Eremitage - weltweit bedeutend

Rund 60.000 Exponate in den Ausstellungsräumen und etwa drei Millionen Objekte in den Archiven machen die Eremitage in St. Petersburg zu einem der weltweit bedeutendsten Kunstmuseen.

Russland Eremitage
Russland Eremitage

Die Eremitage gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in der Zarenmetropole St. Petersburg und ein Besuch des Kunstmuseums ist Bestandteil der überwiegenden Mehrzahl aller Russland Rundreisen. In mehr als 350 Sälen und Ausstellungsräumen werden kostbare Kunstschätze aus verschiedenen Epochen der Zeitgeschichte gezeigt. Neben der weltbekannten Kunstsammlung mit Gemälden alter Meister wie Rembrandt, Leonardo da Vinci und Peter Paul Rubens beherbergt die Eremitage eine umfassende Sammlung archäologischer Fundstücke. Dazu gehören römische Artefakte, goldene Grabbeigaben der Skythen sowie chinesische Schriftstücke aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Wie die gesamte Innenstadt von St. Petersburg gehört auch die Eremitage zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Eremitage ist in mehreren Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert untergebracht, von denen die meisten unmittelbar am Ufer der Newa stehen. Ein wichtiger Teil der Kunstsammlungen wird im Winterpalast am Schlossplatz, der sich im Herzen von St. Petersburg befindet, präsentiert. Das Bauwerk war jahrhundertelang Wohn- und Regierungssitz der russischen Kaiser. Mehrfach wurde das Gebäude seit der Gründung der Stadt zu Beginn des 18. Jahrhunderts niedergerissen und neu errichtet. Das heutige Winterpalais wurde im Jahr 1839 eröffnet, nachdem zwei Jahre zuvor ein Brand weite Teile des Gebäudekomplexes vernichtet hatte. Der Winterpalast ist ein eindrucksvolles Beispiel des russischen Barocks. Neben der ehemaligen Kaiserresidenz gehören die Große und die Kleine Eremitage sowie das Eremitage-Theater zum Kunstmuseum. Die Neue Eremitage wurde als letztes Gebäude zur Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet.

Bei den Kunstwerken in der Eremitage handelt es sich um Sammlungen russischer Kaiser, die immer weiter ergänzt wurden. Im 18. Jahrhundert lag der Schwerpunkt auf west- und mitteleuropäischer Kunst. Noch heute nehmen Werke flämischer, niederländischer, italienischer und französischer Meister einen zentralen Platz ein. Gemälde von Raffael, Leonardo da Vinci und Tizian gehören zu den wertvollsten Stücken der italienischen Malerei. Allein 20 Bilder von Rembrandt und 22 Gemälde von Peter Paul Rubens sind in den Ausstellungsräumen der Eremitage zu besichtigen. Hinzu kommen Werke von Monet, Gaughin und Cézanne, die zu den bedeutendsten Vertretern des französischen Impressionismus gehören. Neben den Gemälden befinden sich kostbare Porzellansammlungen, Elfenbeinschnitzereien aus dem 15.-18. Jahrhundert und mehr als 2.000 Skulpturen unter anderem von Rodin und Michelangelo im Fundus der Eremitage.

Einen großen Teil der Sammlung machen archäologische Fundstücke und Artefakte aus. Die Exponate stammen aus der Antike, aus dem Mittelalter und der Neuzeit. Neben etruskischen und römischen Fundstücken und Münzen werden goldene Grabbeigaben der Skythen, Artefakte der Hunnen sowie zahlreiche Gegenstände aus der Zeit des Kiewer Rus, die als Vorläufer des russischen Reiches im 9. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Ukraine entstand. Kernstück der antiken Sammlung sind mehr als 120.000 Münzen aus verschiedenen Regionen Europas und Ostasiens. In der Schatzkammer werden Goldschmiedearbeiten und Juwelen seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. gezeigt. Zu den wertvollsten Schriftstücken zählt der sogenannte Dschingisstein, der als das älteste Zeugnis mongolischer Schrift weltweit gilt. Darüber hinaus werden schriftliche Aufzeichnungen aus dem 4. und 5. Jahrhundert, die in den chinesischen Mogao-Grotten gefunden wurden, in der Eremitage aufbewahrt.

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