Ephesos - spektakuläre Ausgrabungsstätte

Die antike Stadt Ephesos gehörte in der griechischen Antike zu den bedeutendsten Metropolen in Kleinasien und beherbergte mit dem Tempel der Artemis eines der Sieben Weltwunder der Antike.

Ephesos
Ephesos - spektakuläre Ausgrabungsstätte

Ephesos war in vorchristlicher Zeit eine Küstenstadt, die durch die Verschiebung der Küstenlinie im Lauf der Jahrtausende mehr und mehr landeinwärts wanderte. Die Ruinen der mächtigen antiken Metropole liegen heute mehrere Kilometer von der Küste des ägäischen Meeres entfernt in der Nähe der türkischen Stadt Selçuk. Die Besiedlung der Region in der heutigen Westtürkei durch die Griechen begann im 10. Jahrhundert v. Chr. Alte Überlieferungen berichten davon, dass der König von Attika entschied, an dieser Stelle der Küste eine Stadt zu errichten. Die größte Ausdehnung erreichte das Stadtgebiet von Ephesos im 3. Jahrhundert v. Chr. Damals verfügte die antike Metropole über einen wichtigen Seehafen. Ab dem Jahr 189 v. Chr. gehörte Ephesos zum Königreich Pergamon. Die Herrschaft dauerte bis zur Ankunft der Römer im Jahr 133 v. Chr. Ab diesem Zeitpunkt gehörte die Stadt zum Römischen Reich und entwickelte sich zu einer der größten Metropolen im Einflussbereich der antiken Großmacht.

Mit dem Einsetzen reger archäologischer Forschungsarbeit im 19. Jahrhundert liefen Bestrebungen, den sagenumwobenen Tempel der Artemis zu finden und freizulegen. Britische Archäologen leiteten zwischen 1863 und 1874 die ersten Grabungsarbeiten auf dem Gebiet der antiken Großstadt. Im Jahr 1895 übernahm das Österreichische Archäologische Institut die Planung und Durchführung der Ausgrabungen in Ephesos. Weite Teile des einstigen Stadtgebietes wurden seither freigelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neben öffentlichen Gebäuden wurden auch zahlreich Wohnhäuser ausgegraben, in deren Innenräume kunstvolle Wandmalereien und Mosaike zu bewundern sind. Ephesos war in der Antike für großen Wohlstand und ungeheuren Reichtum berühmt. Zahlreiche prunkvolle Bauten säumten einst die Straßen der Stadt und auf den Marktplätzen herrschte reges Treiben. Noch heute erzählen die steinernen Überreste in Ephesos Geschichten vom einstigen Wohlstand der Bevölkerung.

Hauptattraktion in der Stadt war in der Frühzeit der Tempel der griechischen Göttin Artemis, der zu den Sieben Weltwundern der Antike gehörte. Mit seiner Erbauung wurde im Jahr 580 v. Chr. begonnen und die Arbeiten zogen sich über 120 Jahre hin. Der Tempel wurde auf sumpfigen Gelände errichtet, was die Bauarbeiten immer wieder verzögerte. Durch einen Brand wurde die Anlage im Jahr 356 v. Chr. zerstört. Der Wiederaufbau erstreckte sich über weitere 100 Jahre. Nach Abschluss der Arbeiten erstrahlte der Artemistempel prunkvoller als je zuvor. Sein Dach ruhte auf 177 Säulen mit einer Höhe von jeweils 18 Metern. Im Jahr 55 n. Chr. soll der Apostel Paulus das Bauwerk noch besucht haben, bis mit dem Einfall der Goten im Jahr 268 n. Chr. der Tempel zerstört wurde. Heute erinnert nur noch eine Säule in Ephesos an das einstige Weltwunder.

Die Ausgrabungsstätte im Westen der Türkei gehört heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes. Mehrere Hunderttausend Touristen statten der antiken Stadt alljährlich einen Besuch ab. Sie spazieren durch die alten Ruinen eindrucksvoller Bauwerke und wandeln auf den breiten Straßen der antiken Metropole. Zahlreiche steinerne Überreste vermitteln noch heute einen plastischen Eindruck vom einstigen Leben in Ephesos. Große Bad-Gymnasium-Komplexe zeugen von der antiken Bäderkultur der Einwohner. Im Hafengymnasium, im Variusbad und im Theatergymnasium spielten sich große Teile des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens ab. Lateinische und griechische Inschriften an zahlreichen Gebäuden erlaubten den Wissenschaftlern einen Einblick in die Lebensweise und Bräuche der damaligen Zeit. In Ephesos gab es Theater, öffentlich zugänglich Thermen und zahlreiche Tempel. Vom Hadrianstempel und den Kultstätten für Kaiser Domitian sind heute nur noch Ruinen übrig. Mit dem Wiederaufbau der Celsus-Bibliothek aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert wurden neue Wege beschritten, um den Besuchern der Ausgrabungsstätte einen plastischen Eindruck von der Architektur und Pracht der antiken Bauwerke zu vermitteln.

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