Neuseelands Geschichte - ein kurzer Überblick

Die Besiedlungsgeschichte Neuseelands begann gegen Ende des 13. Jahrhunderts, als Polynesier von den südpazifischen Inseln einwanderten und das Land besiedelten.

Neuseeland Geschichte
Neuseeland Geschichte

Kulturgeschichtlich und geologisch betrachtet ist Neuseeland ein junges Land, das erst spät von Menschen besiedelt wurde. Die isolierte Lage des Landes brachte eine einzigartige Flora und Fauna hervor. Bis zur Ankunft der ersten Siedler waren mehr als 90 Prozent der Landmasse von dichten Urwäldern bedeckt. Schlangen und Säugetiere gab es in Neuseeland nicht und Raubtiere stammten ausschließlich von Vögeln ab. Mit dem flugunfähigen Kiwi und dem bis zu zwei Meter großen Laufvogel Moa entstanden endemische Arten, die nur in Neuseeland beheimatet waren.

Mit der Einwanderung der Polynesier im späten 13. Jahrhundert beginnt die Besiedlungsgeschichte Neuseelands. Ihre Nachkommen gelten als Gründer der Maori-Kultur. Das Fehlen von Säugetieren als Nahrung führte zu einer intensiven Bejagung des flugunfähigen Moa, der innerhalb weniger Jahre vollständig ausgerottet war. Mit dem Haastadler verschwand im Zuge der Besiedlung auch der größte Greifvogel der Neuzeit, dem der straußenähnliche Moa als Nahrungsgrundlage diente. Erst 200 Jahre nach der Besiedlung kultivierten die Maori die Süßkartoffel, die fortan den Speiseplan ergänzte.

Die ersten Europäer kreuzten zur Mitte des 17. Jahrhunderts mit ihren Schiffen vor der neuseeländischen Küste auf. Entdecker war der niederländische Seefahrer Abel Tasman, der im Jahr 1642 auf der Suche nach neuem Land auf der Südinsel Neuseelands landete. Die Besatzung setzte in der heutigen Golden Bay zum ersten Mal den Fuß auf das Land und wurde sofort in eine blutige Auseinandersetzung mit den Ureinwohnern verwickelt. Ein Jahr später landete der ehemalige Generalgouverneur von Niederländisch-Indien Hendrik Brouwer an der Küste und nannte es Nieuw Zeeland.

Mehr als 100 Jahre sollten vergehen, bis eine neue Expedition in die Gewässer von Neuseeland geplant und umgesetzt wurde. Der britische Seefahrer James Cook traf im Jahr 1769 mit seinem Schiff Endeavour auf der Nordinsel ein. Nach einer kompletten Umsegelung der Nordinsel und einem längeren Aufenthalt an der nördlichen Küste der Südinsel gelang ihm die Umrundung der kompletten Landmasse. James Cook erbrachte damit als Erster den Beweis, dass Neuseeland eine große Insel und kein neuer Kontinent war. Nach einer ersten missglückten Kontaktaufnahme zu den Maori entwickelte sich das Verhältnis zwischen Ureinwohnern und Europäern friedlich. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wanderten Wal- und Robbenfänger nach Neuseeland ein, denen wenig später die ersten Missionare folgten. Es kam zur Aufnahme von Handelsbeziehungen mit den Maori und beide Volksgruppen lebten friedvoll nebeneinander.

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts gelangten mit zahlreichen Europäern auch viele Schusswaffen nach Neuseeland, die von den Maori in bewaffneten Auseinandersetzungen unter den Stämmen zum Einsatz kamen. Die kriegerischen Handlungen zwischen 1829 und 1835 gingen als Musketenkriege in die Geschichte Neuseelands ein. Daneben häuften sich die bewaffneten Konflikte zwischen europäischen Siedlern und Ureinwohnern. Da Neuseeland noch nicht zu Großbritannien gehörte und es keine Gesetzgebung in dem Land gab, bestand von britischer Seite die Befürchtung, Frankreich könnte eine eigene Kolonie auf der neuseeländischen Halbinsel Banks Peninsula gründen. Aus diesem Grund ließ der britische Gesandte James Busby am 28.10.1835 einen Vertrag aufsetzen, der von 30 Stammesführern der Maori unterzeichnet wurde und als Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Stämme Eingang in die Geschichtsbücher fand.

Fünf Jahre später wurde aufgrund der französischen Bestrebungen, eine eigene Kolonie in Neuseeland zu gründen, das Land vom britischen Empire annektiert und der britischen Krone unterstellt. Nach Gründung der New Zealand Company im Jahr 1839 kam es zu einer großen Einwanderungswelle europäischer Siedler. Im Rahmen der Neuseelandkriege, die sich bis 1860 über zwanzig Jahre lang hinzogen, kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Europäern und Ureinwohnern. Zahlreiche Maori verloren in dieser Zeit ihr Leben. Im Zuge der Beilegung des Konfliktes erhielten die männlichen Maori im Jahr 1867 das Wahlrecht und eine bestimmte Anzahl Sitze im Parlament. Im Jahr 1893 führte Neuseeland als erstes Land der Welt das Frauenwahlrecht ein.

Bis 1907 blieb Neuseeland britische Kolonie. Danach erhielt das Land weitestgehende Unabhängigkeit durch den Status einer Dominion. Damit wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts Kolonien bezeichnet, die Selbstverwaltungsstatus erreicht hatten. Eine eigene Verfassung besitzt das Land erst seit 1986. Bis zu diesem Zeitpunkt besaß die New Zealand Constitution Acts Gültigkeit, die vom britischen Parlament ausgearbeitet wurde und im Jahr 1852 in Kraft trat. Neuseeland ist heute eine parlamentarische Monarchie und Mitglied im britischen Commonwealth of Nations.

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