Troja - Mythos einer antiken Stadt

Das sagenumwobene Troja liegt an der Meerenge der Dardanellen und wurde in der Antike durch ein hölzernes Pferd berühmt, das der Stadt gleichzeitig den Untergang bringen sollte. Die Ausgrabungsstätten von Troja gehören seit 1998 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Troja
Troja - Mythos einer antiken Stadt

Die Ruinen des legendären Troja gehören zu den populärsten Sehenswürdigkeiten in der Türkei. Der Mythos der antiken Stadt und ihr Untergang leben bis heute weiter und ziehen alljährlich Hunderttausende Touristen und Schaulustige zu den Ausgrabungsstätten im Westen der Türkei. Ein Nachbau des hölzernen Pferdes, das einst zur Eroberung der als uneinnehmbar geltenden Stadt führte, schmückt heute das Gelände im türkischen Canakkale. Im hohlen Bauch des Tieres verborgen, drangen der Mythologie zufolge die Griechen in die antike Stadt ein und überwanden auf diese Weise durch eine List die wehrhaften Stadtmauern der reichen antiken Metropole. Der antike griechische Autor und Geschichtsschreiber Homer beschrieb das antike Troja in seiner Dichtung als "Ilias". Der junge Archäologe Heinrich Schliemann entdeckte die Ruinen der sagenumwobenen Stadt an der Dardanellen-Meerenge und begann im Jahr 1873 mit den Ausgrabungen.

Viel ist über das antike Troja nicht bekannt und noch heute gilt der Standort der einstigen Metropole an der Meerenge der Dardanellen unter Wissenschaftlern als umstritten. Troja befand sich der Überlieferung zufolge an der westtürkischen Küste und kontrollierte seit der Bronzezeit den Schiffsverkehr zum Schwarzen Meer. Durch die Einnahme von Wegzöllen gelangte die Stadt zu großem Wohlstand. Mit den Dichtungen des griechischen Geschichtsschreibers Homer wurde Troja bekannt und der Ort auf dem Hügel Hisarlik wurde noch zur Zeit des Römischen Reiches verehrt. Danach geriet Troja und damit der genaue Standort der Stadt in Vergessenheit. Seit dem frühen 19. Jahrhundert wurde die Suche nach dem sagenumwobenen Troja in vielen Ländern Europas intensiviert. Doch es sollte dem damals noch unbekannten Heinrich Schliemann vorbehalten bleiben, die Ruinen der antiken Stadt unter Sand, Stein und Geröll auf dem Hügel Hisarlik ausfindig zu machen.

Weltberühmt wurde Schliemann mit der Freilegung des des sogenannten "Schatzes des Priamos". Rund 8.000 Artefakte vom antiken Dolch über kostbare Vasen bis hin zu wertvollen Schmuckstücken förderte das Grabungsteam auf dem Gelände von Troja zutage. Nach Schliemann gruben Generationen von Archäologen am Standort der sagenumwobenen Stadt und legten bis heute die steinernen Überreste von Theatern, Burgmauern und Säulen frei. Die frühesten Funde wurden auf die Bronzezeit datiert. Mehrere Siedlungsschichten wurden nacheinander freigelegt und die Untersuchung von Keramikscherben ergab, dass das vermutliche Ende von Troja in die Zeit zwischen 1.300 und 1.200 v. Chr. fällt. Im Archäologischen Museum von Canakkale werden zahlreiche Fundstücke und Artefakte gezeigt, die im Lauf der Jahrzehnte bei den Grabungen entdeckt wurden. Zu den Fundstücken neueren Datums gehört unter anderem eine Statue des römischen Kaisers Hadrian.

Das Gelände der Ausgrabungsstätten können Sie heute betreten und durch die antiken Ruinen des sagenumwobenen Trojas spazieren. Es sind Reste befestigter Straßen und die Fundamente antiker Säulen zu sehen und Sie kommen am sogenannten Pithos-Garten vorbei. Dort können Sie riesige Krüge und Amphoren bestaunen, in denen in vorchristlicher Zeit Getreide, Olivenöl und Wein aufbewahrt und transportiert wurde. Sie erklimmen die Überreste des Athene-Tempels und passieren auf Ihrem Rundgang die Ruinen antiker Wohnhäuser und die steinernen Grundmauern eines römischen Bades und eines Amphitheaters. Die Reste der Stadtmauern zeugen mit einer Dicke von vier bis fünf Metern noch heute von der Wehrhaftigkeit der antiken Metropole. Am Eingang steht der Nachbau des überdimensionierten hölzernen Pferdes, das der Stadt einst den Untergang brachte. Es kann erklommen werden und gewährt aus der Höhe einen weitreichenden Rundumblick über das gesamte Gelände. Nach der Besichtigung der Grabungsstätten lohnt ein Abstecher in das Archäologischen Museum von Canakkale, wo Sie umfassende Informationen zur antiken Stadt Troja und den aufbewahrten Fundstücken erhalten.

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