Ayutthaya - ehemalige Königsstadt

Prächtige Tempelruinen und die eindrucksvollen Überreste einstmals prachtvollen Paläste und Festungsanlagen sind die steinernen Zeugen des Ruhmes der ehemaligen Königsstadt Ayutthaya.

 Ayuthaya
Ayuthaya - ehemalige Königsstadt

Etwa 70 Kilometer nördlich von Bangkok befindet sich mit der Stadt Ayutthaya die ehemals größte Metropole Südostasiens und Hauptstadt des gleichnamigen siamesischen Königreiches. Die Stadt liegt auf einer Insel. An dieser Stelle treffen drei Flüsse aufeinander. Vor 600 Jahren lag Ayutthaya noch unmittelbar am Golf von Thailand. Jahrhundertelange Sedimentablagerungen führten dazu, dass die Stadt mit ihren rund 54.000 Einwohnern heute rund 100 Kilometer von der Küste entfernt liegt. Ayutthaya wurde im Jahr 1350 zur Hauptstadt des gleichnamigen Königreiches und war mehr als 400 Jahre lang die größte Metropole im gesamten südostasiatischen Raum. Nach einer Invasion Burmas im 18. Jahrhundert hielt die Stadt aufgrund ihrer wehrhaften Stadtmauern und der Insellage noch einige Zeit den Angriffen stand. Im Jahr 1767 fiel sie jedoch und wurde nahezu völlig zerstört. Wenig später gründete König Rama I. mit Bangkok die neue Hauptstadt des Königreiches Thailand, wo er mit dem Großen Palast eine originalgetreue Kopie des Vorgängerbaus in Ayutthaya errichten ließ.

Innerhalb der Stadtmauern von Ayutthaya finden Sie an vielen Orten noch die Überreste einstiger Paläste und Tempelanlagen. Die Ruinen des Königspalastes erinnern noch an die Zeit wirtschaftlicher Blüte in Ayutthaya. Mit den Zerstörungen im Jahr 1767 ging auch die alte Bibliothek des Königspalastes unwiederbringlich verloren. Mit ihr wurden sämtliche Aufzeichnungen aus der Zeit vor dem 14. Jahrhundert vernichtet. Zahlreiche Hallen wurden von unterschiedlichen Königen innerhalb der Stadtmauern in verschiedenen Jahrhunderten gebaut. Die Suriyat-Amarin Halle, die Sanphet-Prasat-Halle und die Chakrarat-Phaichayon-Halle waren die bedeutendsten Bauwerke dieser Art. Am westlichen Seeufer können Sie die alte Waffenhalle besichtigen, die als Übungshalle für den Umgang mit Waffen genutzt wurde. Der gewaltigste und prachtvollste Tempel in Ayutthaya war die Anlage Phra Sri San Phet. Er besaß die gleiche religiöse Bedeutung wie der Smaragd-Buddha in Bangkok und stand direkt neben dem Königspalast.

Die Ruinen alter buddhistischer Tempelanlagen sind heute stumme Zeugen einer ruhmreichen Vergangenheit von Ayutthaya. Der Wat Mahathat wurde im alten Khmer-Stil errichtet und noch heute erkennen Sie die Strukturen diese alten thailändischen Baustils. Der Tempel Wat Ratchaburana wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Die Grundmauern deuten auf eine außergewöhnliche Größe der Anlage hin. Der frühe Ayutthaya-Prang steht noch heute und die schönen Stuckaturarbeiten und Wandmalereien können Sie in der Krypta des Prang besichtigen. Innerhalb der Krypta fanden Archäologen zahlreiche religiöse Gegenstände von hohem Wert, Schmuckstücke der Königsfamilie, einige Buddha-Statuen und viele Gebetstafeln.

Außerhalb der Stadtmauern von Ayutthaya laden weitere Tempelanlagen und mächtige Ruinen zu einem Besuch ein. Auf einem kleinen Hügel südöstlich der Stadt steht die Tempelanlage Wat Phanan Choeng. Von hier genießen sie einen fantastischen Blick auf das Mündungsgebiet zweier Flüsse. Hier befindet sich eine der ältesten Buddhafiguren Thailands. Chroniken zufolge soll sie bereits um 1324 gebaut worden sein. Am östlichen Ufer des Flusses Pa Sak liegt die Tempelanlage Wat Yai Chai Mongkol. Sie wurde im Jahr 1357 von König U-Thong ausschließlich für die Mönche errichtet. Nach der Niederlage Ayutthayas im 18. Jahrhundert wurde die Anlage verlassen und verfiel langsam. Im Jahr 1957 suchten einige Mönche während der Regenzeit Schutz in den alten Anlagen und begannen in der Folge mit der Rekonstruktion des Tempels. Die bewegte Geschichte Ayutthayas können Sie im Chao Sam Phraya-Nationalmuseum bis ins Detail nachvollziehen. Dort wurden bedeutende Fundstücke wie geschnitzte Votivtafeln und wertvolle Buddha-Statuen zusammengetragen und werden heute ausgestellt. Eine Sehenswürdigkeit in der Provinz Ayutthaya ist der Bang Pa-In Palast. Er steht auf einer kleinen Insel im Fluss Chao Phraya und gilt als der Geburtsort eines der letzten Herrscher des Königreiches Ayutthaya. Nach der Thronbesteigung baute der König sein Geburtshaus zum Palast aus. Unter König Rama IV. wurden die Anlagen restauriert und erstrahlen heute in ihrer ursprünglichen Pracht.

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