Pinnawala – das Elefantenwaisenhaus

Im Elefantenwaisenhaus von Pinnawala werden mutterlose Elefantenbabys und ausgesetzte Jungtiere aufgezogen. Die Elefantenherde umfasst mehr als 80 Tiere und besteht aus drei Generationen.

Pinnawala
Pinnawala - das Elefantenwaisenhaus

Die Gründung des Elefantenwaisenhauses von Pinnawala geht auf das Jahr 1975 zurück. Damals wurde eine alte Kokosnussplantage im Nationalpark Wilpattu zum Reservat erklärt und die ersten verwaisten Jungtiere aufgenommen. Später erfolgte eine Verlegung des Waisenhauses an den heutigen Standort zwischen den Städten Kandy und Colombo. Sie erreichen das Elefantenwaisenhaus über die B35 von der Distrikt Hauptstadt Kegalla aus. Die Straße folgt dem Flusslauf des Maha Oya. Bereits bei der Anreise passieren Sie kleine Elefantenherden und kommen an Ayurveda-Plantagen und Gewürzgärten vorbei. Mit der Gründung des Waisenhauses durch das Department of Wildlife sollte der stark rückläufigen Zahl der Bestände an wild lebenden Elefanten auf Sri Lanka entgegengewirkt werden. Zeitweise waren die Dickhäuter auf Sri Lanka vom Aussterben bedroht. Heute hat sich die Anzahl der frei lebenden Elefanten in den Nationalparks stabilisiert.

Bei der Gründung des Waisenhauses wurden nur fünf Elefantenbabys von den Tierpflegern versorgt. Sie bildeten damals die Grundlage für die heutige Population. 1978 war die Zahl der Elefanten bereits auf ein Dutzend angewachsen. Im Jahr 1982 wurde neben der Versorgung verwaister und ausgesetzter Elefanten ein umfangreiches Zuchtprogramm gestartet. 15 Jahre später war der Bestand auf mehr als 50 Tiere angewachsen, wovon zehn Elefanten im Babyalter zwischen einem und drei Jahren waren. Im gleichen Ausmaß, wie die Elefantenpopulation zunahm, wuchs auch die Anzahl der Tierpfleger. Neben den verwaisten Jungelefanten wurden in zunehmendem Maß auch verletzte und verwundete Tiere aufgenommen. Unter ihnen befanden sich Elefanten, die von Wilderern auf der Jagd nach Elfenbein angeschossen wurden und Opfer des Bürgerkrieges in Sri Lanka. Dazu zählte auch die Elefantenkuh Sama, die im Alter von zwei Jahren auf eine Landmine trat und dabei einen Fuß verlor. Ein Opfer der Wilderei wurde der Elefantenbulle Raja. Er wurde mit Schüssen aus einem kleinkalibrigen Gewehr verletzt und verlor dabei das Augenlicht. Er ist dauerhaft auf die Hilfe seiner Pfleger angewiesen.

Der Erfolg des Nachzuchtprogrammes ist umso erstaunlicher, da Elefanten in Gefangenschaft nur selten Nachwuchs zur Welt bringen. Bei den Arbeitselefanten Asiens handelt es sich fast ausschließlich um gezähmte Tiere, die in freier Wildbahn das Licht der Welt erblickten. Im Jahr 1984 kam das erste Elefantenbaby im Waisenhaus Pinnawala zur Welt. Die anhaltenden Zuchterfolge sind der Beleg dafür, dass die Elefanten sich in der Umgebung heimisch fühlen und das Areal als Lebensraum akzeptiert haben. Darüber hinaus nimmt die Elefantenherde verwaiste Jungelefanten problemlos in die Gemeinschaft auf, was bei frei lebenden Herden keine Selbstverständlichkeit ist. Für das soziale Gefüge innerhalb der Herde spielt die Betreuung durch die Tierpfleger eine große Rolle. Die Tiere bauen nur zu einem Menschen eine enge Bindung auf. Aus diesem Grund kümmert sich ein Pfleger maximal um zwei Elefanten.

Der Höhepunkt für die Besucher der Elefantenwaisenstation sind die täglichen Bäder der Herde im Fluss Maha Oya. Pünktlich um 10.00 und um 14.00 Uhr begeben sich die Dickhäuter ins Wasser und Sie können am Ufer diesem Ritual beiwohnen. Zwei Restaurants befinden sich in unmittelbarer Nähe des Flusses. Von der Terrasse genießen Sie einen unverbauten Blick auf das Schauspiel. Die menschlichen Begleiter der Tiere sind den Elefanten bei Bad behilflich und übergießen sie mit Eimern voller Wasser. Der Anblick der vielen Tiere beim Bad im Fluss ist ein eindrucksvolles Erlebnis. Bei Ihrem Besuch kommen Sie den Tieren sehr nahe, doch Berührungen sollten nur in Gegenwart eines Tierpflegers erfolgen. Ein beliebter Moment bei den Besuchern der Waisenstation ist die Fütterung der Elefantenbabys. Zwischen 8.00 und 10.00 vormittags werden die Jungtiere aus riesigen Kanistern mit Milch versorgt. Nach dem Zeremoniell erwarten die Pfleger eine kleine Aufmerksamkeit in Form eines Trinkgeldes.

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