Jurmala - bedeutender Kurort

Jurmala ist eine Stadt am Rigaischen Meerbusen, die sich mit dem kilometerlangen Sandstrand und den schwefelhaltigen Heilquellen zum bedeutendsten Kurort des Baltikums entwickelt hat.

Jurmala
Jurmala - bedeutender Kurort

Der Kurort Jurmala liegt rund 20 Kilometer von der lettischen Hauptstadt Riga entfernt an der Ostseeküste. Die Stadt befindet sich an der Mündung des Flusses Lielupe, der mit einer Länge von knapp 120 Kilometern zu den längsten Strömen Lettlands gehört. In Jurmala leben rund 56.000 Einwohner. Das Stadtgebiet umfasst mehrere Ortsteile, die durch Eingemeindungen im Jahr 1959 zur Stadt Jurmala zusammengefasst wurden. Die Nähe zur lettischen Hauptstadt ließ den Ort bereits am Ende des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Naherholungsgebiet werden. Grund dafür war der kilometerlange breite Sandstrand, dem Jurmala bis heute seine Popularität als Badeort verdankt. Der hellsandige Strand zieht sich in östlicher Richtung 10 Kilometer an der Küste entlang bis in die Vororte von Riga. In Richtung Westen erstreckt sich der Badestrand auf einer Länge von 20 Kilometern am Rigaischen Meerbusen.

Einen Aufschwung als Badeort erlebte Jurmala zum Ende des 19. Jahrhunderts. Damals bestand die heutige Stadt noch aus einzelnen Küstenorten. Vor 1914 war der Ortsteil Bulduri bevorzugter Aufenthaltsort des deutsch-baltischen Adels. Um die Jahrhundertwende entstanden zahlreiche Holzvillen in der charakteristischen Architektur des Jugendstils. Die prächtigen Villen prägen noch heute das Antlitz der Stadt und zeugen vom einstigen Reichtum der ansässigen Einwohner. Die Gebäude spiegeln eindrucksvoll den damaligen elitären Anspruch des Badeortes wieder. Zur Zeit der sowjetischen Ära entstanden an den Stränden einige Kurhotels in sozialistischer Einheitsarchitektur, die das verspielte Antlitz der Strandpromenade unterbrechen. Nach der Jahrtausendwende wurden mehrere Hotels restauriert und die Fassaden so weit wie möglich an die historischen Vorbilder angepasst. Dazu entstanden einige Neubauten, die sich harmonischer in das Stadtbild einfügen.

Der Strand von Jurmala besitzt eine ausgezeichnete Wasserqualität und wird in den Sommermonaten bevorzugt von baltischen und skandinavischen Feriengästen besucht. Selbst in der Hochsaison ist der breite Strand nicht überlaufen und es finden sich jederzeit einige ruhige Bereiche, in denen kein Gedränge herrscht. Jurmala besitzt eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur. Hinter der Strandpromenade befinden sich Restaurants und Cafés und am Strand versorgen kleine Kioske und Strandbars die Besucher mit kleinen Snacks und kühlen Getränken. Die Stadt selbst erhebt in ihrer Eigenschaft als Kurort eine Straßenbenutzungsgebühr. Erst nach Bezahlung dieser Kurtaxe können Sie die Straßen von Jurmala mit dem Pkw befahren. Zahlreiche Kur- und Freizeiteinrichtungen machen den Ort zu einem beliebten Ziel für einen Familienurlaub. Zu den größten Erlebnisschwimmbädern des Baltikums gehört der Aquapark "Livu Akvaparks". Riesige Wasserrutschen, mehrere Badebecken und eine große Liegewiese befinden sich in der Außenanlage. Im Innenbereich laden weitere Wasserbecken und eine weitläufige Wellnesslandschaft zu einem Besuch ein.

Ein umfangreiches kulturelles Angebot wird den Besuchern der Stadt in den Sommermonaten geboten. Im Konzertsaal Dzintaru finden regelmäßig Konzerte internationaler Künstler statt. Eine Bühne für junge, unbekannte Künstler bietet der alljährlich stattfindende Musikwettbewerb "Jaunais vilnis". Der Name bedeutet so viel wie "Neue Welle" und zu diesem Anlass geben sich Nachwuchsmusiker aus dem Baltikum und Russland in Jurmala ein Stelldichein. Museen und Kunstgalerien laden in der Stadt an regnerischen Tagen zu einem Besuch ein. Eine kleine Ausstellung im Stadtteil Mahori beschäftigt sich thematisch mit der Geschichte Jurmalas und zeigt skurrile Einzelstücke historischer Bademode. Mittelpunkt des gesellschaftlichen Treibens ist die Fußgängerzone Jomas. Tagsüber lohnt ein Schaufensterbummel in der Einkaufsstraße. Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Boulevard zur Partymeile, wenn die Bars, Klubs und Diskotheken ihre Tore öffnen.

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