Hagia Sophia - Wahrzeichen Istanbuls

Die Hagia Sophia wurde im 6. Jahrhundert n. Chr. im Stadtzentrum von Istanbul als Kirchenbau errichtet und gehört bis heute zu den bedeutendsten Bauwerken der Spätantike.

Hagia Sophia
Hagia Sophia - ein Wahrzeichen Istanbuls

Die Hagia Sophia ist ein Wahrzeichen Istanbuls und steht bis heute als Symbol für die bewegte Geschichte der Stadt am Bosporus. Die türkische Metropole war in ihrer 2.600-jährigen Geschichte die Hauptstadt verschiedener Königreiche und war unter den Namen Byzanz und Konstantinopel bekannt. Die Hagia Sophia spielte in der Geschichte eine bedeutende Rolle als religiöses Zentrum orthodoxer Christen, als Krönungsort byzantinischer Kaiser und nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im 15. Jahrhundert als islamistische Moschee. Der monumentale Kuppelbau wurde zwischen 558 und 562 nach einer Bauzeit von nur sechs Jahren eingeweiht. Auftraggeber war der Kaiser des Oströmischen Reiches Justinian I. Bis zum Jahr 641 diente die Hagia Sophia als Staatskirche. Danach fanden die Zeremonien zur Krönung der byzantinischen Kaiser in dem Gebäude statt.

Nachdem Konstantinopel im Jahr 1204 von den Kreuzfahrern besetzt wurde, diente die Hagia Sophia bis zum Jahr 1261 venezianischen Geistlichen als römisch-katholisches Gotteshaus. Danach wurde das Bauwerk von orthodoxen Christen genutzt. Im Jahr 1453 eroberten die Türken Konstantinopel und besiegelten damit das endgültige Ende des Oströmischen Reiches. Die Hagia Sophia wurde zur Moschee umgebaut und christliche Symbole wurden aus der Kirche entfernt. Im Rahmen der Umgestaltungsmaßnahmen wurden Wandmalereien und Mosaike im Innenbereich zerstört oder verschwanden unter Putz. Optische Veränderungen im Außenbereich erfolgten durch das Hinzufügen von Minaretten. Der erste Turm dieser Art wurde bereits im Jahr der Eroberung Konstantinopels durch die Türken errichtet. Bis 1573 wurden weitere drei Minarette hinzugefügt, die der Hagia Sophia heute ihr charakteristisches Aussehen verleihen. Mit der Machtübernahme durch Atatürk in der Türkei wurde das Bauwerk im Jahr 1934 in ein Museum umgewandelt, das die Nutzung der Hagia Sophia als religiöses Bauwerk seit der Spätantike dokumentieren sollte.

Das Hauptschiff der Hagia Sophia wird von einer 56 Meter hohen Kuppel überspannt, die zur Zeit der Errichtung im 6. Jahrhundert eine architektonische Meisterleistung darstellte. Sie besitzt einen Durchmesser von 31 Metern und ist mit 40 Fenstern versehen, die sich jeweils zwischen den tragenden Gewölbeteilen befinden. Sie sollten vermutlich Rissbildungen in der Kuppel vorbeugen. In der Apsis sind Mosaike aus dem 9. Jahrhundert zu erkennen, die die heilige Mutter Gottes und den Erzengel Gabriel zeigen. Die Sultansloge auf der linken Seite neben der Apsis stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Säulen im Hauptschiff der Hagia Sophia sind mit prächtigen antiken Marmorverkleidungen versehen, die aus sämtlichen Regionen des Römischen Reiches stammten. Überreste alter Mosaike befinden sich auf den Emporen, deren Nutzung sowohl im Byzantinischen Reich als auch unter türkischer Herrschaft den Frauen vorbehalten blieb. Die Verzierungen zeigen ein Bild von Kaiser Alexander, der von 912-913 herrschte und ein Bildnis der Kaiserin Zoe. Weitere Fresken und Mosaiken aus der Zeit der Nutzung als christliche Kirche befinden sich in den Vorhallen der Hagia Sophia.

Im Hof der Hagia Sophia haben Sie die Gelegenheit, zahlreiche archäologische Fundstücke zu besichtigen. Darunter befinden sich ein Moscheenbrunnen und ein überdimensionales Taufbecken, das heute als das Größte der gesamten Christenheit angesehen wird. Neben den religiösen Artefakten befinden sich fünf Herrschergräber im Hof, in denen Sultane und ihre Angehörigen beigesetzt wurden. Die Hagia Sophia gilt heute als bedeutendstes Beispiel für den Bau einer spätantiken Kuppelbasilika und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sie bildete die Grundlage für die weitere Entwicklung des Kirchenbaus im westeuropäischen Kulturkreis und dient bis heute als architektonisches Vorbild für den Kuppelbau islamistischer Moscheen. Das byzantinische Erbe hat auf diese Weise bis in die Gegenwart überlebt. Als Prototyp der neuen Bauweise entstand zwischen 1501 und 1506 in Istanbul, das damals noch unter der Bezeichnung Konstantinopel bekannt war, die Beyazid II.-Moschee.

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