Hoi An - ein architektonisches Kleinod

Japanische und chinesische Handelshäuser aus dem 16. Jahrhundert, knallbunte Tempel und quirliges Treiben im Hafen – die zentralchinesische Stadt Hoi An ist ein architektonisches Kleinod, dessen gesamte Innenstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Hoi An
Hoi An

In Hoi An befand sich im 16. und 17. Jahrhundert der größte Hafen des südostasiatischen Raums. Die Küstenstadt in Zentralvietnam galt einst als eine Station der "Seidenstraße des Meeres" und war ein bedeutender Umschlagplatz für chinesisches Porzellan, wertvolle Seidenstoffe und asiatische Medizin. Die überregionale Bedeutung der Hafenstadt hielt bis in das 19. Jahrhundert an. Dann versandete der Hafen und die Handelstätigkeit verlagerte sich in die nahe Hafenstadt Danang. Hoi An fiel in einen jahrhundertelangen Dornröschenschlaf. Die Stadt überdauerte den Vietnamkrieg unbeschadet und trotzte den Widrigkeiten der Jahrzehnte dauernden kommunistischen Herrschaft. In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde Hoi An durch die Entdeckung für den Tourismus wachgeküsst. Im Jahr 1999 entschied die UNESCO, das gesamte historische Zentrum der vietnamesischen Stadt in die Welterbeliste aufzunehmen.

Die Gründung von Hoi An erfolgte im 4. Jahrhundert durch die einflussreichen Cham. Bis zum 10. Jahrhundert war der Hafen Treffpunkt für arabische, persische und chinesische Segelschiffe und Händler. Zum Ende des 15. Jahrhunderts erlebte Hoi An einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung. Dabei profitierte die Stadt von der Abschottung Chinas und Japans. Die Länder ließen ihre Waren in Häfen außerhalb des eigenen Landes umschlagen. Aus diesem Grund siedelten sich zahlreiche japanische und chinesische Händler in Hoi An an. Das Stadtgebiet war zur damaligen Zeit in einen japanischen und einen chinesischen Teil gegliedert. Mit der Erkundung neuer Handelsrouten durch die Europäer im 17. Jahrhundert nahm die Bedeutung der vietnamesischen Hafenstadt noch einmal zu. Portugiesen, Holländer und Franzosen ließen sich in Hoi An nieder und gründeten Handelskontore. Als der ökonomische Erfolg der europäischen Handelsniederlassungen jedoch auf sich warten ließ, zogen sich die neu gegründeten Companys aus Hoi An zurück.

Der wirtschaftliche Erfolg als südostasiatische Drehscheibe hielt bis in das 19. Jahrhundert an. Dann setzte die zunehmende Versandung des Hafens durch Ablagerungen des Flusses Thu Bon der Geschäftstätigkeit in der Stadt ein Ende. Heute sind die historischen Handelshäuser, die japanische Brücke und die chinesischen Versammlungshallen mit ihren Tempeln der größte Schatz von Hoi An. Das historische Stadtzentrum ist ein architektonisches Gesamtkunstwerk, das sich aus Bauwerken verschiedener Jahrhunderte zusammensetzt. Auf unvergleichliche Weise verschmelzen in Hoi An einheimische Einflüsse und Einflüsse anderer Kulturkreise zu einer Einheit. Zu den bedeutendsten Bauwerken in der Stadt gehört die japanische Brücke. Sie verband einst das chinesische mit dem japanischen Viertel. Die überdachte Brücke besitzt eine Gesamtlänge von 18 Metern und überquert einen Seitenarm des Thu-Bon-Flusses. An den Zugängen sind steinerne Portalfiguren platziert, die wahrscheinlich aus dem 17. Jahrhundert stammen. Das heutige Aussehen erhielt die japanische Brücke im Jahr 1763, nachdem der Vorgängerbau aus dem Jahr 1595 zerstört wurde.

Einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Stadt erhalten Sie im Museum of Say Huynh Culture und im Museum of History and Culture. Anhand zahlreicher Exponate wird in beiden Museen die Geschichte von Hoi An unter Berücksichtigung der jeweiligen Themenbereiche erzählt. Zur Besichtigung der Altstadt benötigen Sie ein spezielles Ticket. Damit steht Ihrem Besuch der chinesischen Versammlungshallen mit der farbenprächtigen Phuc Kien Pagode, der japanischen Brücke und eines Museums nichts mehr im Wege. Der quirlige Markt am Fluss gilt als einer der größten und abwechslungsreichsten in Vietnam. An der Uferpromenade wird in traditioneller Weise direkt an der Straße gekocht. Einen Bummel durch die romantischen Gassen der Altstadt mit der eindrucksvollen Architektur sollten Sie in den Abendstunden durchführen. Dann werden die Häuserfassaden an der Uferpromenade angestrahlt und erzeugen eine idyllische Stimmung. Mit dem Cua-Dai-Strand liegt ein kilometerlanger Sandstrand direkt vor den Toren von Hoi An. An den Wochentagen ist er nahezu menschenleer und lädt zu einem Bad und Spaziergängen ein.

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