Riga – die Hauptstadt Lettlands

Die lettische Hauptstadt Riga ist mit einer Einwohnerzahl von rund 800.000 die größte Metropole des Baltikums. Die komplette Altstadt gehört seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Riga
Riga - die Hauptstadt Lettlands

Die offizielle Gründung der Stadt erfolgt im Jahr 1201 durch den Bremer Bischof Albert von Bekeshovede. Der einstige Marktplatz erlebte im Mittelalter durch die Zunahme der Handelstätigkeiten einen rasanten Aufschwung. Im Jahr 1282 trat Riga dem Verbund der Hanse bei. Die Stadt entwickelte sich zu einem Knotenpunkt im Ost-West-Handel und die Bevölkerung wuchs rasch. Später gehörte die Stadt zu wechselnden Herrschaftsbereichen. Im 16. Jahrhundert geriet Riga unter polnische Herrschaft und gehörte anschließend zu Schweden. Ab 1710 wurde die Stadt in das russische Zarenreich integriert. Der kurzen Unabhängigkeit ab 1918 folgte nach dem Zweiten Weltkrieg die Besetzung durch die ehemalige Sowjetunion, die erst mit der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1991 beendet wurde.

Riga gilt mit seinem historischen Stadtzentrum als die europäische Hauptstadt des Jugendstils. Rund 800 Gebäude dieser Bauart befinden sich in der Innenstadt der Metropole. Die prachtvollsten Bauwerke dieser Art befinden sich in der Straße Alberta. Trotz des Abrisses der historischen Stadtmauern hat sich die Altstadt von Riga ihren festungsähnlichen Charakter bis heute bewahrt. Die Freiflächen, die durch den Abriss entstanden sind, sind heute parkähnliche Grünanlagen, die als Naherholungsgebiet genutzt werden. Im Zentrum der alten Handelsmetropole liegt der Marktplatz mit dem Rathaus, dem Gebäude der Kaufmannsvereinigung der Schwarzhäupter und dem Dom. Die Grundmauern des Doms stammen aus der Zeit der Stadtgründung. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden die Mittelschiffe hinzugefügt. Das sakrale Bauwerk ist die größte Kirche des gesamten Baltikums. Die Domorgel wurde am Ende des 19. Jahrhunderts gefertigt und gehört bis heute zu den größten und bedeutendsten Instrumenten dieser Art weltweit. Die größte katholische Kathedrale Rigas ist die Jakobskirche. Sie wurde im Jahr 1225 erstmalig erwähnt.

Ein Rundgang durch die historische Altstadt führt Sie zu weiteren Sehenswürdigkeiten der lettischen Hauptstadt. Zahlreiche historische Bauwerke wie die Große und Kleine Gilde, das Schwedentor, den Pulverturm und die Nationaloper lohnen eine Besichtigung. Ein imposantes Gebäude ist das Rigaer Schloss, das heute als Sitz des Staatspräsidenten dient. Die festungsähnliche Anlage wurde im Jahr 1330 für den Schwertbrüderorden errichtet. Ein Stadtpark trennt in Riga die Altstadt von der Neustadt mit den aufwendig gestalteten Jugendstil-Häuserfassaden. In der Nähe des Hauptbahnhofs befindet sich mit dem Motormuseum eine weitere Attraktion der lettischen Hauptstadt. In den Ausstellungsräumen werden die Karosserien ehemaliger sowjetischer Machthaber ausgestellt. In der sogenannten "Kreml-Kollektion" werden unter anderem die Fahrzeuge von Stalin, Breschnew und Molotow präsentiert. Ein prächtiges Gebäude in der Neustadt ist das von 1860-1863 im Stil des Neoklassizismus errichtete Opernhaus.

Riga besitzt eine breit gefächerte Restaurant- und Kneipenszene. In der Altstadt drängen sich zahllose Bars, Klubs und Kneipen aneinander, in denen sich nach Einbruch der Dunkelheit ein lebhaftes Nachtleben abspielt. Kulturinteressierte Besucher finden in der Stadt auf zahlreiche Museen und Kunstausstellungen. Im Pulverturm in der Altstadt ist das Lettische Kriegsmuseum untergebracht, das Ihnen einen Einblick in die Militärgeschichte gibt. Im Lettischen Geschichtsmuseum werden archäologische Fundstücke und Artefakte von der Steinzeit bis zur Gegenwart präsentiert. Zu den ältesten Museen Europas gehört das Museum für Stadtgeschichte und Navigation. Das nebenan liegenden Mentzendorffhaus ist ein historisches Geschäfts- und Wohnhaus, das im Originalzustand restauriert und mit zeitgenössischen Einrichtungsgegenständen ausgestattet wurde. Zahlreiche Parks in der Innenstadt sind beliebte Naherholungsgebiete der Bevölkerung. Die älteste Parkanlage ist der Wöhrmannsche Garten, der bereits im Jahr 1814 seine Tore für die Besucher öffnete.

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