Basilius-Kathedrale - bekanntestes Wahrzeichen

Die Basilius-Kathedrale am Roten Platz in Moskau ist ein Wahrzeichen der russischen Hauptstadt und ein eindrucksvolles Beispiel russischer Architektur aus dem 16. Jahrhundert.

Russland  Basilius-Kathedrale
Russland Basilius-Kathedrale

Die Basilius-Kathedrale erhebt sich am Südrand des Roten Platzes in Moskau und ist mit ihren neun farbigen Kuppeln das bekannteste Wahrzeichen Moskaus. Der Rote Platz liegt im Zentrum der Metropole und wird an einer Seite von der Kreml-Mauer begrenzt. Gemeinsam mit dem heutigen Regierungssitz Russlands gehört der zentral gelegene Platz seit 1990 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Basilius-Kathedrale ersetzte im Jahr 1552 eine Holzkirche, die der russische Zar Iwan IV. zu Ehren des Sieges in der Kasan-Schlacht errichten ließ. Damals wurden unter dem Zaren, der den Beinamen Iwan der Schreckliche trug, die Tataren vernichtend geschlagen. Die offizielle Bezeichnung für die Basilius-Kathedrale lautet Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kathedrale am Graben.

Die Baupläne für die Basilius-Kathedrale entwarf der russische Architekt Postnik Jakowlew, der später an der Planung und Gestaltung weiterer sakraler Bauwerke in Russland beteiligt war. Auffälligstes Merkmal der Basilius-Kathedrale sind die neun Hauptkuppeln, von denen jede in einer anderen Farbgebung gestaltet wurde. Das Gotteshaus selbst ist aus rotem Backstein gemauert und die Außenfassade wurde im Gegensatz zu den meisten anderen russisch-orthodoxen Kirchen nicht bemalt. Die Basilius-Kathedrale besitzt einen rechteckigen Grundriss und wird im Zentrum von einer goldenen Kuppel gekrönt. Rund um die Hauptkirche gruppieren sich vier Kirchtürme mit einem achteckigen Grundriss, die in die vier Himmelsrichtungen weisen. Vier kleinere Türme erheben sich auf den Achsen, die die äußeren Türme verbinden.

Die Basilius-Kathedrale setzt sich aus neun einzelnen Kapellen zusammen, die jeweils mit einer eigenen Kuppel versehen sind. Die größte Kapelle ist die Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kirche im Zentrum. Eine weitere Kapelle befindet sich an jeder der acht Ecken. Sie stehen symbolisch für die acht wichtigsten Schlachten um das Reich Kasan. Als Namensgeber für die Basilius-Kathedrale fungierte die Kapelle zu Ehren Basilius des Seligen, die im Jahr 1588 über seinem Grab errichtet wurde. Einst waren sämtliche Kuppeln des Kirchebaus vergoldet. Erst im 17. Jahrhundert wurden sie im Zuge mehrfacher Umbauarbeiten durch farbige Kuppeln ersetzt. Die Basilius-Kathedrale besitzt zwei Haupteingänge. Einer öffnet sich zum Roten Platz, der andere befindet sich an der dem Fluss Moskwa zugewandten Seite.

Die Kathedrale steht nicht im rechten Winkel zum Roten Platz und auf Fotos wirkt das russisch-orthodoxe Gotteshaus oft asymmetrisch. Dieser Eindruck wird zusätzlich durch die zahlreichen Nebengebäude verstärkt, die im 17. Jahrhundert erbaut wurden. Offiziell wird die Basilius-Kathedrale heute nicht mehr als Kirche genutzt. Sie besitzt den Status eines Museums und im Innenraum ist eine Waffensammlung aus dem 16. Jahrhunderts untergebracht. Darüber hinaus können im Gebäude kunstvolle Wandmalereien und Ikonen aus mehreren Jahrhunderten besichtigt werden. Die Kirche ist tagsüber außer dienstags für den Besucherverkehr geöffnet. Seit der Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 werden in der Basilius-Kathedrale in unregelmäßigen Abständen wieder Gottesdienste abgehalten.

Unter kommunistischer Herrschaft wurde die Kathedrale im Jahr 1929 geschlossen und die Glocken der Kirchtürme wurden eingeschmolzen. Pläne für einen Abriss des Gotteshauses konnten im Jahr 1936 verhindert werden. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes wurde die Kathedrale ab 1990 umfangreichen Restaurierungsarbeiten unterzogen, die im Jahr 2006 abgeschlossen wurden. Heute beherbergt die Kathedrale eine große Glockensammlung mit 19 Exemplaren aus der Zeit zwischen 1547 und 1996.

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