Tongariro Nationalpark - faszinierend

Der Tongariro Nationalpark liegt im Zentrum der neuseeländischen Nordinsel und ist ein kontrastreiches Naturschutzgebiet mit aktiven Vulkanen, smaragdgrünen Seen und einigen Kultstätten der indigenen Volksgruppe der Maori.

Tongariro
Tongariro Nationalpark - faszinierend

Der Tongariro Nationalpark ist der älteste Nationalpark Neuseelands und seine Gründung geht auf das Jahr 1887 zurück. Damals schenkte der Maori-Häuptling Te Heuheu Tukino IV. das Gebiet mit den drei Vulkanen der britischen Krone unter der Auflage, die einzigartige Naturlandschaft zu erhalten. Zur Einrichtung eines Nationalparks wurde weiteres Land hinzugekauft und im Jahr 1894 wurde das Nationalparkgesetz durch das Parlament verabschiedet. Rund 100 Jahre später wurde der Tongariro Nationalpark von der UNESCO zum Weltnatur- und Weltkulturerbe erklärt. Das Kerngebiet des Naturreservates befindet sich im Zentrum und schließt die drei aktiven Vulkane Ruapehu, Tongariro und Ngauruhoe ein. Mit einer Höhe von 2.797 Metern ist der Vulkankegel des Ruapehu die höchste Erhebung im Nationalpark.

Die Vulkane sind die Highlights im Tongariro Nationalpark. Das gewaltige Tongariro-Massiv erstreckt sich über 18 Kilometer Länge. Der Vulkankegel des Ngauruhoe liegt in diesem Gebirgsmassiv und ist genau genommen ein Nebenkrater des Tongariro. Der nahezu perfekt symmetrische Vulkankegel des Ruapehu diente unter der Bezeichnung Schicksalsberg als Hintergrundkulisse in der Filmtrilogie "Herr der Ringe". Der letzte Ausbruch im Gebiet der Vulkane ereignet sich im Jahr 2012. Am 21. November brach der Tongariro aus und beeinträchtigte den Flugverkehr in dieser Region. Für die Maori besitzen die Feuer speienden Berge mythische Bedeutung. Der Überlieferung zufolge erstarrte ein Hohepriester im Tongariro-Massiv während eines Schneesturms zur Eissäule. Er bat um Feuer, um die Eishülle schmelzen zu lassen und nach kurzer Zeit brach der Tongariro aus und die Wärme befreite den Priester aus seiner misslichen Lage. Am Fuß der Vulkane erstrecken sich tiefe Wälder und grüne Bergwiesen, in denen zahlreiche Vogelarten und die endemische Kleine Neuseelandfledermaus beheimatet sind.

Wandern und Klettern gehören in den Sommermonaten zu den beliebtesten Aktivitäten im Tongariro Nationalpark. Der Tongariro Alpine Crossing ist die populärste Wanderroute in der Vulkanregion. Die Wanderung bietet traumhafte Aussichten auf die Vulkankegel des Mount Taranaki und den Lake Taupo. Mehrtägige Rundwanderungen führen über den Round the Mountain Track. Dieser Ausflug dauert zwischen drei und sechs Tagen und im Verlauf der Wanderung umrunden Sie vollständig den Ruapehu. Sie übernachten auf einem von drei Campingplätzen oder in einer von insgesamt 13 Hütten. Die Berghütten verfügen über Matratzenschlafplätze und sanitäre Einrichtungen. Neben den ausgedehnten Mehrtageswanderungen führen einige kurze Ausflüge zu rauschenden Wasserfällen und über steinige Lavafelder. Zahlreiche Mountainbike-Trails führen durch die Gebirgslandschaft im Zentrum des Tongariro Nationalparks und es besteht die Möglichkeit zum Jagen, Fischen und Reiten. Einzigartige Eindrücke von der Natur erwarten Sie auf einem Helikopterrundflug über die Vulkane. Auf diese Weise gelingt ein Blick in das Innere der Schlote, die jederzeit wieder ausbrechen können.

Im Winter zieht der Tongariro Nationalpark Skifahrer und Snowboarder an. Ende Juni öffnen bei guter Schneelage die Wintersportgebiete. Am westlichen Hang des Ruapehu befindet sich das größte Skigebiet des Nationalparks. Das Wintersportareal Whakapapa erstreckt sich über 55 km² und während der Saison befinden sich die 15 Lifte im Dauerbetrieb. Mit einem Liftpass können auch die Skipisten im benachbarten Skigebiet Ohakune genutzt werden. Zu den spektakulärsten Sommeraktivitäten gehört eine Raftingtour auf dem Tongariro River. Zahlreiche Stromschnellen passieren Sie gemeinsam mit anderen Teilnehmern in einem Schlauchboot. Der enorme Fischreichtum in den Bergflüssen und Bächen lockt vor allem Freizeitangler an, die in den klaren Gewässern mit der Fliegenrute Bach- und Regenbogenforellen nachstellen. Knapp 60 Vogelarten sind im Tongariro Nationalpark beheimatet. Darunter befinden sich einige endemische Arten wie der Waldpapagei Kaka, der nördliche Streifenkiwi und die Saumschnabelente. Im Westen des Parks erstreckt sich ein Regenwald auf einem Gebiet von rund 30 km². Dort gedeihen zahlreiche Steineibengewächse, riesige Farne und mehrere Orchideenarten.

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