Polonnaruwa - archäologischer Park und Welterbe

Polonnaruwa war vom 11. bis zum 13. Jahrhundert Hauptstadt des singhalesischen Königreiches. Die Gebäudeensembles aus dieser Zeit befinden sich in einem archäologischen Park und gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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Polonnaruwa - archäologischer Park und Welterbe

Königspalast, buddhistische Tempel und überdimensionale Buddha-Statuen erwarten Sie im archäologischen Park von Polonnaruwa. Der gute Erhaltungszustand der Bauwerke und die kompakte Bebauung in dem Areal machen einen Besuch der Ausgrabungsstätte zu einer Zeitreise in eine andere Epoche. In weiten Teilen wurden die steinernen Zeitzeugen zu einem öffentlichen Archäologiepark zusammengefasst, den Sie in Ihrem Urlaub in Sri Lanka besichtigen können. Die Mehrheit der Gebäude stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der archäologische Park ist übersichtlich gegliedert und klar strukturiert. Die Bauwerke ziehen sich entlang einer Achse, die von Süden nach Norden verläuft. Der Königspalast mit seinen Schutzmauern bildet den südlichen Abschluss. Die buddhistischen Heiligtümer mit Kloster- und Tempelanlagen liegen im Norden. Dazwischen befindet sich das zentrale Heiligtum des damaligen Königreiches, das mit einem kompakten Gebäudeensemble dem Kult um den Heiligen Zahn Buddhas gewidmet war.

Die Geschichte von Polonnaruwa reicht bis in das 10. Jahrhundert zurück. Damals wurde Sri Lanka von den sogenannten Chola-Invasoren heimgesucht. Dieses bedeutende indische Königreich existierte auf dem Festland des Subkontinents und versuchte ab dem 10. Jahrhundert den Machteinfluss über die Landesgrenzen hinaus auszudehnen. Die Gründung von Polonnaruwa geht auf die Inder zurück. König Vijayabahu I. gelang es im Jahr 1070, die Invasoren zurückzuschlagen und Sri Lanka wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Er entschied, den Regierungssitz von der zerstörten Hauptstadt Anuradhapura nach Polonnaruwa zu verlegen. Eine Blütezeit erlebte die Stadt während der Regentschaft von Parakrama Bahu I. Der König leitet die Geschicke des Landes zwischen 1153 und 1186. In dieser Zeit entstanden künstliche Seen und großflächige Bewässerungsanlagen, die es den Einwohnern ermöglichten, auch während der Trockenzeit mit dem Reisanbau Erträge zu erwirtschaften. Die meisten Gebäude im archäologischen Park stammen aus dieser Epoche. Unter der Herrschaft von Parakrama Bahu befand sich der Heilige Zahn Buddhas in Polonnaruwa. Die Reliquie wird heute im Zahntempel in Kandy aufbewahrt.

Neben dem eindrucksvollen Königspalast und den buddhistischen Klosteranlagen weist der Park sich mit einigen hinduistischen Tempeln eine architektonische Besonderheit auf. Sie liegen im gesamten Areal verstreut und weisen auf die bedeutende Rolle der Tamilen hin, die diese Bevölkerungsgruppe einst im singhalesischen Königreich gespielt hat. Nach dem Passieren des Ticketschalters, der den Zugang zum Ausgrabungsgelände ermöglicht, gelangen Sie zunächst zum ehemaligen Königspalast. Das Gelände ist von hohen Mauern umgeben und bildete die innere Stadt des Königreiches. Im Südwesten des umbauten Areals erheben sich die Überreste der königlichen Residenz. Gegenüber im Osten befinden sich die Mauern der ehemaligen Versammlungshalle. Aufgrund von Inschriften in den Steinen konnte das Gebäude eindeutig als Ratshalle identifiziert werden. Der ehemalige Versammlungssaal ruht auf einem dreistufigen Unterbau. Die Säulen, die einst das Holzdach trugen sind gut erhalten.

Außerhalb der Festungsmauern befindet sich das königliche Bad. Noch heute lässt sich erahnen, wie idyllisch der Ort einst gewesen sein muss. Das nahezu quadratische Badebecken wurde durch ein unterirdisches Zuleitungssystem mit Wasser versorgt. Drei Sitzstufen befinden sich im Inneren des Beckens. Der damalige Zahntempel befand sich im Zentrum des Geländes. Er liegt rund 200 Meter vom königlichen Palast entfernt in nördlicher Richtung. Das Areal besitzt die dichteste Bebauung mit historischen Gebäuden, Schreinen und Statuen in Sri Lanka. Ein eindrucksvoller buddhistischer Rundtempel ist das auffälligste Gebäude des Komplexes. Die buddhistischen Tempelanlagen und Klöster liegen im Norden der Ausgrabungsstätte von Polonnaruwa. Eindrucksvolle Wandreliefs und kunstvolle Steinmetzarbeiten zieren die Mauern und Stützpfeiler. Die Felsskulpturen von Gal Vihara gehören zu den bekanntesten ihrer Art in Sri Lanka. Prunkstück des Ensembles ist ein 14 Meter lange liegender Buddha, der aus dem Fels gehauen wurde. Die Felsskulptur stellt den sterbenden Buddha dar und überzeugt mit fein ausgearbeiteten Detalis in den Gesichtszügen.

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