Aphrodisias - Liebesgöttin Aphrodite als Patin

Aphrodisias wurde zur Zeit der griechischen Antike im 1. Jahrhundert v. Chr. als eigenständige Stadt gegründet. Ihren Namen verdankt die antike Stätte der Liebesgöttin Aphrodite.

Türkei Geyre Aphrodisias
Aphrodisias - Liebesgöttin Aphrodite als Patin

Die Ruinen der antiken Stadt Aphrodisias liegen im Südwesten der Türkei in der Nähe der Ortschaft Geyre. Die Ausgrabungsstätten gehören zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Antike im Land und ein Besuch von Aphrodisias ist ein fester Bestandteil einer Rundreise durch die Türkei. Erste Siedlungsspuren auf dem Gebiet der antiken Metropole lassen sich bis in die Kupferzeit zurückverfolgen, wenngleich die Stadt erst im 1. Jahrhundert v. Chr. wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung erlangte. Seit dem 2. vorchristlichen Jahrhundert war der Ort eine Hauptkultstätte der Liebesgöttin Aphrodite und wurde unter römischer Herrschaft zum Wallfahrtsort. Die Stadt unterhielt seit ihrer Gründung engen Kontakt zu den römischen Kaisern und unterstützte die antike Großmacht bei verschiedenen kriegerischen Auseinandersetzungen im östlichen Mittelmeerraum. Im Jahr 39 v. Chr. wurde Aphrodisias aus Dankbarkeit für die Loyalität gegenüber Rom von den Steuern befreit und mit umfangreichen Privilegien ausgestattet. Unter Kaiser Augustus entwickelte sich Aphrodisias zu einer bedeutenden Metropole im Römischen Reich.

Die Stadt im Südwesten der Türkei besaß lange Zeit keine Stadtmauer, weil die Einwohner der Ansicht waren, der Tempel der Aphrodite und der damit verbundene Kult würde ausreichenden Schutz vor Eindringlingen bieten. Diese Einstellung änderte sich zur Zeit der Völkerwanderung, als in aller Eile eine Stadtmauer errichtet wurde und für die Beschaffung von Baumaterial zahlreiche Gebäude abgerissen wurden. Aus diesem Grund finden Sie heute in der Stadtmauer zahlreiche Fragmente mit antiken Inschriften. Der Zugang zur Stadt erfolgte über drei große und ebenso viele kleine Stadttore. Sie waren in der Innenstadt über quer durch das Stadtgebiet verlaufende Hauptstraßen miteinander verbunden. Der Straßenverlauf lässt sich heute allerdings nur noch erahnen. Die unzähligen gut erhaltenen Ruinen machen Aphrodisias zu einer der bedeutendsten archäologischen Grabungsstätten im gesamten östlichen Mittelmeerraum.

Die überwiegende Mehrheit der Gebäude wurde unter Leitung des New Yorker Professors Kenen Erim in den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts ausgegraben. Zu den eindrucksvollsten Bauwerken der frührömischen Antike gehört der Tempelkomplex Sebasteion. Der Tempel war der Liebesgöttin Aphrodite und dem römischen Kaiser Julius Cäsar gewidmet. Eine Straße mit einer Breite von 14 Metern führt durch das Eingangsgebäude des Komplexes und endet am Siegestempel. Im Sebasteion wurden mehr als 70 Tafeln mit antiken Fresken gefunden, die Sie in einem Museum besichtigen können. Abgebildet sind Szenen aus der griechischen Mythologie und Reliefs der römischen Kaiser. Die Ruinen des heute noch sichtbaren Aphrodite-Tempel stammen aus dem 1. vorchristlichen Jahrhundert. Die römischen Kaiser Augustus und Hadrian bauten später die Tempelanlagen der Liebesgöttin aus und erweiterten die Anlage. Nach dem Ende des Römischen Reiches wurde der Tempel im 5. Jahrhundert zur Kirche und erfüllte den Zweck eines katholischen Gotteshauses.

Sehenswert sind das kleine Theater, das als Odeon bezeichnet wird und die Überreste eines großen Amphitheaters. Es entstand im Jahr 27 v. Chr. und im Zuge der Ausgrabungen wurden die unteren Sitzreihen und die Bühne freigelegt. Erdbeben zerstörten in der Spätantike die oberen Bereiche des Theaters. Sie wurden später eingeebnet. Ein hervorragend erhaltenes Bauwerk in Aphrodisias ist das elliptisch geformte Stadion, das seinerzeit rund 30.000 Menschen Platz bot. Es diente als Wettkampfstätte, in der Wagenrennen und sportliche Vergleiche ausgetragen wurden. 22 Sitzreihen steigen über einem schrägen Gewölbe an, in dem sich in der Antike Geschäfte und Lagerräume befanden. Gut erhalten ist darüber hinaus mit dem sogenannten Tetrapylon ein Tor, das sich auf der Nord-Süd-Achse der Stadt erhebt. Das antike Bauwerk wurde aufwendig restauriert und erhielt den Namen wegen der vier Säulen an jeder Seite des Gebäudes. In der einstigen Bildhauerschule schufen antike Künstler zahlreiche Kunstwerke, die in das ganze Römische Reich exportiert wurden. Viele Arbeiten der Steinmetze und Bildhauer können heute im Aphrodisias-Museum auf dem Gelände der Stadt besichtigt werden.

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