Kappadokien - bizarre Felslandschaft

Bizarre Steinsäulen, pyramidenartige Felsformationen und unterirdische Städte – Kappadokien ist eine vom Vulkanismus geformte Mondlandschaft in Zentralanatolien, deren Höhlenkirchen und Felswohnungen zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.

Türkei Kappadokien
Kappadokien - bizarre Felslandschaft

Rund 300 Kilometer östlich der türkischen Hauptstadt Ankara erstreckt sich mit der Region Kappadokien eine faszinierende Naturlandschaft, die mit ihren spektakulären Tuffsteinpyramiden und schlotähnlichen Felsensäulen zu den meistbesuchten Landschaften der Türkei gehört. Während sich vor wenigen Jahrzehnten lediglich einige Rucksacktouristen in die Gegend in Zentralanatolien verirrten, erwartet Sie heute eine gut ausgebaute Infrastruktur mit Restaurants, Hotels, Pensionen und Souvenirgeschäften in dieser Region. Die bizarre Felslandschaft, die in ihrem Erscheinungsbild an die Oberfläche des Mondes erinnert, wurde vor Millionen Jahren durch Ausbrüche der Vulkane Hasan und Erciyes geformt. Lavaströme und Asche überzogen die Gegend und lagerten sich ab. Sie hinterließen nach dem Erkalten eine Decke aus weichem Tuffstein. Wind und Wasser formten in der Folgezeit spektakuläre Kegel, spitz zulaufende Pyramiden und bis zu 30 Meter hohe Kamine, die der Landschaft ein surrealistisches Aussehen verleihen.

Im Rahmen von Spaziergängen und Wanderungen durch diese von der Natur geformte Berglandschaft gibt es zahlreiche Entdeckungen zu machen. Unzählige Kammern und Wohnungen wurden vor Jahrhunderten in das weiche Material gegraben. Einst lebten hier Menschen und die Spuren der frühen Besiedlung sind noch heute im Inneren der Aushöhlungen erkennbar. Unmittelbar neben den frühen Behausungen stoßen Sie auf Kirchen und kleine Felskapellen, die zum Teil aus dem frühen 4. Jahrhundert n. Chr. stammen. Noch heute sind Altäre, Bänke und Taufbecken zu erkennen. Die gesamte Inneneinrichtung wurde aus dem weichen Tuffstein geschlagen. Die Wände sind mit frühchristlichen Malereien verziert. Um die versteckt liegenden Felswohnungen zu besuchen, sind keine langen Expeditionen und keine Führung erforderlich. Bereits im Rahmen von kurzen Spaziergängen entdecken Sie die Verstecke in den Bergen. Jahrhundertelang waren die Wohnungen schützende Behausung für die Menschen der Region und noch heute werden die ausgehöhlten Kegel und Pyramiden von vielen Familien als Vorratslager und Stallung genutzt.

Kappadokien liegt an der sogenannten Seidenstraße, die bis in die Neuzeit die wichtigste Handelsroute auf dem Landweg von Europa nach Asien darstellte. Die Menschen in der Region sahen sich immer wieder Überfällen verschiedener Eindringlinge aus unterschiedlichen Herrschaftsbereichen ausgesetzt. Zum Schutz vor Überfällen schlugen sie riesige unterirdische Höhlensysteme in den weichen Tuffstein und legten ganze Städte unter der Erdoberfläche an. Derinkuyu ist die Größte von ihnen. Auf insgesamt acht Stockwerken befinden sich neben Wohnräumen, Vorratslagerstätten und Kirchen auch Schulen, Versammlungsräume und Stallungen unter der Erde. Zu den ältesten Ansiedlungen in Kappadokien gehört die Ortschaft Zelve. In drei verschiedenen Tälern haben Sie die Möglichkeit, außergewöhnlich gut erhaltene Felswohnungen und Höhlenkirchen mit kunstvollen Wandmalereien und Fresken zu bestaunen. Weitere Zeugnisse des Wirkens in frühchristlicher Zeit finden Sie in der 14 Kilometer langen Ihlara-Schlucht zwischen den Orten Ihlara und Selime. Bis zu einer Höhe von 150 Metern ragen die Wände aus Tuffstein in die Höhe und die große Dichte an Höhlenwohnungen und Felskirchen zieht zahlreiche Besucher an.

Neben den touristisch erschlossenen Regionen um die Orte Göreme, Ürgüp und Avanos locken verträumte Bergdörfer, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, in Kappadokien mit einem Besuch. Das idyllische Städchen Uchisar empfängt Sie mit ursprünglichem Flair. Die Fassaden der alten Wohnhäuser sind aufwendig gestaltet und Bauern kreuzen mit voll beladenen Eselkarren ihren Weg. Im Zentrum erhebt sich der Burgfels, von dem Sie einen faszinierenden Rundumblick über die Stadt und die umliegenden Täler genießen. Orientalisches Ambiente erwartet Sie in der Stadt Kayseri. In der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Kappadokiens bummeln Sie über den bunten Basar, auf dem die unterschiedlichsten Produkte angeboten werden. An allen Ecken wird gefeilscht und Händler bieten lautstark ihre Waren an. Sehenswert sind die Ulu Moschee und die Hvant Hatum Moschee im Stadtzentrum.

TOP