Ho-Chi-Minh-Mausoleum - letzte Ruhestätte

Ho Chi Minh war ein vietnamesischer Revolutionsführer und wurde nach der erfolgreichen Befreiung des Landes von der Kolonialherrschaft zum Präsidenten gewählt. Sein einbalsamierter Leichnam wird im Ho-Chi-Minh-Mausoleum in Hanoi aufbewahrt.

Vietnam Ho Chi Minh Stadt
Ho Chi Minh Stadt

Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum in Hanoi ist ein klobig wirkender Bau, der nach dem Vorbild des Lenin-Mausoleums in Moskau nach dem Tod des Revolutionsführers errichtet wurde. Ho Chi Minh wird bis heute als Nationalheld verehrt und genoss bereits zu Lebzeiten den Ruf als Integrations- und Vaterfigur für viele Vietnamesen. Nach seinem Tod am 2. September 1969 setzte in dem kommunistisch regierten Land ein ausufernder Personenkult ein, der bis heute anhält und mit der Errichtung des monumentalen Mausoleums in Hanoi seinen Höhepunkt fand. Dass die Aufbewahrung und öffentliche Zurschaustellung seines Leichnams gegen den ausdrücklichen letzten Willen Ho Chi Minhs erfolgte, kümmerte die kommunistischen Führer wenig. Der Revolutionär wollte, dass sein Leichnam nach seinem Tod verbrannt wird und Teile seiner Asche in allen Landesteilen vergraben wird. Weder ein Staatsbegräbnis noch die Aufbahrung in einem Staatsmausoleum standen in seinem Sinn.

An vier Tagen in der Woche, von Dienstag bis Freitag, ist das Ho-Chi-Minh-Mausoleum für Besucher geöffnet und der einbalsamierte Leichnam kann besichtigt werden. Im Oktober und November bleibt das Gebäude geschlossen, um notwendige Erhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Das Mausoleum befindet sich am Ba-Dinh-Platz in Hanoi. Hier verlas Ho Chi Minh am 2. September 1945 die Unabhängigkeitserklärung und erklärte die französische Kolonialherrschaft in Vietnam für beendet. Später wurde dieser Tag als vietnamesischer Unabhängigkeitstag zum Nationalfeiertag. Dieses Datum sollte in der Zukunft noch eine Rolle spielen: Da der Todestag Ho Chi Minhs im Jahr 1969 mit dem Datum des Unabhängigkeitstages zusammenfiel, entschloss sich die kommunistische Führung kurzerhand, das Datum des Ablebens des damaligen Präsidenten auf den 3. September zu verlegen. Erst in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde diese Handlung korrigiert. Der Ba-Dinh-Platz wird heute im Wesentlichen für Aufmärsche und Kundgebungen zu parteipolitischen Anlässen genutzt.

An den Tagen, an denen das Ho-Chi-Minh-Mausoleum geöffnet hat, herrscht ein reger Besucherandrang. Reisebusse werden von Sicherheitsbehörden eingewiesen und Zufahrtsstraßen werden als Einbahnstraßen gekennzeichnet. Touristen aus der ganzen Welt reihen sich in die lange Schlange der Wartenden ein. In kleineren Gruppen dürfen die Besucher die Schleuse passieren. Vor dem Eintreten in das Mausoleum werden penible Sicherheitskontrollen durchgeführt. Kameras überwachen den Eingangsbereich und Röntgenapparate durchleuchten Gepäckstücke. Das Fotografieren des einbalsamierten Leichnams ist verboten. Vor dem Betreten des Gebäudes hat jeder Besucher seine Kopfbedeckung zu entfernen. Polizisten weisen die Wartenden in der Schlange auf diesen Umstand hin und machen nicht selten lautstark von der Trillerpfeife Gebrauch, um die Ordnung in der Zweierreihe zu erhalten. Der Gang in das Mausoleum führt über Stufen nach oben. Der Leichnam selbst ist in rotes Licht getaucht und liegt in einem gläsernen Sarg. Soldaten haben an allen vier Ecken der letzten Ruhestätte Ho Chi Minhs Posten bezogen. Stehenbleiben ist nicht gestattet.

Das Ho-Chi-Minh-Mausoleum wurde zwischen 1973 und 1975 erbaut. Das Gebäude wurde nach dem Vorbild des Lenin-Mausoleums in Moskau errichtet und soll viermal größer sein. Die gewaltigen Ausmaße des Ba-Dinh-Platzes mildern die monumentalen Ausmaße des Mausoleums etwas ab. Mit dem Bau der Kultstätte verstießen die kommunistischen Machthaber in Vietnam bewusst gegen die Überzeugungen Ho Chi Minhs. Der Revolutionsführer pflegte zu Lebzeiten einen bescheidenen Lebensstil und wohnte in einem kleinen Haus neben dem eigentlichen Regierungsgebäude. Damit lebte er die von ihm propagandierten marxistischen Lehren seinem eigenen Volk vor. Nicht zuletzt auf dieser Tatsache beruht die große Popularität des Mannes. Dessen ungeachtet wird im Schwarzbuch des Kommunismus von rund einer Million Todesopfern berichtet, die durch das Verschulden Ho Chi Minhs umgekommen sind.

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