Kuhrische Nehrung - Landschaft aus Sanddünen

Die Kurische Nehrung ist eine 98 Kilometer lange Landzunge, die das Kurische Haff von der offenen Ostsee trennt und im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde.

Baltikum Kurische Nehrung
Baltikum Kurische Nehrung - Landschaft aus Sanddünen

Die Kurische Nehrung teilt sich in einen russischen und einen litauischen Teil. 52 Kilometer der Landzunge liegen auf litauischem Staatsgebiet und 46 Kilometer gehören zu Russland. Sie erstreckt sich zwischen den Ortschaften Klaipeda und Lesnoi. Die breiteste Ausdehnung erreicht die Kurische Nehrung rund vier Kilometer vom litauischen Grenzort Nida entfernt. Hier beträgt der Abstand vom Haff bis zur Ostseeküste 3,8 Kilometer. An der schmalsten Stelle trennen lediglich 380 Meter Landmasse die beiden Gewässer voneinander. Die Kurische Nehrung ist eine Sandlandschaft mit gewaltigen Wanderdünen, die durch die Abholzung der Wälder in der frühen Neuzeit ständig in Bewegung sind und in der Vergangenheit immer wieder ganze Ortschaften unter sich begruben. Erst im 19. Jahrhundert gelang es, die Dünen mit einer geeigneten Bepflanzung zu befestigen und an der Ausbreitung zu hindern.

Die schmale Landzunge an der Ostseeküste ist, bedingt durch permanente Erosion, ständigen Veränderungen unterworfen. Meeresströmungen tragen an einigen Stellen Material ab und lagern es an anderen Orten wieder ab. Mit der "Hohe Düne" bei Nida befindet sich auf der Kurischen Nehrung eine der größten Sanddünen Europas. Sowohl der russische als auch der litauische Teil der Landzunge sind Teile von Nationalparks der jeweiligen Länder. Im Norden besteht eine etwa 300 Meter breite Verbindung zwischen der Ostsee und dem Kurischen Haff. Über nahezu die gesamte Länge der Nehrung verläuft eine asphaltierte Straße, die im Süden in der Ortschaft Selenogradsk beginnt und bis zum Fährhafen in Smiltyne führt. Auf dem Festland der gegenüberliegenden Seite befindet sich die litauische Hafenstadt Klaipeda.

Der litauische Teil der Kurischen Nehrung ist touristisch gut erschlossen. Die Ostseeregion wird im Sommer von zahlreichen Feriengästen aus Nordeuropa und finanzstarken Reisenden aus Russland besucht. Im Zentrum des touristischen Geschehens liegt die Ortschaft Nida. Hier entstanden seit der Jahrtausendwende zahlreiche Hotels, Pensionen und Ferienhäuser sämtlicher Preiskategorien. Die gastronomische Infrastruktur ist hervorragend und ein weitverzweigtes Netz an Wander- und Radwegen durchzieht die gesamte Region. Darüber hinaus gibt es im Ort den bislang einzigen Campingplatz auf der Kurischen Nehrung. Die reizvolle Umgebung Nidas besteht aus Heidelandschaften, Kiefernwäldern und Wanderdünen. Die litauische Ortschaft zog seit dem 19. Jahrhundert zahlreiche Künstler an. Der Gasthof Blode wurde zum Treffpunkt von Malern, Bildhauern und Schriftstellern und in der Nähe entstand die Künstlerkolonie Nidden. Berühmtester Sommergast in Nida war der Schriftsteller Thomas Mann, der in dem Ort ein Ferienhaus besaß. Gemeinsam mit seiner Familie verbrachte der Autor von 1930 bis 1932 die Sommermonate auf der Kurischen Nehrung.

Das Ferienhaus des Schriftstellers ist seit 1996 ein litauisch-deutsches Kulturzentrum und Museum. Sehenswert sind in Nida darüber hinaus das Bernsteinmuseum, das Fischermuseum und der Alte Friedhof mit den charakteristischen Kurenkreuzen. Die Strandpromenade des Ortes lädt zum Flanieren ein und am Jachthafen haben Sie einen fantastischen Ausblick auf die Hohe Düne. Die Graureiher- und Kormorankolonie in der Nähe von Juodkrante ist ein bevorzugtes Ausflugsziel von Ornithologen und Naturliebhabern. Bei diesem Ort befindet sich der sogenannte Hexenberg, der mit zahlreichen Holzskulpturen verziert ist. Die Ortschaft Smiltyne ist mit dem Delfinarium und dem Meeresmuseum ein beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie. Die endlosen Strände an der Ostseeküste ziehen in den Sommermonaten magisch die Urlauber an. Die Wasserqualität der Küstengewässer ist exzellent, wie die Blaue Flagge an den gepflegten Stränden signalisiert. In den Dünen findet sich selbst in der Hochsaison jederzeit ein ruhiges, abgelegenes Plätzchen, an dem Sie die Sonne genießen und frische Seeluft schnuppern können.

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