Essen und Getränke in Neuseeland

Die neuseeländische Küche ist stark durch europäische Einflüsse geprägt und spiegelt in einzelnen Gerichten die Esskultur der als Maori bezeichneten Ureinwohner wider.

Essen und Getränke Verandakaffee
Essen und Getränke; hier: Verandakaffee

Die ersten europäischen Siedler brachten die Esskultur ihrer Länder mit nach Neuseeland und führten gleichzeitig die ersten Nutztiere ein. Säugetiere gab es bis zur Ankunft der ersten Polynesier im 13. Jahrhundert nicht und Beeren, Früchte, Wurzelgemüse und Meeresfrüchte bildeten die Nahrungsgrundlage der Maori. Mit der Ankunft der Europäer wurden Rinder und Schafe in Neuseeland angesiedelt und für Jahrhunderte dominierten Rind- und Hammelfleisch den Speiseplan. Mit Porridge prägte eine auf Haferflocken basierende Grütze mit frischer Milch oder Sahne jahrhundertelang das Frühstück wohlhabender Siedler.

Versuche der Missionare, die Maori an europäische Essgewohnheiten zu gewöhnen, scheiterten zunächst. Die Ureinwohner lehnten die meisten europäischen Nahrungsmittel ab und behielten ihre traditionelle Esskultur bei. Sie bewahrten sich darüber hinaus feierliche Riten, die die Einnahme der Mahlzeit begleiteten. Mit der Entwicklung neuartiger Backöfen zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Leidenschaft der europäischen Einwanderer für süße Backwaren aller Art geweckt. Der Trend hielt bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts an und noch heute spielen Biskuit-Gebäck, Kekse aus Haferflocken und Eierkuchen eine große Rolle als Nachspeise und als Ergänzung zu Kaffee oder Tee.

Mit der zunehmenden Internationalisierung seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die neuseeländische Küche abwechslungsreicher und vielfältiger. Neben traditionellen Restaurants öffneten amerikanische und australische Gastronomiebetriebe in den Städten und große amerikanische Fast-Food-Ketten eröffneten eigene Niederlassungen. Im Zuge dieser Neueröffnungen stieg die Anzahl an Restaurants in der neuseeländischen Metropole Auckland sprunghaft von 94 Gastronomiebetrieben im Jahr 1961 auf 560 im Jahr 1986 an.

Seit der Ankunft der europäischen Siedler spielten Fleischgerichte eine große Rolle in der neuseeländischen Küche. Die meisten Speisen haben ihren Ursprung in Großbritannien, das bis in die Gegenwart enge Kontakte zu Neuseeland pflegt. Ein traditionelles neuseeländisches Gericht ist Lammbraten, der in dem Pazifikstaat als Sunday Roast bezeichnet wird. Das Fleisch wird oft mit den als Kumara bezeichneten Süßkartoffeln, grünen Erbsen und Kürbis serviert. Eine Delikatesse, die nur in Neuseeland erhältlich ist, sind die sogenannten Bluff-Austern. Diese besonders fleischige und wohlschmeckende Austernart kommt ausschließlich aus der Hafenstadt Bluff und kann nur zwischen März und August verzehrt werden.

Ein klassisches neuseeländisches Fast-Food-Gericht ist Fish and Chips. Es besteht aus einem frittierten Fischfilet mit Pommes frites und hat seinen Ursprung auf der britischen Insel. Daneben spielen verschiedene Pasteten eine große Rolle in der neuseeländischen Küche. Sie werden traditionell mit Fisch oder Rind- bzw. Lammfleisch gefüllt. Analog zur englischen Küche besitzen Sandwiches eine große Bedeutung in Neuseeland. Unterschiedliche Zutaten wie Schinken, Käse, Salat und Würstchen werden als Füllung verwendet. Neben klassischen Sandwiches erfreuen sich auch Wraps großer Beliebtheit. Die Füllung dieser Teigtaschen setzt sich in der Regel aus europäischen und asiatischen Zutaten und Gewürzen zusammen. Bei den Salaten halten sich europäische und asiatische Zutaten die Waage. Infrage kommen frisches oder gegrilltes Gemüse, Reisnudeln und Fisch. Häufig werden asiatische Gewürze wie Currypulver, Wasabi und Thai Chilli Sauce zum Verfeinern der Salate benutzt.

Eine wichtige Rolle in der neuseeländischen Esskultur spielen Desserts. Zu den bekanntesten Nachspeisen gehört die Pavlova. Dabei handelt es sich um eine Baiser-Torte, die mit verschiedenen Früchten und Sahne gefüllt wird. Zur Dekoration werden Passionsfrüchte, Erdbeeren und Kiwis benutzt. Die Liebe zu diesem Gericht teilen sich die Einwohner Neuseelands mit den Australiern, die einen Anspruch auf Pavlova als landestypisches Nationalgericht erheben. Beliebt sind darüber hinaus Anzac-Biscuits. Diese lang haltbare Keksart besteht aus Haferflocken, Mehl, Zucker, Butter und Sirup. Ein dicker Eierkuchen, der auch in Australien und Schottland bekannt ist, wird in Neuseeland als Pikelets bezeichnet. Ein süßes Konfekt mit einer weichen und luftigen Konsistenz im Inneren ist Hokey Pokey. Dieses neuseeländische Toffee wird im Wesentlichen aus Wasser, Zucker, Sirup und Backpulver hergestellt.

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