Milford Sound - unwiderstehliche Anziehungskraft

Milford Sound ist ein Fjord im Westen der neuseeländischen Südinsel, der sich 15 Kilometer tief in das Land einschneidet und von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt wurde.

Milford Sound
Milford Sound - unwiderstehliche Anziehungskraft

Der Milford Sound ist eine bedeutende Touristenattraktion auf der Südinsel Neuseelands und übt auf Reisende eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Der britische Schriftsteller Rudyard Kipling war beim ersten Besuch des Fjords derart überwältigt von dem Anblick, dass der den Milford Sound als achtes Weltwunder bezeichnete. Bis auf eine Höhe von mehr als 1.200 Meter ragen die Felswände des Fjords an einigen Stellen in die Höhe. Üppiger grüner Regenwald der gemäßigten Klimazone bedeckt die Berge und zahlreiche Wasserfälle stürzen aus großer Höhe in die Tiefe. Einige besitzen eine Länge von 1.000 Meter und spülen viele Sedimente aus den waldreichen Bergregionen in den Fjord. Oft sind die Berggipfel am Milford Sound in dichten Nebel gehüllt, denn die Region gehört zu den regenreichsten Gebieten der Erde.

Direkt an den Fjord schließt sich der Gebirgszug der neuseeländischen Alpen an, an dem sich die Wolken stauen, die der Westwind von der Tasmanischen See heranführt. In der Region des Milford Sounds regnen sich die Wolken ab und sorgen für ergiebige Niederschläge. Bis zu 8.000 mm Regen fallen hier jährlich. Nach einem Regenguss bilden sich zahlreiche Wasserfälle, die ganze Teile des Regenwaldes in den Fjord schwemmen. Aus diesem Grund hat sich im Milford Sound ein eigenständiges Ökosystem entwickelt. Das Wasser im Fjord besteht aus einer Schicht Süßwasser, die mit vielen Sedimenten angereichert ist und einer darunter liegenden Schicht Salzwasser. Die Lichtverhältnisse im Salzwasser entsprechen durch den hohen Anteil an Schwebstoffen im Süßwasser denen in der Tiefsee und bereits wenige Meter unter der Wasseroberfläche ist eine Tier- und Pflanzenwelt beheimatet, die sonst nur in den großen Tiefen der Weltmeere beobachtet werden kann.

Ihnen stehen zwei Möglichkeiten offen, sich dem Milford Sound im Südwesten Neuseelands zu nähern. Rund fünf Stunden dauert die Anfahrt mit dem Auto oder Bus von der Stadt Queenstown aus. Spektakulärer ist die Anfahrt von Te Anau aus. In der kleinen Stadt im neuseeländischen Fjordland beginnt die 119 Kilometer lange Milford Road, die durch eine eindrucksvolle Landschaft führt. Mehrere Seen passieren Sie unterwegs. Darunter befinden sich der Mirror Lake und der Lake Gunn, der von einem tiefen Zauberwald mit moosbewachsenen Bäumen und mächtigen Farnen umgeben ist. Bevor Sie zum Milford Sound gelangen, durchqueren Sie den mehr als 1.000 Meter langen Homer Tunnel. Er endet am Rand einer tiefen Schlucht, die mit einem üppig wuchernden Regenwald bedeckt ist. In den Wintermonaten ist die Milford Road wegen der ergiebigen Schneefälle nicht durchgängig passierbar. Unter Umständen wird die Straße wegen Lawinengefahr im Bereich des Tunnels aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Fahrt auf der Milford Road durch die atemberaubenden Naturlandschaften weckt die Vorfreude auf den Fjord, den Sie im Rahmen einer Bootsfahrt von der Wasserseite aus bewundern.

Ausgangspunkt für eine Bootstour durch den 15 Kilometer langen Milford Sound ist das Milford Sound Visitor's Center. Während des Ausfluges haben Sie die Gelegenheit, Pinguine, Delfine und Robben im Wasser zu beobachten. Die Fahrt führt durch die tiefen Schluchten und an steilen Felswänden vorbei. Die höchste Erhebung am Fjord ist der 1.692 Meter hohe Mitre Peak, der wegen seiner charakteristischen Form als Bischofshut bezeichnet wird. Spannend ist ein Ausflug in das Unterwasserobservatorium Milford Deep. Dort können Sie unter anderem schwarze Korallen bestaunen, die normalerweise nur in den dunklen Tiefen der Ozeane beheimatet sind. Wanderer und Aktivurlauber erkunden die faszinierende Fjordlandschaft auf dem Milford Track. Er gehört zu den bekanntesten und meist frequentierten Wanderwegen Neuseelands und besitzt eine Länge von rund 54 Kilometern. Rund vier Tage müssen Sie für die anspruchsvolle Strecke einplanen und die Übernachtung erfolgt in Berghütten, die mit Gaskochern und Stockbetten ausgestattet sind.

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