Schloss Rundale - touristisches Highlight

Das Schloss Rundale liegt rund 15 Kilometer von der lettischen Stadt Bauska entfernt und gehört zu den bedeutendsten Barockbauten des Baltikums.

Schloss Rundale
Schloss Rundale - touristisches Highlight

Das imposante Barockschloss Rundale ist ein touristisches Highlight in Lettland und wird wegen seiner Ähnlichkeit mit dem französischen Jagdschloss als Versailles des Baltikums bezeichnet. Die Anlage besteht aus einem Ensemble eindrucksvoller Barock- und Rokokobauten und wird von einer weitläufigen Parklandschaft umgeben. Architektonisches Vorbild für das Bauwerk war das Jagdschloss des französischen Königs Ludwig XIII. vor den Toren von Paris. Der Innenbereich von Schloss Rundale umfasst 138 Zimmer und erstreckt sich über eine Fläche von knapp 7.000 Quadratmetern. Das zweistöckige Hauptgebäude besteht aus drei Flügeln, die einen großen Innenhof einrahmen, der nach einer Seite offen ist. Das Schloss liegt rund 70 Kilometer von der lettischen Hauptstadt Riga entfernt und ist über die Autobahn 7 und die Landstraße 103 zu erreichen.

Schloss Rundale wurde in den Jahren 1735 bis 1740 als Sommerresidenz des kurländischen Adligen Ernst Johann Biron errichtet. Auftraggeberin war die russische Zarin Anna Iwanowa. Mit der Planung und Projektierung wurde der italienisch-russische Architekt Bartolomeo Francesco Rastrelli beauftragt, der seinerzeit als Baumeister am russischen Zarenhof tätig war. Das französische Schloss Versailles lieferte auch die Vorlagen für die Gestaltung der Parkanlage, die ebenfalls nach den Plänen Rastrellis angelegt wurde. Der Architekt ließ damals knapp 330.000 Linden in der symmetrischen Anlage pflanzen. Herzog Ernst Johann Biron konnte sein Anwesen nicht lange nutzen. Nach dem Tod der Zarin Anna Iwanowa im Jahr 1740 wurde der Adlige in die Verbannung nach Sibirien geschickt. Erst nachdem Katharina II. den russischen Zarenthron bestieg, konnte er zurückkehren.

Im Jahr 1763 begannen neuerliche Bauarbeiten am Schloss Rundale, die sich über einen Zeitraum von fünf Jahren hinzogen. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde die komplette Inneneinrichtung des Schlosses fertiggestellt, die auf den Plänen der italienischen Künstler Francesco Martini und Carlo Zucchi beruhte. Nach dem Tod des Herzogs Ernst Johann Biron bewohnte bis 1795 der Sohn des Adligen die prächtige Anlage. Seit 1920 befindet sich Schloss Rundale in Staatsbesitz. Damals wurden die Räume zu Wohnungen umgebaut und eine Schule hielt im Schloss Einzug. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude als Kornspeicher genutzt. Durch diese zweckentfremdete Gebäudenutzung nahm ein Großteil der kostbaren Innenausstattung irreparablen Schaden. Erst im Jahr 1972 beschloss die damalige sowjetische Regierung, das Schloss zu restaurieren und als Museum der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Zuge der Restaurierungsarbeiten wurden die wertvollen Wandbekleidungen aus Seide erneuert und die Räume erhielten ihr ursprüngliches Aussehen wieder. Die Fußböden wurden mit neuen Holzdielen versehen und die kunstvollen Stuckarbeiten wurden ausgebessert und erhielten einen neuen Anstrich.

Heute erstrahlen die Innenräume des Schlosses in altem Glanz und sind für Besucher zugänglich. Im Schlossmuseum befinden sich verschiedene Ausstellungen, die thematisch geordnet sind. In der Ausstellung "Kunstschätze im Schloss Rundale" werden Kunstobjekte des Baltikums und Osteuropas aus vier Jahrhunderten gezeigt. Unter den Exponaten befinden sich viele Gebrauchsgegenstände, Möbel und Porzellan der kurländischen Adligen. Eine Sonderausstellung hat das Leben und die Geschichte der Familie Biron zum Inhalt, die das Schloss nach der Errichtung bewohnte. Die prunkvollen Säle wurden im Originalzustand hergerichtet und beeindrucken mit stilvoller Eleganz und Architektur. Den sogenannten Goldenen Saal ziert ein 250 Quadratmeter großes Deckengemälde. Sehenswert sind darüber hinaus der Weiße Saal, in dem früher Bälle und öffentliche Zeremonien abgehalten wurden und die Große Galerie. Die symmetrisch angelegte und gepflegte Parkanlage lädt außerhalb des Schlosses zu einem Spaziergang ein.

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