Kreml - historischer Mittelpunkt der Hauptstadt

Der Kreml ist ein Bauwerk im historischen Zentrum von Moskau und bildet den ältesten Teil der russischen Hauptstadt. Gemeinsam mit dem angrenzenden Roten Platz gehört der Kreml seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Russland Kreml
Russland Kreml

Der Kreml bildet den historischen Mittelpunkt Moskaus und wurde im 12. Jahrhundert als Holzfestung am Ufer der Moskwa errichtet. Die erste Steinmauer ersetzte im Jahr 1367 die Holzbefestigung und Großfürst Iwan III. ließ den Kreml zwischen 1485 und 1495 zu einer Residenz ausbauen. Es wurden neue Mauern um das Areal hochgezogen und 20 Türme in die äußere Befestigungsmauer eingefügt. Das rund 27 Hektar große Gelände liegt am Ufer der Moskwa auf dem Borowitzki-Hügel, der eine natürliche Erhebung im Stadtgebiet von Moskau ist. Der Kreml besitzt die Form eines Dreiecks und das Areal ist auf der gesamten Länge von einer bis zu 6,5 Meter dicken Mauer umgeben.

Die Türme des Kreml besitzen eine unterschiedliche Höhe. Der Bekannteste unter ihnen ist der Spasski-Turm mit der großen Uhr, der vom Roten Platz aus sichtbar ist. Innerhalb der Kreml-Mauern erheben sich Sakralbauten, Paläste und Verwaltungsgebäude aus verschiedenen Jahrhunderten. Bis zur Verlegung der russischen Hauptstadt nach Sankt Petersburg zu Beginn des 18. Jahrhunderts diente der Kreml den Moskauer Großfürsten und anschließend den russischen Zaren als Wohn- und Regierungssitz. Nach der Oktoberrevolution im Jahr 1917 wurde er zum Machtzentrum der kommunistischen Regierung und seit 1992 ist er offizieller Amtssitz des russischen Präsidenten.

Hinter den Mauern des Kreml werden die Bauwerke und Plätze durch Straßen getrennt. Zu den bekanntesten und für Besucher zugänglichen Plätzen gehören der Kathedralenplatz und der Iwanplatz. Zu den bedeutendsten Sakralbauten hinter der Kreml-Mauer gehört die Mariä-Entschlafens-Kathedrale, die im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Im Inneren steht der Thron Iwan des Schrecklichen und jahrhundertelang wurden in dem Gotteshaus Zaren gekrönt und Staatszeremonien abgehalten. Weitere Kirchen aus dem 15. und 16. Jahrhundert sind die Verkündungskathedrale, die Erzengelkathedrale und die Gewandniederlegungskirche.

Dominiert wird das Gebäudeensemble hinter den Mauern des Kreml vom Großen Kremlpalast, der zwischen 1830 und 1850 erbaut wurde. Die 125 Meter lange Hauptfassade mit ihren symmetrisch angeordneten Fensterreihen ist zum Fluss Moskwa ausgerichtet. Mehrere Profanbauten wurden in den Komplex integriert und das Zentrum bildet der klassizistische Kaiserpalast. Bedeutende Bauwerke in der Nähe sind der Patriarchenpalast mit der Zwölf-Apostel-Kirche, der Facettenpalast und der Terem-Palast. Der Präsident der Russischen Föderation hat seinen Amtssitz im Senatspalast, der zwischen 1776 und 1787 im frühklassizistischen Baustil errichtet wurde. Neben den Arbeitszimmern des Präsidenten befinden sich mehrere repräsentative Empfangssäle in dem Gebäude.

Der Kreml im Herzen Moskaus ist ein Touristenmagnet und gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der russischen Hauptstadt. Da sich hinter den Mauern der Regierungssitz befindet, ist eine Besichtigung des Areals nur eingeschränkt möglich. An jedem der beiden Hauptzugänge finden vor dem Betreten strenge Sicherheitskontrollen statt. Der Senatspalast und die angrenzenden Gebäude sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Sämtliche Türme können nur von außen besichtigt werden. Vor dem Betreten des Kreml-Geländes muss eine Eintrittskarte gelöst werden, für einen Besuch der Rüstkammer und des Patriarchenpalastes müssen separate Tickets erworben werden. Mit rund 4.000 Ausstellungsstücken ist die Rüstkammer das größte Museum hinter den Kreml-Mauern.

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