Hue – Welterbe mit kulturellem Reichtum

Hue ist eine Großstadt im Zentrum Vietnams, deren kultureller Reichtum mit der Zitadelle, der Verbotenen Stadt und den eindrucksvollen Pagoden zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Hue
Erinnerungsbogen an der Zitadelle in Hue

Rund 300.000 Einwohner zählt die vietnamesische Metropole Hue am Parfüm-Fluss. Die Stadt war von 1802 bis 1945 die Hauptstadt des südostasiatischen Landes und in unmittelbarer Nähe von Hue verlief einst die Grenze zwischen Nord- und Südvietnam. Während des Vietnamkrieges stand die Stadt im Brennpunkt der militärischen Auseinandersetzungen. Im Zuge der sogenannten Tet-Offensive, die heute als Wendepunkt im Krieg zwischen den USA und Vietnam gilt, kam es im Stadtgebiet zu schweren Zerstörungen. Im Jahr 1968 kam es in Hue zu einem der größten Massaker während des Krieges. Nach der Besetzung der Stadt durch den Vietcong und die nordvietnamesische Armee wurden Tausende Zivilisten ermordet, die als Klassenfeinde und Kollaborateure eingestuft wurden. Unbestätigten Angaben zufolge verloren damals zwischen 3.000 und 6.000 Menschen ihr Leben.

Die Vergangenheit von Hue ist durch den buddhistischen Glauben geprägt. Die Stadt war ein bedeutendes Zentrum des buddhistischen Mönchtums. Darüber hinaus hatte der katholische Erzbischof seinen Sitz in Hue. Im Jahr 1963 kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Truppen des katholischen Machthabers Ngo Dinh Diem und Anhängern des buddhistischen Glaubens, als dieser anlässlich von Buddhas Geburtstag das Hissen buddhistischer Fahnen verbieten ließ. Noch heute ist die Stadt Bischofssitz, wenngleich die Mehrheit der Bevölkerung dem buddhistischen Glauben anhängt. Hue hat einen ungeheuren kulturellen Reichtum zu bieten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ Kaiser Gia Long am Ufer des Parfümflusses eine gewaltige Palastanlage nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in China errichten. Nur wenige Angehörige und Vertraute des Kaisers hatten Zugang zu der Anlage. Die Verbotene Stadt von Hue erstreckt sich über eine Fläche von etwa einem Quadratkilometer und ist von einer Mauer umgeben. Hier lebte der Kaiser mit seinen Angehörigen. Der Hofstaat war in der sechs Quadratkilometer großen Zitadelle untergebracht.

Die Zitadelle von Hue besitzt riesige Ausmaße und ist von einem Graben und einer Mauer umgeben. Während der Kampfhandlungen im Vietnamkrieg wurden allerdings zahlreiche Tempel, Pagoden und Pavillons im Inneren zerstört. Einige wurden wieder aufgebaut und mit viel Liebe zum Detail restauriert. Bei Betreten des Geländes durch das Mittagstor gelangen Sie direkt zur "Halle der höchsten Harmonie". In dem Gebäude befindet sich der kaiserliche Thron. Weiter hinten erheben sich hinter dem Mauern der Verbotenen Stadt das kaiserliche Theater und der Lesepavillon. Das ehemalige Theater wird heute zur Aufführung von Tanzvorführungen und Musikveranstaltungen genutzt. Entlang der Seitenmauern finden Sie einige Tempel, die wieder aufgebaut und restauriert wurden. Zu den bekanntesten Bauwerken in der Stadt Hue gehört die Thien Mu Pagode. Das siebenstöckige Gebäude erhebt sich oberhalb des Flussufers des Parfüm-Flusses und ist über eine steile Treppe zu erreichen. Die Pagode stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und ist Teil eines buddhistischen Klosters. Die Gebetshalle der Mönche befindet sich im Zentrum der Anlage. Eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit auf dem Gelände ist ein alter Austin, der in einer Garage parkt. Mit diesem Fahrzeug fuhr der buddhistische Mönch Thich Quang Duc im Jahr 1963 nach Saigon, um sich aus Protest gegen den katholischen Machthaber Ngo Dinh Diem vor laufenden Kameras selbst zu verbrennen.

Eine besondere Sehenswürdigkeit in Hue sind die eindrucksvollen kaiserlichen Grabanlagen. Dem Stadtgebiet am nächsten liegt das Grab von Kaiser Tu Duc, der 40 Jahre lang regierte und im Jahr 1883 verstarb. Die Grabstätte ist von einem parkähnlichen Garten mit einem Lotusteich und zahlreichen Pavillons umgeben. Die Innenräume der Hallen sind reich verziert und schmuckvoll ausgestattet. Ähnliche Ausmaße besitzt die Grabanlage von Kaiser Minh Mang, der als Vorgänger von Tu Duc im Jahr 1841 verstarb. In dem anmutig wirkenden Park befinden sich kleine Pavillons, steinerne Statuen, einzelnen Tempel und die Grabanlage des Kaisers.

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