Moskau - das "dritte Rom"

Moskau ist die Hauptstadt Russlands und mit rund 11,5 Millionen Einwohnern die größte Metropole des Landes.

Russland Moskau
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Die russische Hauptstadt liegt im europäischen Teil des Landes und ist das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Russlands. Mit dem Kreml und dem Roten Platz liegen zwei bedeutende Baudenkmäler im Zentrum der Stadt, die im Jahr 1990 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden. Mehr als 300 Kirchen liegen über das gesamte Stadtgebiet Moskaus verteilt, was der Metropole den Beinamen "Drittes Rom" einbrachte. Die russische Hauptstadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt in Russland. Neben drei internationalen Flughäfen gibt es acht Fernbahnhöfe und drei Binnenhäfen in Moskau. Darüber hinaus ist die Metropole Startpunkt und Ankunftsort für Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn, die den europäischen Teil Russlands mit dem Fernen Osten verbindet.

Die Gründung Moskaus erfolgte im 12. Jahrhundert und im Jahr 1156 wurde die erste Wehranlage des Kremls in Holzbauweise errichtet. Der sogenannte Mongolensturm führte im Jahr 1238 zur vollständigen Zerstörung der Stadt, die sich im Schutz der Kreml-Mauern zu einem bedeutenden Handelsplatz entwickelt hatte. Unter Fürst Daniel wurde die Stadt das Zentrum des Fürstentums Moskau. Mit einem Sieg über die Tataren im Jahr 1380 festigte das Fürstentum seine Vormachtstellung auf russischem Gebiet und wurde im Jahr 1480 Hauptstadt des russischen Reiches. Zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Kreml schrittweise ausgebaut und die Einwohnerzahl stieg auf mehr als 100.000. Im frühen 18. Jahrhundert wurde die russische Hauptstadt unter Zar Peter dem Großen nach Sankt Petersburg verlegt und im Jahr 1755 wurde die Lomonossow Universität im Herzen von Moskau gegründet. Nach der Februarrevolution zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Moskau im Jahr 1918 zur Hauptstadt der Sowjetunion erklärt. Nach dem Zusammenbruch des kommunistisch geführten Landes im Jahr 1991 wurde Moskau die Hauptstadt der Russischen Föderation.

Das Stadtgebiet von Moskau erstreckt sich an beiden Ufern des Flusses Moskwa. Dabei handelt es sich um einen Nebenfluss der Oka, die ihrerseits in die Wolga mündet. Eine schiffbare Verbindung zu diesem mächtigen Strom ist der Moskau-Wolga-Kanal, der im Jahr 1937 für den Schiffsverkehr freigegeben wurde und im Westen der russischen Hauptstadt von der Moskwa abzweigt. Moskau liegt in der gemäßigten Klimazone und es herrscht kühles Kontinentalklima. Im Winter fallen die Temperaturen zum Teil deutlich unter den Gefrierpunkt und Werte um die -20 Grad sind im Januar und Februar keine Seltenheit. Die Sommer sind in der russischen Hauptstadt warm und trocken und an manchen Tagen steigen die Tageshöchstwerte auf bis zu 35 Grad. Die Moskwa friert in den Wintermonaten regelmäßig zu und taut erst mit Beginn der Schneeschmelze Mitte März wieder auf.

Zahlreiche geschichtsträchtige Bauwerke, Denkmäler und historische Monumente erheben sich im Stadtzentrum Moskaus. Der Rote Platz und der Kreml gehören seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Am Roten Platz befindet sich das Lenin-Mausoleum, in dem der im Jahr 1924 verstorbene Revolutionsführer beigesetzt wurde. Die Kremlmauer begrenzt eine Seite des zentralen Platzes im Herzen der Metropole. Auffälliges Wahrzeichen des Roten Platzes ist die im Jahr 1561 errichtete Basilius-Kathedrale mit ihren neun in jeweils unterschiedlichen Farben gestalteten Kuppeln. Ein weiteres bemerkenswertes Gebäude am Roten Platz ist das Moskauer Kaufhaus GUM. Es ist das älteste und größte Warenhaus Russlands und wurde zwischen 1890 und 1893 erbaut. Die Fassaden erinnern an die traditionelle altrussische Bauweise, während der Innenraum nach dem Vorbild moderner westeuropäischer Shopping-Center umgestaltet wurde.

Ein gänzlich anderes Bild bietet das als Moscow City bezeichnete Stadtviertel, das rund fünf Kilometer vom Kreml entfernt liegt. Dabei handelt es sich um ein Büro- und Geschäftsviertel, das nach dem Vorbild Manhattans über einige Wolkenkratzer verfügt. Unter anderem erheben sich in der Moscow City die Federazija-Zwillingstürme, die von einem deutschen Architektenbüro entworfen wurde. Der höhere der beiden Türme soll nach der Fertigstellung eine Höhe von 360 Metern besitzen. Der höchste Wolkenkratzer Russlands und ganz Europas ist der 339 Meter hohe Mercury City Tower, der mit seiner gewaltigen Höhe die Silhouette Moskaus maßgeblich bestimmt.

Zu den bekanntesten Klosteranlagen Russlands gehört das russisch-orthodoxe Neujungfrauenkloster, das rund vier Kilometer außerhalb des Stadtzentrums von Moskau liegt. Das Kloster wurde im 16. Jahrhundert gegründet und im Jahr 2004 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Bis zur Machtergreifung der Kommunisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Neujungfrauenkloster ein reines Frauenkloster. Im Jahr 1922 wurde es zunächst geschlossen und im Jahr 1964 teilweise wiedereröffnet. Vor den Mauern des Klosters liegt der Nowodewitschi-Friedhof, der zu den bedeutendsten Ehrenfriedhöfen Russlands gehört. Während bis zur Februarrevolution im Jahr 1917 dort vor allem Moskauer Adlige, Geistliche und wohlhabende Kaufleute bestattet wurden, dient der Friedhof seit Gründung der Sowjetunion als Beisetzungsort für Ehrenbürger wie Politiker, Wissenschaftler, Künstler und ranghohe Militärs.

Zu den bedeutendsten Kunstmuseen Russlands gehört neben der Eremitage in Sankt Petersburg die Tretjakow-Galerie in Moskau. Mehr als 140.000 Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Zeichnungen bedeutender russischer und internationaler Künstler können in den Ausstellungsräumen besichtigt werden. Das Spektrum reicht von Werken aus dem 11. Jahrhundert bis zur Gegenwartskunst des 20. Jahrhunderts. Sehenswerte historische Baudenkmäler sind darüber hinaus das Schloss Ostankino und die Gebäude der Lomonossow Universität aus dem 18. Jahrhundert. Zu den Wahrzeichen Moskaus aus jüngerer Vergangenheit gehört der Fernsehturm Ostankino, der von seiner Eröffnung im Jahr 1967 bis zum Jahr 1975 das höchste freistehende Bauwerk der Erde war. Er besitzt eine Höhe von 537 Metern und ist seit 2009 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Unter den zahlreichen öffentlichen Gebäuden in Moskau nimmt das Bolschoi-Theater eine Sonderstellung ein. Das Bauwerk ist weit über die Landesgrenzen hinaus für seine aufwendigen Ballett- und Bühneninszenierungen bekannt. Das Gebäude stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert, nachdem ein Vorgängerbau im Jahr 1805 einem Brand zum Opfer fiel. Zu den eindrucksvollsten U-Bahn-Systemen der Welt gehört die Moskauer Metro. Sie ist die weltweit tiefste Untergrundbahn und gehört mit rund 2,4 Millionen Fahrgästen im Jahr zu den am stärksten frequentierten U-Bahnen der Welt. Zur Zeit der Stalin-Ära wurden zahlreiche Bahnhöfe kunstvoll ausgestaltet und gleichen mit ihrer anspruchsvollen Architektur kleinen Palästen. Mehrere Stationen liegen mehr als 80 Meter unter den Straßen Moskaus und sind über schnell fahrende Rolltreppen mit der Oberfläche verbunden. Die längste Rolltreppe befindet sich an der Station Park Pobedy und hat eine Länge von 126 Metern.

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