Aufenthaltsgenehmigung die Möglichkeit, die russische Staatsbürgerschaft zu erhalten.

Rund 700.000 Deutsche leben derzeit in Russland, die meisten in den Ballungsräumen von Moskau und Sankt Petersburg. Die Lebenshaltungskosten liegen im landesweiten Durchschnitt unter denen Europas. Allerdings ist das Stadt-Land-Gefälle deutlich ausgeprägt. In der russischen Hauptstadt liegen die Supermarktpreise und Wohnungsmieten in den meisten Stadtbezirken höher als in Europa. Lediglich Benzin, Zigaretten und Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr liegen auf einem niedrigeren Niveau. Da Korruption in Russland weit verbreitet ist, erleichtern finanzielle Zuwendungen und Geschenke viele Behördengänge. Ausländer müssen bei einem Langzeitaufenthalt in Russland ein Gesundheitszeugnis mit einem negativen HIV-Test vorlegen.

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