Minneriya Nationalpark - Rückzugsgebiet für Tiere

Der Minneriya Nationalpark liegt im Zentrum Sri Lankas und erstreckt sich rund um den gleichnamigen Stausee. Der Park übt aufgrund seiner großen Elefantenpopulation eine große Anziehungskraft auf die Besucher der Insel aus.

Minneriya Nationalpark
Minneriya Nationalpark - Rückzugsgebiet für Tiere

Im Jahr 1938 wurde auf dem Gebiet des heutigen Nationalparks ein Naturschutzgebiet eingerichtet, um die Flora und Fauna der Region zu schützen. Am 12. August 1997 wurde der Minneriya Nationalpark eröffnet. Neben der riesigen Elefantenpopulation ist der Park ein bedeutendes Rückzugsgebiet für unzählige Vogelarten. Er liegt in einer trockenen Region der Insel und in seinem Zentrum erstreckt sich der Minneriya-Stausee. Während der Regenzeit zwischen Oktober und Januar füllt sich der See, während er in der Trockenzeit, die von Mai bis September andauert in großen Teilen austrocknet. Die Landschaft des Minneriya Nationalparks besteht aus unterschiedlichen Geländestrukturen und verschiedenen Lebensräumen. Rund um den Stausee erstrecken sich Wiesen und Feuchtgebiete, während die Höhenzüge von Bergwäldern bewachsen sind. Die Elefanten leben in den weiten Ebenen des Buschlandes.

Ein faszinierendes Naturschauspiel findet alljährlich während der Trockenzeit statt. Bis zu 400 Elefanten wandern aus dem nahe gelegenen Wasgamuwa Nationalpark auf der Suche nach Wasser in den Minneriya Nationalpark ein. In dieser Zeit des Jahres bildet der Stausee das einzige Wasserreservoir in der Region. Im Rahmen einer Safari können Sie diesem Naturschauspiel beiwohnen und die Wanderung der Dickhäuter beobachten. In den umliegenden Wäldern finden die Elefanten Schutz und Nahrung. In der Trockenzeit versammeln sich zahlreiche weitere Tiere am Minneriya-Stausee. Mehr als 160 Vogelarten wurden in der Region gezählt. Zahlreiche Störche, Kormorane und Graureiher gehen in den Flachwasserzonen auf Nahrungssuche. Im Minneriya Nationalpark leben darüber hinaus endemische Affenarten, der Sri Lanka Leopard, Sambar-Hirsche und Faultiere. Im Wasser leben acht endemische Reptilienarten, die als besonders gefährdet gelten. Daneben sind Salzwasser-Krokodile, mehrere Waran-Arten und der indische Python im Minneriya Nationalpark beheimatet. Der Artenreichtum im Park sorgt alljährlich für einen großen Besucherstrom, der zur Trockenzeit seinen Höhepunkt erreicht.

Einige Arten haben sich perfekt an das Leben in und am Stausee angepasst. Zu ihnen gehören die seltenen Fischkatzen. Ähnlich wie die weitverbreiteten Bengalkatzen besitzen sie ein gepunktetes Fell, werden jedoch deutlich größer. Ausgewachsene Exemplare erreichen eine Größe von bis zu 80 Zentimetern. Das Fell der Raubatzen ist wasserundurchlässig. Die Fischkatze gehört zu den wenigen Vertretern ihrer Art, die die Krallen nicht vollständig einziehen kann, denn die Pfoten besitzen Schwimmhäute. Sie lauern am Ufer auf ihre Beute, die in der Regel aus Fischen besteht. Zu den großen Säugetieren im Minneriya Nationalpark gehören Lippenbären. Ihre Nahrung besteht zum größten Teil aus Termiten. Mit den kräftigen Krallen brechen sie die Bauten der Insekten auf und saugen mit dem rüsselförmigen Maul die Termiten aus ihrer Behausung. Ein farbenprächtiger Vertreter der Vogelwelt im Park ist der Ceylonpapagei. Die Vögel besitzen ein leuchtend grünes Federkleid und gehören zu den kleinsten Papageienarten weltweit.

Der Minneriya Nationalparks befindet sich im sogenannten Kulturdreieck Sri Lankas. Damit wird die Region bezeichnet, in der die singhalesische Kultur vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum 12. Jahrhundert n. Chr. eine Blütezeit erlebte. Die wichtigsten Orte sind Anuradhapura, Kandy und Polonnaruwa. Sie bilden gleichzeitig die Eckpunkte des geografischen Dreiecks. In Polonnaruwa finden derzeit Ausgrabungen statt, die von der UNESCO gefördert werden. Im archäologischen Park können Sie die Resultate der Grabungsarbeiten bestaunen. Bedeutende Zeugnisse der singhalesischen Kultur wurden bereits freigelegt. Neben dem ehemaligen Königspalast können Sie dort einen buddhistischen Rundtempel und zahlreiche Gebäude einer ausgedehnten Klosteranlage besichtigen. Auf geschichtsträchtigem Boden bewegen Sie sich beim Betreten des Bergrückens Dimbulagala. Bereits in vorchristlicher Zeit zogen sich Eremiten in die Höhlen zurück. Darüber hinaus dienten die zerklüfteten Felsen jahrtausendelang als Zufluchtsort für die Bevölkerung. Spuren steinzeitlicher Bemalung finden Sie noch heute an den Wänden einiger Höhlen.

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