Rotorua - geothermales Zentrum

Rotorua ist eine knapp 55.000 Einwohner zählende Stadt auf der Nordinsel Neuseelands, die unmittelbar an einem Geothermalfeld mit heißen Quellen, dampfenden Geysiren und brodelnden Schlammlöchern liegt.

Rotorua
Rotorua - geothermales Zentrum

Die Kurstadt Rotorua befindet sich am Südufer des Lake Rotorua, der nach dem Lake Taupo der zweitgrößte Binnensee Neuseelands ist. Die Hauptattraktion der Stadt ist ein ausgedehntes Geothermalfeld mit aktiven Geysiren und heißen Quellen. Das Feld liegt über einer geologisch aktiven Zone, die zum sogenannten Pazifischen Feuerring gehört. Die meisten Häuser in Rotorua werden mit Erdwärme geheizt und durch die Straßen der Stadt zieht stets ein leichter Schwefelgeruch. Das Klima in der Stadt ist subtropisch mit warmen Sommern und milden Wintern. Wichtigste Einnahmequelle ist der Tourismus. Das Geothermalfeld lockt alljährlich Hunderttausende Besucher an. Gegründet wurde Rotorua von den Maori um das Jahr 1830. Im Rahmen der Neuseelandkriege wurden zur Mitte des 19. Jahrhunderts einige Schlachten am Seeufer ausgetragen und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt am Lake Rotorua zu einem bedeutenden Kurort.

Mit mehr als 65 Geysiren, Schlammtöpfen und heißen Quellen gehört das Geothermalfeld in Rotorua zu den populärsten Touristenattraktionen auf der neuseeländischen Nordinsel. An rund 500 Öffnungen in der Erde ist die geothermale Aktivität zu beobachten. Der Pohuto-Geysir ist der bekannteste Geysir im Geothermalfeld. Er bricht in einem stündlichen Rhythmus aus und schleudert das Wasser meterhoch in die Luft. Bei einzelnen Ausbrüchen erreicht die Wassersäule eine Höhe von bis zu 30 Metern. Seltener bricht der Kereru-Geysir am Ende eines kleinen Basaltfeldes aus. Die Abstände zwischen den einzelnen Eruptionen reichen von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen. Unmittelbar mit den Aktivitäten des Pohuto-Geysirs sind die Ausbrüche des Prince of Wales Feathers-Geysirs verbunden. Er bricht stets etwas früher als der bekannte Nachbar aus. Eine Eruption kündigt sich durch einen schwachen Strahl an, der sich zu einer bis zu neun Meter hohen Wassersäule formt.

Neben einem Besuch im Geothermalen Zentrum Rotorua locken zahlreiche Freizeitaktivitäten in der Stadt und in der näheren Umgebung. Außerhalb des Stadtgebietes befinden sich einige der besten Mountainbike-Strecken Neuseelands. Es gibt die Möglichkeit, an einem Tandemsprung mit dem Fallschirm teilzunehmen und mit hoher Geschwindigkeit auf einer Sommerrodelbahn talwärts zu sausen. Exzellente Fischfanggründe befinden sich im Lake Rotorua und in den zahlreichen Flüssen, die in den See münden. Forellenfischer nutzen die Gelegenheit, um im klaren Wasser mit der Angelrute auf Beutejagd zu gehen. Von der Stadt sind im Winter schnell einige Skigebiete auf der neuseeländischen Nordinsel erreicht. Am Mt. Ruapehu liegen einige erstklassige Wintersportareale mit präparierten Skipisten und Snowboardparks. Ein reizvoller Ausflug führt Sie an den als Blue Pool bezeichneten Thermalsee in Rotorua. Das alkalische Wasser besitzt eine türkisblaue Färbung und die Wassertemperatur liegt zwischen 30 und 50 °C. In dem See sammelt sich das Wasser der Geysire und fließt unterirdisch ab.

Rotorua ist ein regionales Zentrum der Maori-Kultur und zahlreiche Orte in der Stadt sind eng mit der Lebensweise der indigenen Volksgruppe verknüpft. Die Überreste der uralten Siedlung Te Puia befinden sich auf einem Hügel außerhalb des Stadtgebietes. Die Anlage war einst mit Holzpalisaden umgeben und Teil eines Verteidigungssystems der als Te Arawa bezeichneten Ureinwohner. Ein modernes Bauwerk am Fuß des Hügels enthält Schnitzereien mit den Gottheiten der Maori. Das Versammlungshaus auf dem Gelände wird von den Maori als Ort für Zusammenkünfte genutzt. Daneben befinden sich eine traditionelle Schnitzschule und eine Weberei auf dem Gelände. Sehenswert ist der originalgetreue Aufbau eines Maori-Dorfes mit Wohnhütten, Vorratsspeichern und einem Nachthaus. Das gesamte Areal können Sie im Rahmen einer Rundfahrt mit einer kleinen Eisenbahn besichtigen. Der Maori-Friedhof auf einer Anhöhe ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe des Geothermalfeldes und die Toten werden wegen der hohen Temperaturen knapp unter der Erdoberfläche in gemauerten Grabnischen beigesetzt.

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