Nationalpark Gauja - populäre Sehenswürdigkeit

Der Nationalpark Gauja ist das größte Naturschutzgebiet Lettlands und gehört mit seinen tiefen Wäldern, klaren Flüssen und der artenreichen Flora und Fauna zu den populärsten Sehenswürdigkeiten des Landes.

Gauja Nationalpark
Gauja Nationalpark - höchst populäre Sehenswürdigkeit

Die Gründung des Nationalparks Gauja erfolgte im Jahr 1974. Er liegt zwischen den lettischen Städten Cesis und Sigulda. Das Naturschutzgebiet erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 900 Quadratkilometern. Namensgeber für den Park ist der Fluss Gauja, der mit einer Länge von rund 450 Kilometern der längste Strom Lettlands ist. Er schlängelt sich im Nationalpark durch ein Urstromtal, das von den regionstypischen roten Sandsteinformationen eingerahmt wird. An den höchsten Stellen erheben sich die Felsen bis zu 90 Meter hoch über dem Flussbett. Die außergewöhnlichen Gesteinsformationen trugen dem Park den Beinamen Livländische Schweiz ein. Knapp die Hälfte des Gauja-Nationalparks ist von Wald bedeckt. Ein wahres Feuerwerk der Farben empfängt Sie im Herbst, wenn sich das Laub der Bäume bunt färbt und die Wälder in verschiedenen Gelb-, Rot-, Grün- und Braunschattierungen erstrahlen.

Einer letzten offiziellen Zählung zufolge sind im Park 48 Säugetier- und 150 Vogelarten beheimatet. Die Vegetation umfasst einen Bestand von rund 900 verschiedenen Pflanzenarten. In den sauberen Flüssen leben verschiedene Forellenarten und Lachse. Zu den größten Säugetieren gehören frei lebende Bären, die Sie hin und wieder im Rahmen von Ausflügen beobachten können. Für Besucher sind nicht alle Bereiche des Parks zugänglich. Einige Regionen bleiben aus Gründen des Natur- und Artenschutzes dauerhaft für den Publikumsverkehr gesperrt. Neben den landschaftlichen Reizen erwartet Sie im Nationalpark Gauja ein reiches kulturelles Erbe. Rund 500 historische Bauwerke bilden attraktive Ausflugsziele und erzählen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten. Dazu gehören Burgruinen, Kirchen, historische Ansitze, Landhäuser und alte Mühlen. Im Freilichtmuseum bei Araisi können Sie den originalgetreuen Nachbau einer mittelalterlichen Wasserburg und einer steinzeitlich Pfahlbausiedlung bewundern.

Der Nationalpark Gauja ist von einem weitverzweigten Netz an Rad- und Wanderwegen durchzogen. Es werden geführte Wanderungen abgeboten, die Sie zu Wildbeobachtungsplätzen führen und Ihnen einen Eindruck von der ungezähmten Wildnis der Naturlandschaften vermitteln. Wenn Sie den Park auf eigene Faust erkunden wollen, helfen Ihnen mehrere Touristikzentren bei der Orientierung in dem Areal. Einrichtungen dieser Art befinden sich unter anderem in den Orten Sigulda und Litagne. Mehrere Campingplätze im Nationalpark bieten sich als Übernachtungsgelegenheit an, wenn Sie einen mehrtägigen Aufenthalt auf dem Parkgelände planen. Zu den Highlights der touristischen Angebote zählen Bootstouren und Kanufahrten auf dem Fluss Gauja. Auf diesen Ausflügen kommen Sie an den steil aufragenden Adlerklippen vorbei, die den Fluss einengen und immer schmaler werden lassen, und Sie passieren die spektakulären Sietiniezis-Felsen.

Neben den landschaftlich reizvollen Regionen im Nationalpark Gauja existieren in der Nähe des Flussufers zahlreiche Höhlensysteme, die vor Jahrtausenden entstanden sind. Zu den schönsten Höhlen gehört die Gutmannshöhle in der Nähe der Stadt Sigulda. Sie bot bereits in der Steinzeit den Jägern und Sammlern Schutz und diente später als Jagdlager. Um die Höhle ranken sich Mythen und Legenden, die eng mit der in der Grotte entspringenden Quelle in Zusammenhang stehen. Dem Wasser wird eine heilende Wirkung nachgesagt. Den Eingang zur Höhle markiert eine auffällige Öffnung im Gestein mit einem Durchmesser von rund 10 Metern. Zu den meistbesuchten Attraktionen im Nationalpark gehört die mittelalterliche Burg Turaida in einem Ortsteil der Stadt Sigulda. Die Festung wurde im Jahr 1214 durch Bischof Philipp von Ratzeburg erbaut und ist heute ein Museum, das besichtigt werden kann.

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