St. Petersburg - beeindruckend prunkvoll

St. Petersburg liegt im Nordwesten Russlands am Finnischen Meerbusen und ist mit knapp fünf Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes.

Russland St. Petersburg
Russland St. Petersburg

Die heutige Millionenmetropole St. Petersburg wurde im Jahr 1703 von Zar Peter dem Großen an der Mündung des Flusses Newa an der Ostsee gegründet. Der Zar fühlte sich eng mit Europa verbunden und verfolgte den Plan, mit der Errichtung einer modernen Stadt nach europäischem Vorbild Russland zu modernisieren. Da das Mündungsgebiet der Newa von ausgedehnten Sumpflandschaften geprägt war, wurden weite Teile des Stadtgebietes auf Pfählen errichtet. Mehr als 40.000 Leibeigene wurden zum Bau der Stadt gezwungen und Zehntausende kamen durch Ruhr, Sumpffieber und Skorbut ums Leben. Im Jahr 1714 waren rund 50.000 Gebäude in St. Petersburg fertiggestellt. Gleichzeitig wurden mit Polizei und Feuerwehr öffentliche Institutionen geschaffen und die Innenstadt wurde nach Einbruch der Dunhelkeit künstlich beleuchtet.

Im Jahr 1712 ernannte Peter der Große St. Petersburg zur russischen Hauptstadt und verlegte den Regierungssitz von Moskau an die Ostseeküste. Bis zur Oktoberrevolution im Jahr 1917 blieb die Stadt an der Newa-Mündung das politische und kulturelle Zentrum Russlands. Erst nach der Machtübernahme durch die Kommunisten wurde die Hauptstadt im Jahr 1918 wieder nach Moskau verlegt. Eine Blütezeit erlebte Sankt Petersburg im 18. Jahrhundert, als unter der russischen Kaiserin Elisabeth und unter Katharina der Großen das russische Reich nach Westen geöffnet wurde. Architekten aus verschiedenen Teilen des Kontinents wirkten am Ausbau der Stadt mit. Es entstanden prunkvolle Bauwerke wie der Winterpalast und das eindrucksvolle Smolny-Kloster. Nach dem Tod des Revolutionsführers Lenin wurde St. Petersburg im Jahr 1924 in Leningrad umbenannt und behielt diese Bezeichnung bis zum Jahr 1991.

St. Petersburg liegt im Mündungsgebiet der Newa am Finnischen Meerbusen. Mit einer Einwohnerzahl von knapp fünf Millionen ist sie die nördlichste Millionenmetropole der Welt und die viertgrößte Stadt auf dem europäischen Kontinent. Das Stadtgebiet erstreckte sich ursprünglich auf 42 Inseln, die durch Kanäle voneinander getrennt waren. Heute sind zahlreiche Wasserwege zugeschüttet. Sankt Petersburg liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel und Hochwasser stellt eine permanente Bedrohung für die Stadt dar. Knapp 300 Überschwemmungen wurden seit der Gründung im frühen 18. Jahrhundert registriert. Das Klima in St. Petersburg wird maßgeblich vom Meer bestimmt. Die Sommer sind mit durchschnittlichen Tagestemperaturen zwischen 18 und 22 Grad vergleichsweise mild. Im Winter steigt das Thermometer hingegen selbst tagsüber nicht über den Gefrierpunkt. Bekannt ist Sankt Petersburg für die sogenannten "Weißen Nächte", denn zur Zeit der Sommersonnenwende wird es aufgrund der Lage in nördlichen Breiten nachts nie vollständig dunkel.

St. Petersburg war jahrhundertelang Sitz der russischen Zaren und zahlreiche prunkvolle Bauwerke im Stadtzentrum zeugen vom enormen Reichtum der Adelsklasse. In der Stadt befinden sich rund 4.000 denkmalgeschützte Gebäude, Plätze, Museen und Kirchen. Etwa 2.400 Bauwerke wurden von der UNESCO aufgrund ihrer kulturhistorischen Bedeutung als besonders schützenswert eingestuft. Umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen an der historischen Bausubstanz wurden bis zur 300-Jahr-Feier in Jahr 2003 durchgeführt. Neben imposanten Bauwerken aus der Gründungszeit der Stadt erheben sich Gebäude des russischen Barocks, des Klassizismus und des Jugendstils im Stadtzentrum von St. Petersburg. Nur wenige Gebäude wurden zu Sowjetzeiten im Stil des stalinistischen Monumentalstils errichtet.

Im Zentrum von Sankt Petersburg zieht sich der 4,3 Kilometer lange Newski-Prospekt durch die Innenstadt. An dem breiten Prachtboulevard erheben sich zahlreiche historische Gebäude und prunkvolle Paläste. Die Haupteinkaufsstraße der Millionenmetropole erstreckt sich von der Eremitage bis zum Alexander-Newski-Kloster. Die Eremitage gehört mit mehr als 350 Ausstellungsräumen zu den bedeutendsten und größten Kunstmuseen der Welt. Das Alexander-Newski-Kloster wurde nach einem Heiligen der russisch-orthodoxen Kirche benannt und wurde zwischen 1713 und 1722 erbaut. Nach dem Vorbild des Petersdoms in Rom wurde die Kasaner Kathedrale am Newski-Prospekt erbaut. Das imposante russisch-orthodoxe Gotteshaus wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet und beherbergt heute das Museum für Religionsgeschichte.

Unweit des Prachtboulevards erhebt sich mit der Isaak-Kathedrale eine der größten Kirchen in St. Petersburg. Der Kuppelbau ist 101 Meter hoch und wird von einer vergoldeten Hauptkuppel mit einem Durchmesser von 26 Metern gekrönt. Rund 14.000 Menschen finden im Inneren des Gebäudes Platz. Mit dem Bau der Kathedrale wurde im Jahr 1818 begonnen, nachdem der Vorgängerbau teilweise abgebrochen wurde. Kunstvolle Giebelreliefs zieren die Außenfassade und mehr als 200 monumentale Mosaike und Gemälde verschönern den prunkvoll mit Marmor und Edelsteinen ausgestatteten Innenraum des Gotteshauses. Der Zugang in die Isaak-Kathedrale erfolgt über eine von drei riesigen Bronzetüren.

Das historische Zentrum von St. Petersburg bildet die Peter-und-Paul-Festung auf der Haseninsel. Als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist die Festungsanlage aus dem 18. Jahrhundert ein Besuchermagnet in der Millionenmetropole. Die gesamte Anlage ist seit 1924 ein Museum und kann besichtigt werden. Mit dem Bau der Festung wurde im Jahr 1706 begonnen und erst im Jahr 1740 war der gesamte Komplex fertiggestellt. Teile der Anlage wurden ab 1720 als Gefängnis genutzt, in dem politische Gegner des Zarenreiches eingekerkert wurden. Zu den berühmtesten Häftlingen gehörten die Schriftsteller und Künstler Maxim Gorki und Fjodor Dostojewski. Auf dem Areal der Festung erhebt sich die Peter-und-Paul-Kathedrale, die zwischen 1713 und 1732 erbaut wurde. Seit dem 18. Jahrhundert wurden die russischen Fürsten und Kaiser in der Kirche bestattet.

Sankt Petersburg ist eine bedeutende Kunstmetropole und beherbergt mehr als 220 Museen. Zu den berühmtesten Ausstellungsstandorten gehört die Eremitage mit ihrer umfangreichen Sammlung an Kunstgegenständen. Neben Gemälden von Leonardo da Vinci, Rembrandt, Rubens und Pablo Picasso werden archäologische Artefakte, Juwelensammlungen und Kunstgegenstände aus dem gesamten osteuropäischen Raum in den 350 Ausstellungsräumen präsentiert. Zu den bekanntesten Opernhäusern der Welt gehört das Mariinski-Theater am Theaterplatz. Zahlreiche russische Ballette und Opern, unter anderem Stücke von Tschaikowski, wurden in dem Haus uraufgeführt.

Die größte Sammlung russischer Kunst wird im Russischen Museum in St. Petersburg präsentiert. Sie wurde bereits im Jahr 1895 gegründet und umfasst heute mehr als 400.000 Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten. In den Ausstellungsräumen werden Ikonen aus dem 10. und 11. Jahrhundert, Gemälde aus dem späten Mittelalter sowie Grafiken und Skulpturen russischer Künstler vom 18. bis zum 20. Jahrhundert gezeigt. Im Museum des russischen Wodkas dreht sich inhaltlich alles um das Nationalgetränk des Landes und im St. Petersburger Puppenmuseum unternehmen die Besucher eine Reise in die Welt der Puppen, die im historischen Russland als Talisman verehrt wurden.

TOP