Impfungen und Gesundheit in Russland

Bei der Einreise nach Russland sind keine Impfungen gesetzlich vorgeschrieben. Es wird empfohlen, den Standardimpfschutz gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes zu überprüfen und die Impfungen gegebenenfalls aufzufrischen.

Zum Standardimpfschutz gehören für Kinder und Erwachsene Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Kinderlähmung. Empfohlen wird darüber hinaus der Impfschutz gegen Hepatitis A und bei einem Langzeitaufenthalt in Russland Impfungen gegen Hepatitis B, Tollwut und FSME. Zahlreiche Regionen des Landes sind ein Risikogebiet für die durch Zecken übertragende Frühjahr- und Sommermeningoenzephalitis. In Russland existiert eine endemische Variante des Virus, gegen die auch ein in Deutschland erhältlicher Impfstoff wirksamen Schutz bietet.

Tollwut wird selbst in den Städten Russlands durch streunende Hunde übertragen. Die Infektionskrankheit wird durch Bissverletzungen übertragen und in der jüngeren Vergangenheit wurden auch in der Hauptstadt Moskau Fälle von Tollwutinfektionen registriert. In Russland besteht ein gewisses Risiko einer HIV-Infektion durch sexuelle Kontakte, bei Bluttransfusionen und den Konsum von Drogen. Insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften wird die Benutzung von Kondomen dringend empfohlen. Bei einer Aufenthaltsdauer von mehr als drei Monaten können die Behörden des Landes von ausländischen Reisenden einen aktuellen HIV-Test verlangen.

Durchfallerkrankungen lassen sich in Russland mit einer entsprechenden Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene vermeiden. Leitungswasser sollte vor dem Gebrauch abgekocht und auf den Genuss von rohem Obst und Gemüse sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. Generell sollte auf abgepackte Getränke in Flaschen zurückgegriffen werden. Im Bereich der Atomanlage Majak in der Oblast Tscheljabinsk kam es seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wiederholt zu Störfällen, bei denen radioaktives Material in die Umwelt gelangte. In der Umgebung der Stadt Tschelabinsk wird vor dem Verzehr regionaler Lebensmittel gewarnt, da eine radioaktive Belastung der Pilze, Waldfrüchte, Beeren und Gemüsesorten nicht ausgeschlossen werden kann.

Die medizinische Versorgung in Russland entspricht nicht europäischen Standards und ist vor allem in abgelegenen ländlichen Regionen unterentwickelt. In den Ballungszentren Moskau und Sankt Petersburg gibt es einige Privatkliniken, deren Ausstattungsniveau hinsichtlich des Fachpersonals, der Technik und der Unterbringung auch höheren Ansprüchen gerecht wird. Grundsätzlich sind für die Kommunikation in staatlichen Krankenhäusern russische Sprachkenntnisse erforderlich. Die Behandlung von Notfällen erfolgt in staatlichen Kliniken grundsätzlich kostenlos. Das Ausstattungsniveau liegt allerdings deutlich unter europäischen Standards.

Die Kosten für eine privatärztliche Behandlung können in Russland deutlich teurer sein als in Mitteleuropa. Oft erfolgt die Behandlung in den medizinischen Einrichtungen ausschließlich gegen Vorkasse in bar oder per Kreditkarte. Schwerwiegende operative Eingriffe sollten nach Möglichkeit verschoben und nach der Rückkehr nach Mitteleuropa durchgeführt werden. Die russischen Visavorschriften sehen den Abschluss einer Auslandskrankenversicherung vor der Einreise in das Land vor. Die Unfallrettung ist in Russland über die Kurzwahl 03 telefonisch zu erreichen.

Stand: Oktober 2014

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Bitte bedenken Sie, dass sich die Bestimmungen und erforderlichen Vorkehrungen für die Einreise jederzeit ändern können. Aktuelle Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Deutschen Auswärtigen Amtes: http://www.auswaertiges-amt.de/. Staatsangehörige anderer Länder wenden sich bitte an die für sie zuständige Botschaft.

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